https://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/podolski-haelt-debatte-um-kimmich-fuer-uebertrieben-bas-bietet-gespraech-an-17611110.html

Nicht-Geimpfter Bayern-Profi : Podolski hält Debatte um Kimmich für übertrieben – Bas bietet Gespräch an

  • Aktualisiert am

Joshua Kimmich: Er hat eine Debatte übers Impfen angestoßen. Bild: EPA

„Ich verstehe nicht, warum man den Joshua Kimmich als Schwerverbrecher hinstellt“, sagt Lukas Podolski. Und die neue Bundestagspräsidentin Bärbel Bas würde sich mit Kimmich gern auf einen Kaffee treffen.

          1 Min.

          Der frühere Fußball-Weltmeister Lukas Podolski hält die Debatte um Impfzweifler Joshua Kimmich für übertrieben. „Ich verstehe nicht, warum man den Joshua Kimmich als Schwerverbrecher hinstellt, ich verstehe die Diskussion nicht“, sagte Podolski der Zeitung Bild am Sonntag. Es werde dem Nationalspieler des FC Bayern „nicht gerecht, ihn an den Pranger zu stellen für so etwas“, befand der 36-Jährige.

          Kimmich hatte zuletzt eingestanden, nicht gegen das Coronavirus geimpft zu sein. Das hatte bei teilweisem Verständnis heftige Kritik zur Folge. Er habe „persönlich noch ein paar Bedenken, gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht“, hatte der 26-Jährige erklärt.

          Die scheidende Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte der F.A.Z., es gebe „auf seine Fragen und Zweifel sehr gute Sachargumente, die allgemein verfügbar sind“. Daher hoffe sie, dass Kimmich seine Entscheidung noch einmal überdenkt. „Er ist ja als sehr reflektierter Fußballer bekannt“, sagte die CDU-Politikerin.

          Podolski indes bekräftigte: „Jeder kann selber entscheiden, was er macht.“ Er selbst hatte sich ungeimpft mit dem Coronavirus infiziert, erlebte nach eigenen Angaben aber nur einen leichteren Verlauf der Erkrankung mit grippeähnlichen Symptomen. Jeder Fußballprofi werde von Vereinen und Ärzten über die Risiken und Nebenwirkungen einer Impfung aufgeklärt, sagte Podolski. „Man hat das gute Recht als Joshua Kimmich - oder anderer Spieler - zu sagen: Ich möchte mich noch nicht impfen lassen“, fügte Podolski hinzu.

          Gerüchte über Langzeitfolgen aufklären

          Die neue Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) bot Kimmich unterdessen ein Gespräch über Corona und Impfstoffe an. „Ich treffe mich gerne mit Joshua Kimmich auf einen Kaffee. Denn ich bin ihm sogar dankbar, dass er die Debatte über Langzeitfolgen der Impfungen vor dem Winter noch einmal angestoßen hat“, sagte Bas der Düsseldorfer Zeitung Rheinische Post.

          Am Beispiel des prominenten Fußball-Profis sollten Politiker und Wissenschaftler stärker Gerüchte von Langzeitschäden aufklären. „Vielleicht lassen sich dann noch mehr Menschen von einer Impfung überzeugen, bevor sie von der vierten Welle erwischt werden, die jetzt rollt. Insofern kommt die Äußerung von Joshua Kimmich aus meiner Sicht zum richtigen Zeitpunkt“, sagte die bisherige Gesundheitspolitikerin Bas. Trotz millionenfacher Impfungen gebe es keine Hinweise auf Langzeitschäden durch Vakzine gegen das Coronavirus.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Chinas Präsident Xi Jinping

          China schottet sich ab : Gefangen in der Echokammer

          China schottet sich zusehends ab. Austausch und Dialog sind kaum noch möglich. Das hat einschneidende Folgen für das Verhältnis zu den Amerikanern – aber auch zu den Deutschen.
          Kateryna Kholodova, Viktoriia Spyrydonova und Olena Sukhorukova (von links nach rechts)

          Ukrainische Flüchtlinge : Drei Frauen fangen neu an

          Als der Krieg in der Ukraine anfing, nahmen viele Flüchtlinge nur Wintersachen mit, in der Hoffnung, nach zwei Wochen zurückzukehren. Nun versuchen drei Frauen, ihr zerstörtes Leben in Deutschland wieder aufzubauen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.