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Premier League statt HSV : Felix Magath ist Fulhams „Panik-Knopf“

  • Aktualisiert am

„Es geht wieder los, ich kehre in den Fußball zurück“: Felix Magath Bild: AFP

Statt zum Hamburger SV zieht es Felix Magath nach England. Er wird Trainer beim FC Fulham. Dabei war der alte Coach offiziell noch gar nicht entlassen. Beim Tabellenletzten trifft Magath auch auf zwei deutsche Spieler.

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          Keine 24 Stunden nach seiner emotionalen Absage an den Hamburger SV hat Felix Magath völlig überraschend einen anderen Arbeitgeber gefunden. Beim FC Fulham - und damit erstmals im Ausland - soll er seine Qualitäten als Retter in höchster Not beweisen und die Londoner vor dem Abstieg aus der englischen Premier League retten.

          „Es geht wieder los, ich kehre in den Fußball zurück. Ab sofort bin ich Manager beim FC Fulham, werde künftig in der Premier League arbeiten. Ein phantastisches Arbeitsumfeld für jeden Trainer und Fußballer“, schrieb Magath am Freitagabend auf seiner Facebook-Seite. Der Tabellenletzte der Premier League, bei dem die deutschen Lewis Holtby und Sascha Riether spielen, bestätigte das Engagement auf seiner Homepage.

          Magath werde seine Arbeit sofort beginnen. „Ich bin sehr glücklich, Felix Magath beim Fulham Football Club zu begrüßen“, wird Vereinsboss Shahid Khan zitiert. Im Gegensatz zum HSV, der mit seinen vielschichtigen Strukturen den nach größtmöglicher Macht strebenden Magath letztlich abschreckte, erwartet den 60-Jährigen in London ein ihm angenehmeres Arbeitsumfeld.

          „Ich bin besonders beeindruckt von dem Ruf den Felix (Magath) dafür hat, in schwierigen Zeiten oft spät in einer Saison, einen Klub zu übernehmen und ihn dann sein Potenzial abrufen lässt - und sogar noch mehr“, sagte Khan. Diese Vorschusslorbeeren erwiderte Magath nicht minder freundlich. „Dieser traditionsreiche, großartige Verein und sein Besitzer Shahid Khan haben mich völlig überzeugt und mir die Verantwortung als Manager übertragen. Dem Klub und dem Eigentümer danke ich für dieses Vertrauen.“

          Hamburg wäre für Magath eine Herzensangelegenheit gewesen. Doch die Strukturen verhinderten ein Engagement. „Leider beharren im HSV zu viele der alten Kräfte auf ihren Positionen, sind an einem ehrlichen Neuanfang nicht interessiert“, hatte Magath am Donnerstag an die „lieben HSV-Fans“ bei Facebook geschrieben. Auf weniger Post im Internet müssten sich seine Anhänger nun einstellen, schrieb Magath am Freitag und bat um Nachsicht.

          Der Job im Westen Londons wird nicht einfach. 20 Punkte nach 26 Spielen stehen am Craven Cottage zu Buche. Das nächste Punktspiel steht wegen des Pokalwochenendes erst am 22. Februar an. Gegner ist West Bromwich Albion - vier Punkte vor Fulham plaziert.

          Rene Meulensteen muss gehen beim FC Fulham

          Verwirrung herrschte zunächst, weil über die Zukunft des bisherigen Trainers René Meulensteen keine Angaben gemacht wurden. Er wurde von den Fulham-Bossen offenbar einfach vergessen. Im Interview bei der BBC musste der Niederländer seine Entlassung selbst verkünden. Dieses Schicksal möchte Magath beim Klub, der den Hamburger SV 2010 im Halbfinale der Europa League ausschaltete, sicherlich nicht eines Tages selbst erleben. „Sie haben den Panik-Knopf gedrückt, aber so ist Fußball“, sagte der Niederländer Meulensteen am Samstag im BBC Radio 5.

          Bis Oktober 2012 hatte Magath den VfL Wolfsburg trainiert, den er vor seinem Wechsel zu Schalke 04 in einer ersten Amtszeit 2009 sensationell zum deutschen Meistertitel geführt hatte. Auch mit dem FC Bayern wurde er zweimal nationaler Champion sowie Pokalsieger. Berühmt gemacht hatten ihn seine harten Trainingsmethoden und die Rettungsmissionen bei Werder Bremen, Eintracht Frankfurt und dem VfB Stuttgart.

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