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Persönliche Fehden in England : Die große Genugtuung des José Mourinho

  • -Aktualisiert am

Derzeit Spitze: Tottenham mit Trainer José Mourinho Bild: AFP

Der portugiesische Startrainer siegt mit Tottenham Hotspur auch gegen seine eigene Vergangenheit. In der englischen Premier League stellt sich nun eine spannende Frage: Kann der Klub sogar Meister werden?

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          Die Saison ist noch jung, aber die Genugtuung von José Mourinho dürfte jetzt schon groß sein. Mit Tottenham Hotspur ist der 57 Jahre alte Trainer vor dem zehnten Spieltag Tabellenführer der englischen Premier League. Seit der Niederlage zum Auftakt gegen den FC Everton ist das Team acht Spiele in Serie unbesiegt geblieben, sechs davon hat es gewonnen. Und auch beim Austragen seiner privaten Fehden hat Mourinho zuletzt wichtige Siege errungen.

          Gegen Manchester United, seinen früheren Verein, der ihn Ende 2018 nach internen Querelen entlassen hatte, gewann Tottenham im Oktober 6:1. Am vergangenen Wochenende besiegten die „Spurs“ dann das von Mourinhos altem Widersacher Pep Guardiola trainierte Manchester City 2:0. Und an diesem Sonntag trifft Tottenham auf den Londoner Lokalrivalen FC Chelsea, der Mourinho 2015 als amtierender Meister wegen einer Formkrise und damit verbundener Scharmützel rausgeschmissen hatte.

          Ruf als Querulant

          Wegen seiner Vergangenheit bei Chelsea und seines Rufs als Querulant löste seine Vorstellung als neuer Tottenham-Trainer vor einem Jahr bei den Fans nicht gerade Aufbruchsstimmung aus. Zumal sein Vorgänger Mauricio Pochettino sehr beliebt war: Der Argentinier hatte den Klub 2017 mit attraktivem Fußball auf Platz zwei in der Premier League und 2019 ins Finale der Champions League geführt, in fünfeinhalb Jahren jedoch keinen Titel gewonnen. Mit Mourinho bekam Tottenham nun zwar einen Trainer, der wusste, wie man Titel gewinnt, aber dessen stur ergebnisorientierter Fußball fad wirkte und, verglichen mit der Konkurrenz aus Liverpool und Manchester, nicht mehr zeitgemäß erschien. Und heute? Da stellt der Klub nicht nur die stabilste Abwehr der Liga, sondern mit 21 erzielten Toren auch den zweitbesten Angriff. Heung-min Son liegt mit neun Treffern auf Platz zwei der Premier-League-Torschützenliste, Harry Kane folgt dicht dahinter mit sieben Toren.

          Dabei ist Mourinho nicht etwa von seinen Idealen abgerückt. Im Gegenteil: Der Sieg zuletzt über Manchester City war eine „Darbietung eiskalter Effizienz und taktischer Disziplin“, wie die BBC in einer Analyse schrieb. Ein Spiel nach Mourinhos Geschmack. City hatte 66 Prozent Ballbesitz und schoss 22 Mal aufs Tor. Tottenham hatte vier Torschüsse, erzielte zwei Tore.

          Dabei war Mourinho wegen seiner wie aus der Zeit gefallenen Taktiken schon belächelt worden; er habe seine beste Zeit als Trainer hinter sich, hatte es während seiner turbulenten Jahre bei Manchester United geheißen, als Superstar Paul Pogba in aller Öffentlichkeit die aus seiner Sicht zu defensive Spielweise kritisiert hatte. Und nun schrieb der „Guardian“, Mourinho liebe es deshalb ganz besonders, Spiele wie das gegen City zu gewinnen, indem er dem modernen Ballbesitzfußball seinen disruptiven Stil entgegenhalte: „Er wird das in einem beinahe unanständigen Ausmaß genossen haben.“

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