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Eurogoals: FAZ.NET mit DAZN : Schock für Klopp – Guardiola sieht „Unglaubliches“

„Schwer zu ertragen“ war das Remis gegen Newcaslte für Liverpool-Trainer Jürgen Klopp. Bild: EPA

Manchester gewinnt den Ligapokal. Entsetzen bei Liverpool. Werner trifft für Chelsea. Inter marschiert weiter. Barcelona macht Druck auf Real. Kovac jubelt. Sehen Sie Europas Fußball-Wochenende im Video.

          4 Min.

          In der dritten Minute der Nachspielzeit atmete Jürgen Klopp ganz tief durch. Das Tor zählte nicht. Das Tor des Gegners. Es zählte nicht, weil Stürmer Callum Wilson von Newcaslte United beim Stand von 1:0 für den FC Liverpool kurz vor dem Schlusspfiff der Ball an die Hand gesprungen war. Der Ball kam aus kurzer Distanz, abgeprallt von Liverpools Torhüter Alisson, auf den Wilson kurz zuvor noch geschossen hatte und den Wilson kurz danach dann auch tatsächlich überwand. Dazwischen aber, und das sah der Video-Assistent, berührte er den Ball mit seiner Hand, auch wenn er kaum eine Chance hatte, dies zu verhindern. Der Schiedsrichter musste eine Entscheidung treffen. Und er traf eine: Das Tor, das den Ausgleich für den Tabellen-16. in der Nachspielzeit bedeutet hätte, zählte nicht.

          Jan Ehrhardt
          Sportredakteur.

          In der fünften Minute der Nachspielzeit aber, eigentlich hätte es nur vier Minuten geben sollen, stand Liverpool-Trainer Klopp plötzlich mit ausdrucksloser Miene am Spielfeldrand. Um ihn herum herrschte Entsetzen. Nebenan, in der Coaching-Zone seines Gegners, brach Hektik aus. Trainer und Ersatzspieler sprangen auf und stürmten auf das Feld, hin zu Joe Willock, der ihnen wild jubelnd entgegensprintete. Nach 94 Minuten und 57 Sekunden hatte der 21 Jahre alte Brite doch noch das geschafft, was nach der Aufregung kurz zuvor im Stadion an der Anflied Road kaum einer für möglich gehalten hatte. Nach einem hohen Pass in die Spitze traf Willock mit der letzten Aktion des Spiels doch noch zum 1:1, dieses Mal zählte das Tor auch, und Liverpool war geschockt.

          Denn dieses Remis, dass sich für Klopp und seine Profis nach der frühen Führung durch Mohamed Salah (3.) wie eine Niederlage anfühlen musste, bedeutete für die „Reds“ einen weiteren herben Rückschlag im Kampf um die Champions-League-Qualifikation. Platz sechs in der Tabelle mit vier Punkten Rückstand auf Platz vier, der noch zur Teilnahme an der Königsklasse berechtigt, könnte im Saisonendspurt zu wenig sein. „Da haben wir, soweit ich mich erinnern kann, das erste Mal Glück mit dem VAR (Video-Assistenten, d. Red) und dann nehmen wir das Geschenk nicht an, sondern geben ihnen noch eins“, sagte Klopp später wütend. „Die Frustration liegt bei 150 Prozent. Es ist schwer zu ertragen.“ Damit nicht genug. Weiter meinte der Deutsche: „Ich habe heute nicht gesehen, dass wir es uns verdient haben, nächstes Jahr Champions League zu spielen.“

          Auf dem wichtigen weil entscheidenden vierten Platz der Premier League steht derzeit der von Thomas Tuchel trainierte FC Chelsea. Warum? Weil die „Blues“ im wichtigen Duell mit dem zuvor punktgleichen Tabellennachbarn West Ham United 1:0 gewannen. Das entscheidende Tor in diesem London-Derby erzielte Nationalspieler Timo Werner, was seinen Trainer sichtlich freute. Noch größer aber dürfte die Freude über den Sieg gewesen sein, denn der brachte gleich noch einen Vorsprung von drei Punkten auf das nun fünftplatzierte West Ham mit sich.

          Deutlich schlechter läuft es für den FC Arsenal. Ein selbsternannter Super-Klub für die Super League, einer, der sich selbst zur europäischen Elite zählt. Die Realität aber sieht anders aus: Nach dem 0:1 gegen den FC Everton, bei dem Torhüter Bernd Leno ein folgenschwerer Fehler unterlief, liegen die „Gunners“ mit gerade einmal 46 Punkten auf Platz zehn der Tabelle, und das bei zwei Spielen Vorsprung auf Verfolger Aston Villa, der nur zwei Punkte Rückstand hat. In der kommenden Saison dürfte das internationale Geschäft, also das für die Mannschaften, die sich dafür sportlich qualifizieren, sehr wahrscheinlich ohne den FC Arsenal stattfinden.

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