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Philipp Lahm im Gespräch : „Ich habe überhaupt keine Angst“

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„Wir müssen den Druck nach vorne erhöhen”: Der deutsche Kapitän Philipp Lahm Bild: dpa

Philipp Lahm, der jüngste Kapitän einer deutschen Nationalelf bei einer WM, ist vom Weiterkommen überzeugt. Vor dem Spiel gegen Ghana spricht er im Interview mit der F.A.Z. über deutsche Fehler und strenge Schiedsrichter bei der WM.

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          Philipp Lahm ist mit 26 Jahren der jüngste Kapitän einer deutschen Fußball-Nationalmannschat bei einer Weltmeisterschaft. Seine erste große Bewährungsprobe steht dem Nachfolger des verletzten Michael Ballack an diesem Mittwoch bevor (20.30 Uhr / FAZ.NET-WM-Liveticker). Dann ist er mitverantwortlich, ob sich die deutsche Elf gegen Ghana durchsetzen und das Achtelfinale erreichen kann oder nicht.

          Scheitert man an dieser Aufgabe, dann wäre ein deutsches Team erstmals bei einer Weltmeisterschaft in der Gruppenphase ausgeschieden. Daran mag der kleine Außenverteidiger vom FC Bayern gar nicht denken. Er ist vom Weiterkommen überzeugt. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung spricht Lahm über deutsche Fehler, Holger Badstuber und die Schiedsrichter bei der WM.

          Die französische Nationalelf bricht auseinander, England und Italien hängen durch. Warum geben einige europäische Fußballnationen derzeit bei diesem Turnier ein sehr schlechtes Bild ab?

          Wir dürfen nicht vergessen, dass viele kleinere Nationen aufgeholt haben. Deren Fußballer spielen in europäischen Topklubs, alles rückt oben an der Spitze noch enger zusammen. Und am Beispiel von Neuseeland sieht man, dass viele Mannschaften inzwischen sehr gut verteidigen können. Deshalb ist unsere Leistung nach den ersten zwei Spielen mit den vielen Torchancen, die wir uns erarbeitet haben, nicht hoch genug einzuschätzen. Das ist außergewöhnlich für dieses Turnier. Das zeigt unsere Qualität.

          Üben beim Rugby: „Das Passspiel muss wieder schneller werden”

          Aber Qualität bedeutet, Torchancen auch in Tore umzuwandeln. Ist die deutsche Chancenauswertung zu gering?

          Natürlich hätten wir gegen Serbien gerne unentschieden gespielt oder gewonnen. Mit elf Mann wäre das auch möglich gewesen. Es ist doch zu sehen, dass wir unheimlichen Druck nach vorne machen können. Das schaffen nicht viele hier.

          Lob und Kritik lagen in den vergangenen Tagen sehr nahe beieinander.

          Vor allem in der Außenbetrachtung unserer Mannschaft ging es hin und her. Nach dem ersten Spiel waren wir plötzlich WM-Favorit und das Finale war programmiert. Jetzt wird um uns gezittert. Intern haben wir uns immer realistisch eingeschätzt und unsere Fehler angesprochen, die noch da sind.

          Welche Fehler?

          Das Passspiel muss wieder schneller werden, wir müssen den Ball schneller von Station zu Station weiterleiten. Wir müssen den Druck nach vorne erhöhen. Gerade gegen Serbien ist das nicht so gut gelaufen. Aber ansonsten hat die Mannschaft zwei gute Spiele abgeliefert.

          Sie haben vor Turnierstart die Messlatte sehr hoch gehängt und gesagt, es sei die beste Nationalelf, in der Sie bisher gespielt hätten. Wollten Sie sich damit auch als Nachfolger von Michael Ballack als Kapitän positionieren?

          Ich habe eben diese Meinung und muss mich positionieren. Wir sind sehr breit aufgestellt, haben viele gute, technisch versierte Fußballer. Dazu sind wir kopfballstark, können schießen, sind robust und verfügen weiterhin über die deutschen Tugenden.

          Sie sind erstmals Kapitän bei einem Turnier. Was hat sich damit für Sie als Spieler geändert?

          Ich führe viel mehr Gespräche als vorher. Mit Spielern und dem Trainerteam.

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