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Chelsea-Trainer sieht Rot : Wilde Szenen um Tuchel in Premier League

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Kaum zu halten: Thomas Tuchel nach der Partie gegen Tottenham Bild: dpa

Großer Ärger nach dem Schlusspfiff: Chelsea-Trainer Thomas Tuchel und Antonio Conte geraten aneinander, der Impuls geht vom 48-jährigen Deutschen aus. Schon während der Partie sorgen beide für Aufsehen.

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          Mit grimmiger Miene gingen Thomas Tuchel und Antonio Conte aufeinander zu, sie gaben sich fast widerwillig die Hände – und dann ging der Zoff erst richtig los. Tuchel ließ seinen Trainerkollegen zunächst nicht los, was diesem überhaupt nicht gefiel. Stirn an Stirn standen sich beide plötzlich gegenüber, brüllten sich an und konnten nur mit Mühe voneinander getrennt werden.

          Als Konsequenz für den Tumult gab es vom Schiedsrichter für beide Trainer die Rote Karte – es war der spektakuläre Schlusspunkt eines packenden Premier-League-Duells am Sonntag zwischen dem FC Chelsea und Tottenham Hotspur, das durch ein Ausgleichstor von Spurs-Torjäger Harry Kane in der sechsten Minute der Nachspielzeit 2:2 (1:0) endete. Doch hinterher sprachen alle nur über den heftigen Trainer-Streit.

          Tuchel über Conte: „Hatte eine andere Meinung“

          „Ich habe gedacht, dass man sich in die Augen schaut, wenn wir uns die Hände schütteln, aber er hatte eine andere Meinung“, sagte Chelsea-Trainer Tuchel mit leicht zittriger Stimme über den Auslöser des Tumults nach dem Abpfiff bei Sky. Dass beide Rot sahen, sei aber „nicht notwendig“ gewesen, meinte der frühere Bundesligacoach. „Aber viele Dinge waren heute nicht notwendig. Eine weitere schlechte Entscheidung des Schiedsrichters.“

          Tottenhams Trainer Conte wollte die Szene „nicht kommentieren“. Sollte es ein Problem mit dem deutschen Trainer geben, „ist es eines zwischen ihm und mir“, betonte der impulsive Italiener, „und niemand anderem“. Schon während der Partie waren Tuchel und Conte aneinander geraten und wurden verwarnt. Nach dem 1:1 kochten die Emotionen zwischen den beiden Trainern erstmals hoch, bei der Trinkpause kam es zu einer kleinen Rudelbildung. Er habe „kein Problem“ mit Conte und würde ihm auch wieder die Hand geben, meinte Tuchel: „Es ging um zwei Männer, zwei Wettbewerber – nichts Schlimmes ist passiert.“

          Tuchel gab jedoch zu, dass ihn der Spielverlauf und die seiner Meinung nach vielen Fehlentscheidungen der Schiedsrichter emotional „komplett reingezogen“ hätten. Frust schiebe er nur, weil sich sein Team für eine „top, top, top Leistung“ nicht mit dem zweiten Sieg im zweiten Ligaspiel belohnt habe. „Ich bin der glücklichste Trainer auf Erden“, behauptete der 48-Jährige, „denn wir haben ein fantastisches Spiel gemacht“.

          Kalidou Koulibaly (19.) traf zum 1:0 für Chelsea, der frühere Bayern-Profi Pierre Emile Højbjerg (68.) sorgte für das 1:1. Als Reece James in der 77. Minute den vermeintlichen Siegtreffer für Chelsea erzielte, hüpfte und sprintete Tuchel jubelnd die Seitenlinie entlang. Doch dann schlug Kane zu – und die Emotionen mussten raus.

          Gündogan neuer City-Kapitän

          Es sei „enttäuschend“, dass beide Trainer für ihren Zwist mit Rot bestraft worden seien, meinte Kane: „Es ist ein emotionales Spiel, beide Teams wollten gewinnen. Aber manchmal passiert so etwas.“ Mit vier Punkten aus zwei Partien liegen Chelsea und Tottenham jeweils zwei Zähler hinter Meister und Tabellenführer Manchester City, bei dem Nationalspieler Ilkay Gündogan neuer Kapitän geworden ist. Nach dem Abgang des Brasilianers Fernandinho wurde der 31-Jährige von seinen Mitspielern gewählt. „Ich bin stolz, Kapitän dieses tollen Teams und dieses großartigen Klubs zu sein“, teilte Gündogan am Sonntag in den sozialen Netzwerken mit.

          Bereits im Community-Shield-Finale gegen den FC Liverpool (1:3), sowie bei den beiden Auftaktsiegen in der Premier League gegen West Ham (2:0) und den AFC Bournemouth (4:0) hatte Gündogan den englischen Meister als Kapitän aufs Feld geführt. Gündogan spielt seit 2016 bei City, hatte in der vergangenen Saison bereits als Stellvertreter von Fernandinho immer mal wieder die Kapitänsbinde übernommen. Die Rolle nun fest zu übernehmen, sei „wirklich eine große Ehre“. Sein neuer Stellvertreter ist Kevin De Bruyne.

          Im zweiten Sonntagsspiel neben dem Chelsea-Remis besiegte Aufsteiger Nottingham Forest den Europa-League-Halbfinalteilnehmer West Ham mit 1:0 (1:0). Der frühere Union-Berlin-Profi Taiwo Awoniyi erzielte den ersten Premier-League-Treffer seit 1999 für den zweimaligen Europapokalsieger der Landesmeister (45.+2), Torwart Dean Henderson vereitelte zudem noch einen Elfmeter des englischen Nationalspielers Declan Rice (65.).

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