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England-Blase für Fußballelite : „Ich bin 66, und das Letzte, was ich brauche, ist Covid“

  • -Aktualisiert am

Sorgt sich um seine Sicherheit: Trainer Sam Allardyce von West Bromwich Albion Bild: Reuters

Im Großbritannien sorgen drastisch steigende Infektionszahlen und überlastete Krankenhäuser für einen dritten nationalen Lockdown. Der Profifußball macht allerdings weiter – und die Kritik daran nimmt zu.

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          Die Briten beschwören im Kampf gegen das Coronavirus ihren Zusammenhalt. Der wurde seit dem Brexit-Referendum im Sommer 2016 auf eine harte Probe gestellt, aber die Pandemie scheint viele Menschen wieder zueinanderzuführen. Einzelne wie der Veteran Captain Tom Moore wurden zu Symbolen der wiederentdeckten Verbundenheit: Moore wollte in den Tagen bis zu seinem einhundertsten Geburtstag im April des vergangenen Jahres eintausend Pfund für den Gesundheitsdienst NHS und dessen Mitarbeiter einsammeln und rief zu Spenden auf; als Gegenleistung würde er hundert Runden durch seinen Garten laufen – zehn Runden pro Tag. Das Fernsehen wurde auf die Geschichte aufmerksam und berichtete live aus Moores Garten, die Bilder des mit eisernem Willen über sein Gehgestell gebeugten Mannes gingen um die Welt. Am Ende lag die Spendensumme bei fast 33 Millionen Pfund.

          Zu der Zeit befand sich Großbritannien gerade im ersten nationalen Lockdown. Die Industrie stand praktisch still, auch der Spitzensport wie die Fußball-Premier-League pausierte für Monate. Anfang der vergangenen Woche wurde angesichts drastisch steigender Infektionszahlen und überlasteter Krankenhäuser der dritte nationale Lockdown verhängt, allerdings – wie schon beim zweiten Lockdown – mit Ausnahmen für den professionellen Sport. Die Bürger sind dazu aufgerufen, wenn möglich zu Hause zu bleiben; nicht essentielle Geschäfte, Gastronomiebetriebe und Schulen bleiben abermals geschlossen, aber der Fußball geht fast unbeirrt weiter.

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