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Fußballnachwuchs an Schulen : „C-Jugendspieler lachen über ein Lehrergehalt“

„Im Profitum ist Zeit Gold“: Rüdiger Barney über Fußball-Nachwuchs an Schulen. Im Bild zu sehen sind Spieler beim Danone Nations Cup. Bild: pa/obs/obs/Danone Nations Cup

Profifußballklubs sollten ihrem Nachwuchs Privatschulen bauen, statt sie in Eliteschulen des Sports zu schicken, fordert Rüdiger Barney. Ein Interview über Arroganz und negative Einflussnahme in den Schul-Alltag.

          6 Min.

          Rüdiger Barney hat eine Dissertation verfasst über den Wandel von Kinder- und Jugendsportschulen der DDR zu Eliteschulen in der vereinten Bundesrepublik. Von 1996 bis 2013 leitete Barney die Poelchau-Oberschule in Berlin, heute Elite-Schule des Sports im Olympiapark.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Aus Ihrer Dissertation über Eliteschulen des Sports wie aus Ihrer Erfahrung als Leiter einer solchen Schule heraus warnen Sie davor, dass finanzstarke Klubs der Fußball-Bundesliga unzulässig Einfluss nehmen. Sie sehen die Gefahr, dass die staatliche Schule ihren Neutralitätsanspruch verliert. Was meinen Sie?

          Hertha BSC ist der Klub, mit dem wir kooperiert haben. Er hat seinen Sitz auf demselben Gelände, das Internat ist gleich nebenan; wir waren schon Partner, bevor wir auf das Olympia-Gelände gezogen sind. Der Deutsche Fußball-Bund hat, wenige Jahre nach der Gründung der Eliteschulen des Sports, eigene Eliteschulen des Fußballs gegründet. Die Poelchau-Schule, die ich geleitet habe, ist beides. Ich schlage vor, die beiden Schulen zu trennen, denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Fußball, insbesondere der bezahlte Fußball, in unserem Fall Hertha BSC, immer stärker versucht, Einfluss auszuüben, letztlich zu Lasten der anderen Sportarten.

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