https://www.faz.net/-gtl-af3hh

60 Spieler nicht freigegeben : Premier-League-Klubs verweigern Abstellung

  • Aktualisiert am

Darf nicht zum Länderspiel mit Ägypten: Liverpool-Profi Mohamed Salah Bild: Reuters

Rote Liste: Die englische Fußball-Liga stellt keine Profis für WM-Qualifikationsspiele in bestimmten Ländern ab. Die Entscheidung betrifft fast 60 Spieler aus 19 Premier-League-Klubs.

          2 Min.

          Die Klubs der Premier League werden keine Spieler für WM-Qualifikationsspiele in jene Länder abstellen, die wegen der Corona-Pandemie auf der so genannten Roten Liste der britischen Regierung stehen. „Widerstrebend, aber einstimmig“ hätten die Vereine dies am Dienstag beschlossen, teilte der Ligaverband mit.

          Die Entscheidung betrifft den Angaben zufolge fast 60 Spieler aus 19 Premier-League-Klubs, die im September in 26 Länder der Roten Liste reisen sollten. Auf der Roten Liste stehen überwiegend Länder in Südamerika und Afrika. Einreisende aus diesen Ländern müssen sich für zehn Tage in Hotelquarantäne begeben. Die nächsten Qualifikationsspiele zur Weltmeisterschaft in Qatar finden vom 2. bis 10. September statt.

          Keine Ausnahmen

          Im Vorfeld der Entscheidung seien umfangreiche Gespräche sowohl mit dem nationalen Fußball-Verband (FA) als auch mit der Regierung mit dem Ziel von Ausnahmegenehmigungen geführt worden. „Aber aufgrund anhaltender Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Gesundheit in Bezug auf ankommende Reisende aus Ländern der Roten Liste wurde keine Ausnahme gewährt“, teilte die Premier League mit.

          Wissen war nie wertvoller

          Lesen Sie jetzt F+ 30 Tage kostenlos und erhalten Sie Zugriff auf alle Artikel auf FAZ.NET.

          JETZT F+ LESEN

          Die Teams argumentieren nun, dass eine Zehn-Tage-Quarantäne nicht nur das Wohlergehen und die Fitness der Spieler erheblich beeinträchtigen würden. Sie stünden zudem nicht für die Vorbereitung auf zwei Spieltage der Meisterschaft, einen Europacup-Spieltag und die dritte Runde im nationalen EFL-Pokal zur Verfügung. „Die Klubs der Premier League haben immer den Wunsch ihrer Spieler unterstützt, ihr Land zu vertreten – dies ist für alle Beteiligten eine Frage des Stolzes“, sagte Geschäftsführer Richard Masters. Unter diesen Umständen aber es sei unzumutbar, Spieler freizugeben.

          Auch Spanien will Abstellung verweigern

          Die spanische Profi-Liga will derweil ebenfalls alle Fußball-Klubs des Landes unterstützen, die sich dafür entscheiden, keine Spieler für die anstehenden WM-Qualifikationsspiele in Südamerika abzustellen. Anders als die Vereine der Premier League gibt LaLiga allerdings nicht die Corona-Pandemie als Grund an. Man könne die „schwerwiegende einseitige Entscheidung“ des Weltverbandes FIFA, den Abstellungszeitraum für Südamerika um zwei auf insgesamt elf Tage zu verlängern, nicht akzeptieren, hieß es in einer am späten Dienstagabend veröffentlichten Mitteilung. Man werde notfalls auch gerichtlich dagegen vorgehen.

          Die betroffenen Profis würden ihren Teams wegen der Verlängerung an dem für den 11. und 12. September angesetzten Spieltag nicht zur Verfügung stehen, hieß es. Bisher seien von dem Problem 13 Klubs betroffen, die insgesamt 25 Spieler abstellen müssten. Diese Zahl könne sich nach der ausstehenden Bekanntgabe der Kader von Ecuador und Venezuela sogar noch erhöhen.

          Die Profiliga will die betroffenen Vereine in den nächsten Tagen zu einer Krisensitzung einbestellen, um das Vorgehen abzustimmen. Die Verlängerung des Abstellungszeitraums für die WM-Qualifikationsspiele in Südamerika gilt auch für die Länderspielpause Anfang Oktober. Davon wären auch Bundesliga-Vereine betroffen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Corona-Debatte bei Anne Will

          TV-Kritik: Anne Will : Für die Ampel gibt es keine Schonfrist

          Bei Anne Will geht es um die vierte Corona-Welle, um Versäumnisse der alten Regierung und Pläne der neuen Koalition. Dann platzt einem Gast der Kragen. Und Anne Will taucht ab.
          „Abgesagt“ – volle Bundesligastadien, volle Clubs und zahlreiche andere Veranstaltungen mit vielen Besuchern wird es in naher Zukunft wohl nicht mehr geben.

          F.A.Z. Frühdenker : Kommt es zu neuen Kontaktbeschränkungen?

          Auch wegen der neuen Omikron-Variante fordern Politiker und Wissenschaftler schärfere Corona-Regeln. In Wien wird wieder über das Atomabkommen mit Iran verhandelt. Und in New York startet der Prozess gegen Ghislaine Maxwell. Der F.A.Z.-Newsletter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.