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Essen im Elysee-Palast : Frankreich ermittelt wegen WM-Vergabe an Qatar

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2010 war Michel Platini Präsident der Europäischen Fußball-Union. Bild: AFP

Was genau passierte im Elysee-Palast bei einem Mittagessen im November 2010? Wurden dort Absprachen bezüglich der Vergabe der WM 2022 nach Qatar getroffen? Nun ermittelt die französische Justiz.

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          Die französische Justiz hat ein Ermittlungsverfahren wegen der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an Qatar eingeleitet. Das berichtet die „New York Times“ unter Berufung auf eine Sprecherin der Finanzstaatsanwaltschaft. Im Zentrum der Untersuchungen steht ein Mittagessen des früheren Präsidenten der Europäischen Fußball-Union Uefa, Michel Platini, mit dem damaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, Tamim bin Hamad Al Thani, dem heutigen Emir von Qatar, und Hamad Ben Jassem, damaliger Premierminister Qatars im November 2010 im Elysee-Palast, der Residenz des französischen Präsidenten.

          Damals sollen Absprachen bezüglich der Vergabe der Endrunde nach Qatar getroffen worden sein. Platini war in diesem Zusammenhang bereits zweimal verhört worden. Die qatarischen WM-Organisatoren bestreiten regelwidriges Verhalten im Bewerbungsprozess. Zuletzt waren in der Begründung der lebenslangen Sperre Ricardo Teixeiras, früheres Mitglied der Exekutive des Internationalen Fußball-Verbandes und Präsidenten des brasilianischen Fußballverbandes durch die Ethikkommission der Fifa neue Hinweise auf Geldzahlungen im Zusammenhang mit der qatarischen Bewerbung aufgetaucht.

          In den Beschluss der Kommission war die Zeugenaussage des Argentiniers Alejandro Burzaco im New Yorker Prozess wegen der Korruption im lateinamerikanischen Fußball einbezogen worden. Er hatte ausgesagt, dass Texeira sowie die Fifa-Exekutivmitglieder Nicolas Leoz und Julio Grondona wegen der WM-Vergabe 2022 Geld bekommen sollten. Allerdings geht daraus nicht hervor, aus welcher Quelle die angebliche Zahlungen stammten.

          In einem weiteren Verfahren haben die französischen Finanzstaatsanwälte gegen die qatarischen Medienunternehmer Nasser Al Khelaifi, zugleich Vorsitzender von Paris St.-Germain und Mitglied der Uefa-Exekutive, und Yousef Al Obaidly, wegen Zahlungen im Zusammenhang mit der Bewerbung Qatars um die Leichtathletik-WM 2017 angeklagt.

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