https://www.faz.net/-gtl-ag9yq

Manchester City gewinnt : Guardiola überlistet Tuchel

  • Aktualisiert am

Kennen sich auch noch aus der Bundesliga: Thomas Tuchel (rechts) und Pep Guardiola Bild: AP

In der Neuauflage des Champions-League-Finals setzt sich Manchester City mit 1:0 beim FC Chelsea durch. Einen deutschen Gewinner sucht Bundestrainer Flick auf seiner Rundreise aber vergeblich.

          1 Min.

          Hansi Flick plauderte angeregt mit Sitznachbar Michael Ballack, er scherzte und lachte mit seinem Assistenten Danny Röhl. Doch wirklich gefallen konnte dem Bundestrainer nicht, was er auf seiner Groundhopping-Tour in London sah. Timo Werner: bemüht, aber völlig ungefährlich. Antonio Rüdiger: eher unglücklich. Kai Havertz: als Joker ohne große Wirkung. Und Ilkay Gündogan: verletzungsbedingt gar nicht dabei.

          Einen deutschen Gewinner konnte Flick beim Topspiel der Premier League zwischen dem FC Chelsea und Manchester City wahrlich nicht ausmachen. Kein Wunder: Thomas Tuchels „Blues“ unterlagen den „Skyblues“ in der Neuauflage des Champions-League-Finals verdient 0:1. Im vierten Insel-Vergleich hatte Pep Guardiola seinen früheren Lehrling „endlich überlistet“ (Daily Mail) und Revanche genommen für die bittere Pleite am 29. Mai.

          „Einfach nicht gut genug“

          „Diesmal“, sagte der Katalane, „war es fantastisch. Wir haben beim Champions-League-Sieger gewonnen, das macht mich stolz.“ Tuchel hatte ihm nachdem Schlusspfiff zerknirscht die Hand gereicht, zu einer kurzen Umarmung murmelte er knapp: „Congratulations.“

          Dass er Werner erstmals an der Seite von Romelu Lukaku stürmen ließ, sei „ein spektakulärer Fehlschlag“ gewesen, urteilte die Sun. Kein einziger Schuss aufs Tor, nur elf Ballkontakte im gegnerischen Sechzehner – Chelsea, gestand Tuchel ein, war „einfach nicht gut genug“. Ja, auch er müsse sich hinterfragen, die Aufstellung sei aber „nicht entscheidend“ gewesen.

          Ruben Dias (rechts) setzt sich gegen Timo Werner durch, genau wie Manchester City gegen Chelsea.
          Ruben Dias (rechts) setzt sich gegen Timo Werner durch, genau wie Manchester City gegen Chelsea. : Bild: Picture-Alliance

          Dass sein Team „niemals“ sein höchstes Niveau erreicht habe, sei, sagte der deutsche Trainer, vielmehr eine Frage der „Mentalität“ gewesen. Und der Fähigkeit Guardiolas, aus Fehlern zu lernen. Die Kritiker an seiner Aufstellung im Champions-League-Finale, gab er zu, hätten ja recht gehabt. Mit Rodri als Sechser hatte City diesmal viel mehr Kontrolle. Inspiriert, sagte der Coach, habe ihn der Ryder Cup und der Zusammenhalt der Golfer.

          Gabriel Jesus belohnte eine überlegene Vorstellung in der 53. Minute mit dem Siegtreffer im „Oil Firm Derby“, wie Spötter das Duell der Öl-alimentierten Reichenklubs nennen. Mit 13 Punkten aus sechs Spielen zog City am punktgleichen Chelsea vorbei auf Rang zwei, der Rückstand auf Tabellenführer FC Liverpool (3:3 beim FC Brentford) schmolz auf einen Punkt. „Es ist unglaublich, was diese Spieler geleistet haben“, sagte Guardiola.

          Nächster Prüfstein: Paris Saint-Germain in der Königsklasse am Dienstag (21 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei Sky), Chelsea spielt tags darauf bei Juventus Turin. Flick schaut dann nicht mehr zu – der Bundestrainer besucht die Spiele in Dortmund und München.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Mateusz Morawiecki und Ursula von der Leyen am Donnerstag in Brüssel

          EU-Gipfel in Brüssel : Fast alle gegen Polen

          Der Streit über die Rechtsstaatlichkeit in Polen geht auch auf dem EU-Gipfel weiter. Ministerpräsident Morawiecki will nicht nachgeben. Sein Land werde nicht „unter dem Druck von Erpressung“ handeln.
          In sieben Wochen Kanzler? Kurz nach Nikolaus will sich Olaf Scholz vom Bundestag wählen lassen.

          Ampel-Koalition : So wollen SPD, Grüne und FDP verhandeln

          300 Unterhändler machen für SPD, Grüne und FDP die Einzelheiten des Koalitionsvertrags aus. In 22 Arbeitsgruppen ringen sie um Kompromisse. Doch die harten Nüsse müssen die Parteichefs selbst knacken.
          Wegen der Cum-Ex-Aktiendeals musste Olaf Scholz im April vor einem Untersuchungsausschuss in der Hamburger Bürgerschaft aussagen.

          „Cum-Cum“ : 140 Milliarden Euro Beute durch Steuertricksereien

          Die „Cum-Ex“-Deals sind inzwischen bekannt. Doch auch mithilfe anderer Modelle sollen Banken dem Fiskus Geld aus der Tasche gezogen haben – weit mehr als bisher gedacht. Möglicherweise dauert das auch immer noch an.
          Schwierige Logistik: Impfung in einer Siedlung nahe Durban, Südafrika

          Corona in Afrika : Der durchseuchte Kontinent?

          Eine Münchner Studie legt nahe, dass sehr viele Afrikaner schon eine Corona-Infektion durchlitten haben, ohne es selbst zu wissen. Wenn das so ist, brauchte man weniger Impfstoff. In der Theorie.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.