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Fifa-Skandal : Politiker wollen Untersuchung der WM-Vergabe 2006

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Franz Beckenbauer vor dem Brandenburger Tor bei der WM 2006 Bild: dpa

Im Fifa-Skandal ist inzwischen jede WM-Vergabe der vergangenen Jahre verdächtig – nur bei der WM 2006 soll alles korrekt abgelaufen sein. In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung fordern Politiker nun einer Untersuchung.

          Die Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, Dagmar Freitag (SPD), hat eine Aufklärung der Gerüchte um die Vergabe der Fußball-WM 2006 durch den Internationalen Fußball-Verband (Fifa) an Deutschland gefordert: „Nach den Vorkommnissen der letzten Tage muss allen klar sein, dass hinter jeder einzelnen Vergabe einer Fifa-WM Fragezeichen auftauchen“, sagte Freitag der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Der Grünen-Politiker Özcan Mutlu hat in einem der F.A.S. vorliegenden Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und den für Spitzensport zuständigen Bundesinnenminister Thomas de Maizière eine Überprüfung der Bewerbung und die Veröffentlichung der Prüfungsberichte gefordert.

          „Bisher findet um die Vergabe der Fußball Weltmeisterschaft 2006 noch keine breite Diskussion statt. Umso größer sollte unser gemeinsames Interesse sein, zweifelsfrei deutlich zu machen, dass die Weltmeisterschaft 2006 ohne Korruption oder andere Vergünstigungen an Deutschland vergeben und ausgerichtet wurde“, sagte Mutlu. „Die Akten insbesondere des Bundeskanzleramts, des Auswärtigen Amts, des Bundesministeriums des Innern und des Bundesministeriums der Finanzen“ sollten mit Blick auf die Unterstützung der Bewerbungsprozesse um die WM 2006 und der Frauen-WM 2011 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

          Die Sportbeauftragte von Transparency International, Sylvia Schenk, unterstützte die Politiker: „Wir müssen wissen, was auf der politischen Ebene damals passiert ist. Es geht um Aktivitäten der früheren Bundesregierung, des Außenministeriums und in der deutschen Entwicklungshilfe. Wie sah der Lobbyismus der Deutschen aus?“, sagte Frau Schenk der F.A.S. Die bislang veröffentlichten Untersuchungsergebnisse der amerikanischen Justiz geben keinen Hinweis auf Korruption im Zusammenhang mit der WM-Vergabe 2006 an den Deutschen Fußball-Bund.

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