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3:0 in Saarbrücken : Leverkusen kommt mühelos ins Finale

  • -Aktualisiert am

Saarbrücken nur Zaungast: Leverkusen setzt sich locker durch. Bild: dpa

Große Hindernisse musste Bayer Leverkusen auf dem Weg ins Pokal-Endspiel nicht aus dem Weg räumen. Auch das 3:0 im Halbfinale über den 1. FC Saarbrücken fällt leicht.

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          Lukas Kwasniok hatte ein sogenanntes „Präfix“ zum großen Leitmotiv für die geplante Sensation erklärt. Im DFB-Pokal-Halbfinal-Spiel gegen Bayer Leverkusen müsse sein Team „widerlich“ auftreten und größtmöglichen „Widerstand“ leisten, hatte der Trainer des 1. FC Saarbrücken gesagt und in Anspielung auf die ungleiche Ausgangslage den amerikanischen Schriftsteller Napoleon Hill zitiert: „Jede Widrigkeit trägt den Keim eines noch größeren Vorteils in sich.“

          DFB-Pokal

          Doch auf dem Rasen scheiterten Kwasniok und sein Team an einem Widersacher, der einfach viel zu stark war. Bayer Leverkusen gewann souverän 3:0 beim saarländischen Viertligaklub und steht zum ersten Mal seit 2009 im Finale des DFB-Pokals.

          Der Leverkusener Trainer Peter Bosz hatte eine Offensivformation gefunden, die bestens für diese spezielle Herausforderung passte: einen Angriff voller vergleichsweise wendiger und kreativer Spieler mit Moussa Diaby, Kerem Demirbay, Paulinho und dem erst 17 Jahre alte Florian Wirtz. Abgesehen von wenigen Momenten hatte die Mannschaft nicht nur die erwartete Ballbesitzdominanz. Der Titelträger von 1993 fand auch immer wieder direkte Wege durch das dichte Saarbrücker Abwehrgestrüpp. Zum Beispiel in der 11. Minute, als Demirbay einen prächtigen Pass über die Abwehrkette der Saarländer spielte. Diaby war im richtigen Moment gestartet und verlängerte den Ball aus neun Metern geschickt ins Tor.

          Bayer hatte offensichtlich den Vorsatz gefasst, die eigenen Spielpraxisvorteile möglichst in Tore zu verwandeln, bevor die Saarbrücker sich nach fast drei Monaten ohne Wettkampf wieder an die Intensität so eines Fußballspiels gewohnt hatten. Dieses Halbfinale hatte gewissermaßen unter verkehrten Vorzeichen stattgefunden: Meist sind die Topklubs in der ersten Runde dieses Pokalwettbewerbs bei einem Viertligaverein zu Gast, wenn die Bundesliga noch nicht begonnen hat, die Klubs aus tieferen Ligen aufgrund ihre früher startenden Wettbewerbe aber schon voll im Saft stehen. Nun konnte Bayer in den zurückliegenden Wochen einen guten Wettkampfrhythmus entwickeln, während Saarbrücken sich an die vage Hoffnung klammern musste, solche Widrigkeiten irgendwie in einen Vorteil zu verwandeln.

          Der Wunsch blieb unerfüllt. Leverkusen hielt das Tempo hoch und arbeitete intensiv daran, die klassischen Außenseiterkräfte, die den DFB-Pokal so interessant machen, gar nicht erst wirksam werden zu lassen. Abgesehen von zwei, drei kurzen Phasen in der zweiten Hälfte ließ niemand nach und die Saarbrücker machten Fehler. Nach 20 Minuten wehrte Torhüter Daniel Batz, der Held der Achtel- und Viertelfinalerfolge des Außenseiters, einen Ball viel zu unkontrolliert ab, Lucas Alario hatte nicht viel Mühe, aus fünf Metern zum 0:2 zu treffen. Vermutlich hatten die Saarbrücker sich vorgenommen, immer mal wieder zu kontern, aber solche Ansätze beendete Leverkusen bereits in der Entstehung. Spektakuläre 84 Prozent Ballbesitz hatte die Werkself in der ersten Halbzeit.

          Nach der Pause spielte der 1. FC Saarbrücken dann zunächst etwas mutiger, aber gefährlicher war jederzeit Bayer 04. Und bei Karim Bellarabis 3:0 war schon zu sehen, dass die Kräfte und der Glaube bei der Heimmannschaft schwanden. Der Leverkusener Angreifer kam aus zehn Metern viel zu unbedrängt zum Abschluss und entschied die Partie. Am Ende musste das Ensemble von Trainer Bosz sich nur vorwerfen, die vielen Chancen der zweiten Hälfte nicht zu mehr Toren genutzt zu haben.

          Und für Saarbrücken ist ein Traum geplatzt, aber grämen müssen sie sich nicht. Sie haben als erster Viertligaverein überhaupt das Halbfinale des DFB-Pokals erreicht, und konnten sich im Verlauf des Wettbewerbs mit Einnahmen von insgesamt mehr als fünf Millionen Euro finanziell sanieren.

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