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Eurogoals: FAZ.NET mit DAZN : Eklat um Neymar – Torfestival für Klopp

Neymar hatte beim Pokalfinale nicht seinen besten Tag. Bild: Picture-Alliance

Ärger für Tuchel und Paris bei Pokalfinale. Guardiola profitiert von Technik. Trainer schenkt Gegner ein Tor. Blamage für Real Madrid. Barcelona Meister dank Messi. Sehen Sie Europas Fußball-Wochenende im Video.

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          Michel Platini ist längst von der Bildfläche des großen Fußballs verschwunden. Doch die Maßnahmen des früheren Präsidenten der Europäischen Fußball Union, der wegen einer Sperre zurücktrat, sind weiter präsent. So wird die Europameisterschaft 2020 in zwölf europäischen Städten ausgetragen. Platini verfügte auch, dass Pokale in den großen Uefa-Wettbewerben nicht mehr auf dem Rasen, sondern auf der Tribüne überreicht werden. So wollte er eine Nähe schaffen – und wohl manchen Funktionär noch besser ins Fernsehbild rücken. Doch die Nähe zum Zuschauer birgt auch Gefahren.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          Als die Spieler von Paris St. Germain nach dem überraschend verlorenen Pokalfinale gegen Stade Rennes die Stufen des Stade de France hinaufstapften, um sich ihre Silbermedaillen abzuholen, kam es zum Eklat. Ein Fan provozierte Neymar, dass er doch „Fußball spielen lernen“ solle. Das ließ sich der Brasilianer nicht gefallen. Er griff dem Provokateur in den Arm und fasste ihm dann ins Gesicht. Es ist nicht seine erste Entgleisung. Beim Champions-League-Aus gegen Manchester United pöbelte er gegen das Schiedsrichter-Gespannt. Die Folge: In der nächsten Saison muss er drei Spiele passen.

          Dabei war Neymars unerlaubtes Handspiel, für das er später um Entschuldigung bat, nur ein Thema eines unrühmlichen Abends für Paris. Kylian Mbappe sah nach einem bösen Foul in der Verlängerung die Rote Karte. Später ging das Elfmeterschießen verloren. Damit bleibt es neben der Meisterschaft und dem Sieg im Supercup bei zwei Titeln für Thomas Tuchel in seiner ersten Saison in Paris. Die Bilanz ist nicht schlecht, aber nicht das, was sich die Geldgeber aus Qatar erhofft haben. Der deutsche Trainer sagte, dass er natürlich weitermachen wolle. Doch vorher gibt es in Paris einiges aufzuarbeiten – nicht nur mit Neymar.

          In der englischen Premier League bleibt es beim Kopf-an-Kopf-Rennen an der Spitze. Verfolger FC Liverpool legte beim 5:0-Sieg über Absteiger Huddersfield Town locker vor. Naby Keita traf schon nach 15 Sekunden zur Führung, Sadio Mané und Mo Salah legten mit Doppelpacks jeweils nach.

          Spitzenreiter Manchester City hatte beim Spiel beim FC Burnley schon einige Mühe mehr. Am Ende entschieden knapp drei Zentimeter. Sergio Aguero schoss den Ball aufs Tor, ein Verteidiger kratzte in weg. Doch die Torlinientechnik zeigte, dass er dies erst hauchdünn hinter der Linie tat – 1:0 für City.

          Stadtrivale Manchester United verpasste es, der Champions League näher zu kommen. Im Topspiel gegen den FC Chelsea gab es nach Toren von Juan Mata und Marcos Alonso ein 1:1. Der FC Chelsea bleibt damit Vierter und trifft am Donnerstag im Europa-League-Halbfinale auf Eintracht Frankfurt.

          Die Tottenham Hotspur verloren erstmals in ihrem neuen Stadion ein Spiel beim 0:1 gegen West Ham United. Damit verpassten sie die vorzeitige Qualifikation zur Champions League und verpatzten auch die Generalprobe zum Halbfinale dort gegen Ajax Amsterdam. Michail Antonio traf für die Hammers.

          Den Ausrutscher des Londoner Rivalen nutzte der FC Arsenal nicht. Bei Leicester City gerieten die „Gunners“ ohne Mesut Özil nach einem zeitigen Platzverweis für Ainsley Maitland-Niles unter die Räder. Youri Tielemans und zwei Mal Jamie Vardy schossen den Meister von 2016 zum Sieg.

          In der kommenden Saison wird ein weiterer deutscher Trainer in Englands höchster Liga auf der Bank sitzen. Daniel Farke schaffte mit Norwich City den Aufstieg. Maßgeblich war das Gerüst des Teams, das aus Spielern besteht, die sich einst in der Bundesliga nicht wirklich durchsetzen konnten.

          Auch Sheffield United steigt auf – weil Leeds United auf kuriose Weise nur 1:1 spielte. Das Team von Marcelo Bielsa ging durch Mateusz Klich in Führung, obwohl ein Aston-Villa-Spieler benommen auf dem Rasen lag. Es gab wilde Tumulte inklusive einer Roten Karte. Bielsa wollte auf diese Art nicht treffen und ordnete an, dass der Gegner vom Anstoß weg ohne Gegenwehr ein Tor erzielen sollte.

          In der spanischen Primera Division sicherte sich der FC Barcelona schon drei Spieltage vor dem Ende seinen insgesamt 26. Titel. Die Leistung gegen Abstiegskandidat UD Levante war aber alles andere als meisterlich. Beim 1:0-Sieg war wieder einmal Lionel Messi mit seinem Tor entscheidend – als Joker.

          Den zweiten Platz festigte Atlético Madrid ebenfalls mit einem 1:0-Sieg. Im Gegensatz zu Barcelona aber ist der knappste aller Siege ein Markenzeichen der Elf von Diego Simeone. Dabei half ihr ein Eigentor von Real Valladolid. Joaquin köpfte wuchtig ins eigene Tor nach einer Hereingabe.

          Jeder blamiert sich so gut er kann – auch Real Madrid. Die Königlichen lassen die Saison austrudeln, nachdem sie die Qualifikation zur Champions League gesichert haben. Beim 0:1 beim Letzten Rayo Vallecano, einem Vorortklub von Madrid, zeigte die Elf von Zinedine Zidane ein schwaches Spiel.

          Meister ist Juventus Turin in der italienischen Serie A seit einer guten Woche. Nun ging es zum Derby d’Italia zu Inter Mailand. Radja Nainggolan brachte die Heimmannschaft in Führung, doch eine dritte Saisonniederlage für Juventus verhinderte Cristiano Ronaldo mit seinem Tor zum 1:1 in Halbzeit zwei.

          In der französischen Ligue 1 ging der Spielbetrieb am Wochenende ohne Meister Paris St. Germain und Stade Rennes, die im Pokalfinale standen, weiter. Olympique Lyon festigte Platz drei, der zur Champions-League-Qualifikation berechtigt. Bei Girondins Bordeaux gab es beim 3:2 ein wildes Spiel.

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