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Premier League : Manchester United trennt sich von Trainer Solskjaer

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Da war Schluss: Ole Gunnar Solskjaer ist nicht länger bei Manchester United angestellt. Bild: AP

Eine 1:4-Blamage gegen den FC Watford gibt Ole Gunnar Solskjaer den Rest: Manchester United und sein zuletzt erfolgloser Cheftrainer gehen künftig getrennte Wege. Der Klub drückt sein „Bedauern“ aus.

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          Für Manchester United war es die nächste fürchterliche Blamage. In der Premier League hat Englands seit Jahren taumelnder Rekordmeister von den vergangenen sieben Spielen nur eins gewonnen und fünf verloren, darunter waren ein 0:5 gegen den FC Liverpool und ein schmeichelhaftes 0:2 gegen den Stadtrivalen Manchester City. Und am Samstag unterlag die Mannschaft dem Watford FC – vor dem Spiel 17. in der Tabelle – 1:4, auch in dieser Höhe vollkommen gerecht. Trainer Ole Gunnar Solskjaerging nach dem Schlusspfiff in die Kurve zu den mitgereisten Fans, bekam dort aber nicht mehr die sonst übliche Unterstützung, sondern musste erstmals auch hörbare Anfeindungen hinnehmen. Spielmacher Bruno Fernandes, der einen schaurigen Tag erwischt hatte, nahm Solskjaerdaraufhin vor dem enttäuschten Anhang in Schutz und lenkte die Schuld auf sich und seine Mitspieler.

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          United hat vor der Saison rund 140 Millionen Euro für Zugänge ausgegeben: Cristiano Ronaldo kam aus Turin, Raphaël Varane von Real Madrid und Jadon Sancho von Borussia Dortmund. Das Ziel war klar: endlich wieder ernsthaft um die Meisterschaft mitspielen, die der Klub zuletzt 2013 gewinnen konnte. Jetzt aber ist United nach zwölf Saisonspielen auf den siebten Platz abgerutscht. Gegen Watford präsentierte sich das Team abermals in einem desolaten Zustand, vor allem die Abwehr war miserabel organisiert, Kapitän Harry Maguire sah Mitte der zweiten Halbzeit innerhalb von sieben Minuten für tölpelhafte Fouls Gelb-Rot und schwächte seine Mannschaft dadurch zusätzlich. Solskjaersah auf seiner Bank zunehmend ratlos aus. Da wusste er wohl schon, was auf ihn zukam.

          Interimslösung bis zum Saisonende

          Es war sein letztes Spiel als Trainer von Manchester United. Am Sonntagmorgen bestätigte der Klub, worüber vorher unter anderem die BBC berichtet hatte. „Mit Bedauern haben wir diese schwierige Entscheidung getroffen“, hieß es in der Mitteilung zu Solskjærs Entlassung: „Während die vergangenen Wochen enttäuschend waren, sollten sie nicht all die Arbeit verbergen, die er in den vergangenen drei Jahren geleistet hat, um das Fundament für den langfristigen Erfolg wieder aufzubauen.“ Solskjærs Platz in der Klubgeschichte bleibe davon unangetastet. Seinen Platz auf der Trainerbank übernimmt dagegen schon beim Champions-League-Gruppenspiel gegen den FC Villarreal am Dienstag Ko-Trainer Michael Carrick, während der Vorstand nach einer Interimslösung bis zum Saisonende sucht.

          Als solche war auch Solskjaerim Dezember 2018 angetreten. Nach dem Rauswurf seines Vorgängers José Mourinho sollte der Norweger, der im roten Teil Manchesters wegen seiner Verdienste als Spieler Heldenstatus genießt, die Stimmung heben und eine ganz und gar verkorkste Saison halbwegs würdevoll zu Ende bringen. Er machte seine Sache gut, von 19 Spielen als Interimstrainer gewann er 14, und so erhielt er im März 2019 einen Vertrag als Cheftrainer. Titel gewann er mit United keine; im Mai unterlag United im Finale der Europa League Villarreal im Elfmeterschießen. Erst im Juli legte United ihm trotzdem einen neuen, bis zum Sommer 2024 laufenden Vertrag vor.

          „Es fällt mir schwer zu erklären, warum wir gespielt haben, wie wir gespielt haben“, sagte Solskjaernach der Niederlage in Watford resigniert. Torwart David de Gea fand deutlichere Worte. Er beschrieb die Leistung des Teams als „peinlich“ und als „den nächsten Albtraum“. Angesichts der Qualität im Kader sei nicht zu rechtfertigen, dass es so miserabel laufe: „Wir wissen nicht, was wir mit dem Ball machen sollen. Wir bekommen viele Gegentore.“ Es fällt schwer, das nicht auch als Kritik am Trainer zu lesen – zumal es zuletzt Berichte gab, wonach Solskjaer das Vertrauen wichtiger Spieler verloren haben sollte.

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