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Finale der Nations League : Und der erste Gewinner ist ... Portugal

Portugal und Kapitän Cristiano Ronaldo freuen sich über den Titel. Bild: Reuters

Cristiano Ronaldo hat schon viele Titel gewonnen – nun auch den erstmals vergebenen in der Nations League. Portugal besiegt die Niederlande 1:0 im Finale. Das Tor erzielt der Star nicht, im Mittelpunkt steht er dennoch.

          Mit 17 begann die Weltkarriere von Cristiano Ronaldo, mit 34 gibt es immer noch Neues für ihn zu gewinnen. Am Pfingstsonntag durfte er als Erster den Siegerpokal eines Wettbewerb entgegennehmen, der noch lange keinen nur annähernd großen Glanz verbreitet wie die Champions League, die er fünfmal gewann: der erstmals ausgetragenen Nations League. Doch den meisten der 50.000 Zuschauer in Porto war das egal, sie feierten drei Jahre nach dem EM-Titel ein Fußballfest in Rot und Grün. Anders als im Halbfinale gegen die Schweiz, als er alle drei portugiesischen Tore erzielt hatte, blieb Ronaldo diesmal zwar torlos. Das Siegtor zum 1:0 im Finale gegen die Niederlande erzielte sein Sturmkollege Goncalo Guedes in der 60. Spielminute. Doch als Kapitän Portugals war er wie immer der umjubelte Star – und durfte als Kapitän schließlich den Pokal als Erster hochreißen.

          Nations League
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          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Für Portugal war dieses Finale von Beginn an etwas Besonderes – die Chance, nach dem Europameistertitel auch den zweiten Titel zu gewinnen, den der europäische Fußball nun für Nationalteams zu vergeben hat. Nach den letzten Klängen der Nationalhymne feuerte Ronaldo sein Team entschlossen an – die Botschaft musste lauten, dem Gegner im Estádio do Dragão von Porto, dem Stadion des Drachen, richtig Feuer zu geben.

          Entsprechend bemühten sich die Niederländer, das Spiel und die eigenen Nerven zu beruhigen und die Ballkontrolle zu gewinnen. Das ging allerdings auf Kosten nahezu jeder Offensivgefahr, denn die Klasse der Angreifer Memphis Depay und Ryan Babel kann sich kaum mit der der Verteidiger Matthijs de Ligt und Virgil van Dijk messen – und, wie sich im Laufe des Spiels immer mehr herausstellen sollte, erst recht nicht mit der der gegnerischen Angreifer Ronaldo und Bernardo Silva, der als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde.

          Bis zur Pause allerdings rückte ein anderer in den Mittelpunkt, Bruno Fernandes, der vermutlich nächste portugiesische Spitzenexport. Der elegante Spielmacher von Sporting Lissabon initiierte flotte Angriffe, die er fünf Mal mit Torschüssen auch selbst abschloss. Nach einer halben Stunde zwang er Torwart Jasper Cillessen zu einer Parade im Tiefflug. Acht Minuten später geriet Fernandes‘ Direktschuss aus 17 Metern eine Spur zu hoch – die beste Chance bis zur Pause. Nach Wiederanpfiff erzwang Depay die erste große Chance der Niederländer, von Georginio Wijnaldum sprang der Ball beinahe ins Tor, doch Torwart Rui Patricio war auf der Hut.

          Dann wechselte Trainer Ronald Koeman zum zweiten Mal, brachte Donny van de Beek für Steven Bergwijn, und noch bevor die Niederländer sich sortiert hatten, lag der Ball in ihrem Tor. Den auf die Einwechslung folgenden Einwurf der Portugiesen lenkte Guedes flink auf Bernardo Silva weiter, folgte dann dem in die Tiefe startenden Kollegen auf dem Fuße. Silva fintierte, täuschte aus vollem Lauf einen Schuss aus halblinker Position an, spielte den Ball dann aber in blindem Verständnis quer in den toten Winkel im Rücken der Abwehr, wo wie erhofft Guedes auftauchte und aus 17 Metern flach ins rechte Eck traf. Cillessen kam noch an den Ball, konnte das Tor aber nicht verhindern.

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