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Internationaler Fußball : Tuchel und PSG verspielen erste Titelchance

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Große, ungläubige Augen bei Thomas Tuchel: Frühes Aus im französischen Pokal Bild: AFP

Vier Treffer von Gabriel Jesus, zwei Vorlagen von Leroy Sané und fünf weitere Tore: Manchester City kann wieder für das Ligapokalfinale planen und dort sogar seinen Titel verteidigen. Thomas Tuchel und Paris sind dagegen völlg überraschend im französischen Pokal ausgeschieden.

          Die erste Niederlage für Thomas Tuchel und Paris St. Germain in dieser Saison ist gleich eine sehr schmerzhafte. Im Viertelfinale des französischen Pokals unterlagen die Superstars aus der Hauptstadt völlig überraschend gegen EA Guingamp 1:2 (0:0) und verpassen damit den ersten Titel in dieser Saison frühzeitig. Der Siegtreffer für den letzten der französischen Liga erzielte Marcus Thuram in der dritten Minute der Nachspielzeit per Elfmeter. Neymar hatte den ungeschlagenen Tabellenführer der Ligue 1 per Strafstoß zunächst in Führung gebracht (63. Minute), ehe die Gäste durch Yeni N'Gbakoto ebenfalls durch einen Foulelfmeter ausglichen (81.). Einen weiteren Strafstoß, den dann insgesamt vierten der Partie, hatte Guingamp noch verschossen. Thuram war der Unglückliche in der 61. Minute. 

          Bei Paris standen die beiden deutschen Nationalspieler Julian Draxler und Thilo Kehrer von Beginn an auf dem Feld, spielten allerdings eher unauffällig und Letzterer sogar entscheidend unglücklich. Kehrer foulte Thuram in der Nachspielzeit elfmeterwürdig und sorgte so unfreiwillig für die Entscheidung zugunsten des Außenseiters. Paris' Torhüter Alphonse Areola ahnte zwar die Ecke, konnte gegen den Schuss des Gefoulten aber nichts ausrichten. Zuvor hatte PSG eine Reihe bester Möglichkeiten ausgelassen und sich im Defensivzweikampf dann häufig ungeschickt angestellt. Belgiens Nationalspieler Thomas Meunier foulte ebenso im Strafraum wie der ehemalige Münchener Juan Bernat. Auch der Videoassistent rettete beim letzten Vergehen die Pariser nicht. So stand es plötzlich 1:1, weil der eingewechselte N'Gbakoto Paris' Torhüter Areola keine Chance ließ und so die Partie zugunsten Guingamps drehte, das nun im Halbfinale steht. Für die beiden Halbfinalpartien am 29. Januar qualifizierten sich daneben Racing Straßburg, AS Monaco und Girondins Bordeaux.

          Für die Monegassen feierte der ehemalige Schalker Naldo sein Debüt, scheiterte beim 9:8 (1:1, 0:1)-Sieg nach Elfmeterschießen gegen Stade Rennes aber vom Punkt. Der frühere Leverkusener Benjamin Henrichs verwandelte. Torhüter Loic Badiashile führte mit dem elften Strafstoß der AS die Entscheidung herbei, nachdem sein Gegenüber Tomas Koubek zuvor verschossen hatte. In der regulären Spielzeit traf zunächst Benjamin Bourigeaud (30.) für die Gäste, Rony Lopes (55.) glich für Monaco aus.

          Jubelte hier über sein drittes und das fünfte Tor von Manchester City insgesamt: Gabriel Jesus

          In Großbritannien hat Cup-Verteidiger Manchester City Außenseiter Burton Albion im Hinspiel des englischen Ligapokalhalbfinales keine Chance gelassen und kann nun fest mit dem Endspiel planen. Die Mannschaft mit den deutschen Fußball-Nationalspielern Leroy Sané und Ilkay Gündogan fertigte den chancenlosen Drittligisten 9:0 (4:0) ab. Mann des Abends beim Schützenfest war der Brasilianer Gabriel Jesus mit seinen vier Treffern in der 30., 34., 57. und 65. Minute.

          Der Favorit ging durch einen Kopfball des ehemaligen Wolfsburger Bundesliga-Profis Kevin De Bruyne früh in Führung (5. Minute), schon vor der Pause machten Gabriel Jesus und Oleksandr Zinchenko (37.) alles klar. Burton Albion hatte nur eine große Chance in der gesamten Partie: Marcus Harness wäre in der zwölften Minute beinahe der Ausgleich gelungen, doch sein aus acht Metern völlig freier Abschluss ging über das Tor. So erzielten die weiteren Treffer für die Citiziens im zweiten Abschnitt Phil Foden (62.), Kyle Walker (70.) und Riyad Mahrez (84.). Sané bereitete zwei Tore vor. Gündogan spielte häufig den vorentscheidenden sogenannten vorletzten Pass, in der 30. und 34. Minute tat er dies sogar mit eleganten Hebern an den Fünfmeterraum und war so maßgeblich am höchsten League-Cup-Halbfinalsieg eines Teams in der bisherigen Geschichte des Wettbewerbs beteiligt.

          Am Vorabend hatte sich Tottenham Hotspur eine gute Ausgangsposition für den Finaleinzug erkämpft. Der Champions-League-Gegner von Borussia Dortmund setzte sich 1:0 gegen den FC Chelsea durch. Das Endspiel um den Ligapokal steigt am 24. Februar im Londoner Wembleystadion.

          Auch Real Madrid hat sich im Pokal eine gute Ausgangslage für den Einzug ins Viertelfinale erspielt. Die Königlichen, die auf den verletzten deutschen Nationalspieler Toni Kroos verzichten mussten, setzten sich im Achtelfinal-Hinspiel 3:0 (1:0) gegen CD Leganes durch und feierten den ersten Pflichtspielsieg im neuen Jahr. Nach den Treffern von Kapitän Sergio Ramos (44., Foulelfmeter), Lucas Vazquez (68.) und Vinicius Junior (77.) hat Real vor dem Rückspiel am kommenden Mittwoch (21.30 Uhr) alle Trümpfe in der Hand. Ob Kroos, der im Hinspiel wegen eines Muskelfaserrisses im Adduktorenbereich fehlte, dann wieder fit ist, ist noch offen. Im Jahr 2019 hatte Madrid aus zwei Ligaspielen nur einen Punkt geholt. Auf Atletico Madrid wartet dagegen im Rückspiel eine kniffligere Aufgabe. Das Team von Trainer Diego Simeone kam lediglich zu einem 1:1 (1:1) beim FC Girona und kann noch nicht sicher für das Viertelfinale planen. Titelverteidiger FC Barcelona spielt sein Achtelfinal-Hinspiel am Donnerstag (21.30 Uhr, im Livestream auf DAZN) bei UD Levante.

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