https://www.faz.net/-gtl-7ss6t

Preußen-Trainer Ralf Loose : „Ich habe einen Tick mehr Erfahrung als Guardiola“

  • Aktualisiert am

Ralf Loose Bild: dpa

Festtag bei Preußen Münster: Der Drittligaklub tritt im DFB-Pokal gegen den FC Bayern (16 Uhr) an. Trainer Ralf Loose, einst Juniorennationalspieler und Bundesligaprofi bei Borussia Dortmund, spricht im Interview über die Außenseiterrolle und den Drittligaalltag.

          4 Min.

          Glauben Sie, dass Sie überhaupt eine Chance gegen die Bayern (16 Uhr/ F.A.Z.-Liveticker) haben?

          Keiner wird einen Sieg von Preußen Münster erwarten. Was die Fans sehen wollen, sind die Stars von Bayern München und eine engagierte Mannschaft von uns, und die werden sie auch erleben. Wir haben leider großes Verletzungspech, so dass wir momentan sicher in einer Phase sind, in der wir nicht vor Selbstvertrauen strotzen. Die Spieler sollen einfach nicht vor Ehrfurcht erstarren und Mut zeigen.

          Was unterscheidet Sie von Pep Guardiola in Ihrer Trainerphilosophie?

          Wenn man Mannschaften trainiert, die meistens zu den Besten eines Landes gehören, dominiert man weitestgehend die Spiele. Das ist natürlich immer wieder die gleiche Ausgangsposition. Bei mir ist das sicher so gewesen, dass ich einerseits Mannschaften trainiert habe, die aufgestiegen sind, aber auch Mannschaften, die im Abstiegskampf waren. Von daher glaube ich, was die ganze Erfahrung angeht, dass ich sogar einen Tick weiter bin als er.

          Was heißt das konkret?

          Meistens ist es so, dass ich ins kalte Wasser geworfen werde, wenn ich in einer Krisensituation zu einer Mannschaft gekommen bin. Wer kann sich schon wie Guardiola ein halbes Jahr auf seinen neuen Klub vorbereiten, der dann der beste in Deutschland ist? Ich musste oft sehr schnell herausfinden, was die Probleme des Teams waren, ihm Selbstvertrauen geben und dabei selbst Ruhe und Stärke ausstrahlen. Die Wurzel der Probleme liegt eigentlich immer in den Köpfen. Da muss ich dann die richtigen Stellschrauben drehen. Das klappt mal mehr, mal weniger gut. Aber ich habe einfach viele Situationen schon erlebt.

          Heißt das, Sie sind mit Ihrer Trainerkarriere bisher zufrieden? Ganz nach oben haben Sie es ja noch nicht geschafft.

          Ich glaube, jeder will in die erste Liga. Ich habe es in der Tat noch nicht geschafft, aber unzufrieden bin ich nicht. Ich weiß, wie viele Trainer ohne Verein sind, die nur darauf warten, irgendwo einsteigen zu können. Das ist das Harte an unserem Geschäft. Ich hatte auch eine kleine Zwangspause. Da habe ich dann bei anderen Topvereinen hospitiert, viele Spiele gesehen. Und dann braucht es am Ende das Quentchen Glück, um wieder auf dem Karussell dabei zu sein.

          Sind Sie neidisch auf die Trainer, die es in die erste Liga geschafft haben? Denken Sie manchmal, wenn ich da wäre, würde ich das auch hinbekommen?

          Davon bin ich schon überzeugt. Ich glaube sogar, dass in der ersten Liga die Arbeit insgesamt leichter ist, weil man professionellere Strukturen hat, mehr Mitarbeiter, und man kann sich noch mehr auf das Wesentliche konzentrieren. Ich merke hier schon den Unterschied zur zweiten Liga, da war ich in Augsburg und Dresden, oder bei St. Gallen in der Super League. Das war noch ein deutlicher Vorsprung zum Beispiel gegenüber Preußen Münster jetzt. Ich versuche hier einfach, langsam die Dinge voranzubringen. In der dritten Liga sind wir da manchmal als Trainerteam ziemlich alleine.

          Beim Blick auf das Team fällt auf, dass fast nur deutsche Spieler dabei sind. Woran liegt das?

          Weitere Themen

          Schalke in der Bredouille

          Torwartproblem mit Nübel : Schalke in der Bredouille

          Markus Schubert oder Alexander Nübel – das ist die Frage, die Trainer Wagner in dieser Woche beantworten muss. Der eine kehrt zurück, der andere kann nicht überzeugen. Und beides hat mit dem FC Bayern zu tun.

          Topmeldungen

          Gefahr durch Coronavirus : Keine Panik

          Es beruhigt, dass Deutschland auf Szenarien wie den Ausbruch des Coronavirus vorbereitet ist. Wenn aber nun nach jeder Hustenattacke die Notaufnahme angesteuert wird, stößt jeder noch so gut aufgestellte Krisenstab an seine Grenzen.
          Die Moderatorin Susan Link vertritt den erkrankten Moderator Frank Plasberg in der WDR-Talkshow „Hart aber fair“. Hinter ihr die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht, der CSU-Generalsekretär Markus Blume und die ARD-Börsenexpertin Anja Kohl (von links)

          TV-Kritik: „Hart aber fair“ : Aktien als Allheilmittel

          Die Deutschen sind ein Volk der Sparer. Doch in Zeiten von Negativzinsen muss man umdenken. Bei „Hart aber fair“ raten alle Gäste zu einer Lösung – bis auf Sahra Wagenknecht: Sie setzt auf ein Konzept, das viele als überholt ansehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.