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Premier League : „In meiner Mannschaft gibt es keine Heulsusen“

  • Aktualisiert am

Obenauf: Manchester United nach dem Sieg bei Arsenal London Bild: REUTERS

Manchester United hat Arsenal London aus dem Titelrennen geworfen. Die „Red Devils“ kämpften sich nach zwei Rückständen zurück in die bisweilen überharte Spitzenpartie und siegten - am Ende in Unterzahl - mit 4:2.

          Arsene Wenger, Teammanager des englischen Fußball-Meisters Arsenal London, hatte es schon vor dem Spitzenspiel gegen Manchester United geahnt: „Wer verliert ist raus aus dem Titelrennen.“

          Nach der 2:4 (2:1)-Niederlage der „Gunners“ aus London stellte der Franzose folgerichtig fest: „Für uns ist es jetzt vorbei.“ Nachvollziehbar, bei zwei Punkten Rückstand auf „ManU“ und gar zehn auf den Tabellenführer und Lokalrivalen FC Chelsea, der seinen Vorsprung bei den Blackburn Rovers noch auf ausbauen könnte.

          Lehmann-Rivale mit entscheidendem Patzer

          Auch wenn Wenger keinem seiner Spieler alleine die Schuld für die erste Heimniederlage seit Mai 2003 geben wollte: Torhüter Manuel Almunia, der abermals den Vorzug vor dem deutschen Nationalkeeper Jens Lehmann erhielt, machte den spielentscheidenden Fehler. „Das dritte Tor hat uns den Todesstoß versetzt. Davon haben wir uns nicht mehr erholt“, sagte Wenger über den Fehler des Spaniers vor dem 2:3.

          Arsenals ging schon nach acht Minuten mit 1:0 in Führung

          Almunia hatte sich auf dem rechten Flügel Manchesters Ryan Giggs vor die Füße geworfen, konnte dessen Flanke auf Cristiano Ronaldo jedoch nicht verhindern. Der Portugiese schob zum 2:3 ein (58.), das 2:4 von John O'Shea besiegelte Arsenals Niederlage (89.). Zuvor hatten Patrick Vieira (9.) und Dennis Bergkamp (35.) die „Gunners“ zweimal in Führung geschossen, der überragende Giggs (19.) und Ronaldo (55.) glichen jeweils für Manchester aus.

          Ferguson: Wir sind in einer großartigen Form

          „Wir sind zweimal zurückgekommen. Das beweist, daß wir Charakter haben. In meiner Mannschaft gibt es keine Heulsusen. Das haben wir heute gezeigt“, lobte „Manchesters Trainer Sir Alex Ferguson die Moral der „Red Devils“: „Wir sind in einer großartigen Form. Sollte Chelsea Schwächen zeigen, sind wir bereit, diese zu nutzen.“

          Manchester hielt dem Sturmlauf der Gastgeber mit zehn Mann stand, nachdem Abwehrspieler Mikael Sylvestre nach einem Kopfstoß gegen Freddie Ljungberg die Rote Karte gesehen hatte (69.). Der Aussetzer des französischen Nationalspielers war der negative Höhepunkt in einer bisweilen überhart geführten Partie. Knapp 50 Fouls und sechs Gelbe Karten sprechen eine deutliche Sprache.

          Rangeleien im Spielertunnel

          Schon vor dem Anpfiff war es im Kabinengang zu einer Rangelei zwischen „ManU“-Kapitän Roy Keane und seinem Pendant Patrick Vieira gekommen. „Vieira hat sich mit Gary Neville angelegt. Er dachte wohl, der sei ein leichtes Opfer. Da habe ich gesagt: 'Komm doch her und probier's mal mit mir'“, beschrieb Keane die Situation. Vieira sah das naturgemäß anders und meinte: „Gary ist ein großer Junge und hätte das selbst regeln können.“ Schon beim Hinspiel im Oktober, als „ManU“ mit einem 2:0 Arsenals Serie von 49 Spielen ohne Niederlage beendet hatte, hatte es Auseinandersetzungen im Spielertunnel gegeben. Ferguson wurde dabei mit Pizza und Suppe beworfen. „Battle of the Buffet“ titelte der englische Boulevard damals.

          Während „Fergie“ seinen Gegenüber Wenger damals als „schlechtesten Verlierer aller Zeiten“ beschimpfte und einen wochenlangen „Krieg der Worte“ auslöste, hatte er diesmal keinen Grund zur Klage. Wenger gratulierte dem Schotten zum Sieg und räumte ein: „Manchester hat tatsächlich noch eine kleine Chance auf die Meisterschaft.“ Auch Vieira hatte sich nach dem Abpfiff wieder gefangen: „Wir haben gegen ein besseres Team verloren. Hut ab vor United. Sie sind beim Stand von 1:2 nicht in Panik verfallen, haben Geduld bewiesen und füreinander gekämpft.“

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