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Trainer in München nach Eklat : Ein Mann mit speziellem Ruf

Passt das? In Esbjerg gab es Vorwürfe, in München soll es besser laufen. Bild: Imago

Bei seinem vorherigen Verein warfen die Spieler Peter Hyballa sexistische und erniedrigende Kommentare vor. Das streitlustige Führungspersonal von Türkgücü München sieht sich mit ihm bestens ergänzt.

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          An dem Morgen, an dem sich der fünfte Trainer in 14 Monaten in der Heinrich-Wieland-Straße in München vorstellt, geht Max Kothny ans Handy. „Wir wollen Ruhe im Klub“, sagt der Geschäftsführer von Türkgücü München, dem Tabellenzehnten der dritten Liga. Es sind aber nicht nur die ständigen Trainer- und Spielerwechsel, die diese Ruhe unmöglich gemacht haben, sondern vor allem das Verhalten der Führungsfiguren.

          Christopher Meltzer
          Sportkorrespondent in München.

          Sie legten sich zum Beispiel mit der Stadt München und auch dem Bayerischen Fußball-Verband (BFV) an, als dieser vor einem Jahr nicht ihren Klub, sondern Schweinfurt 05 für den DFB-Pokal nominierte. Es war Kothny selbst, der das BFV-Schiedsgericht damals ein „Micky-Maus-Gericht“ nannte. Und Hasan Kivran, der mächtige Mann im Klub, hat später erst seinen Rücktritt und dann seinen Rücktritt vom Rücktritt angekündigt.

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          Jetzt, in ihrer zweiten Saison im deutschen Profifußball, haben Kivran und Kothny nach nur neun Spieltagen mal wieder einen neuen Trainer eingestellt. Und eines verbindet man mit diesem nicht: Ruhe.

          Am Dienstag hat Peter Hyballa, 45 Jahre alt, sein erstes Training in der Heinrich-Wieland-Straße geleitet. Er wird erst am Tag vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund II am kommenden Samstag in der Öffentlichkeit sprechen, aber mindestens zwei Sachen lassen sich schon davor über ihn sagen: Er hat für viele Mannschaften in Deutschland und in Europa gearbeitet – und viele von ihnen nach nur einer Saison wieder verlassen. Oder sogar noch früher.

          „Ein anderes Bild von der Situation“

          Ein Fall ist besonders aktuell – und besonders fragwürdig. Im August hat Hyballa seinen Vertrag mit Esbjerg forenede Boldklubber (EfB), einem Zweitligaklub aus Dänemark, nach weniger als drei Monaten aufgelöst. Seine Spieler hatten davor gegen ihn protestiert. In einem offenen Brief, den 21 von ihnen unterschrieben hatten, warfen sie ihrem Trainer unter anderem sexistische und erniedrigende Kommentare vor. Einmal soll er einem Spieler gesagt haben: „Du hast größere Brüste als deine Frau.“

          Auf diesen Moment angesprochen, sagte Hyballa in einem Interview mit der Bild-Zeitung: „Ich werde meinem Spieler doch wohl noch sagen dürfen, wenn er zu viele Kilos auf den Rippen hat. (. . .) Es kann doch nicht sein, dass ein Trainer im Jahr 2021 so was nicht mehr seinen Spielern auf den Weg geben darf. Gut, der Witz kam nicht an.“ Er sprach später von einem „Komplott“, von „Rufmord“, von Verleumdungen von Boulevardmedien und der dänischen Spielergewerkschaft. Deren Vertreter Jeppe Curth hatte zuvor mitgeteilt: „Das, was in Esbjerg geschehen ist, sollte an keinem Arbeitsplatz in ganz Dänemark stattfinden.“

          Was sagen sie in München dazu? „Ich habe mit ihm darüber gesprochen, mit anderen darüber gesprochen“, sagt Max Kothny. „Das Thema ist für mich unbedeutend gewesen in der Entscheidung.“ Er habe in seinen Gesprächen „ein anderes Bild“ von der Situation bekommen. „Ich gehe davon aus, dass hier nichts dergleichen vorfallen wird.“

          „Er und wir sind ein gutes Match“

          Es ist nicht das erste Mal, dass sich Kothny mit Hyballa auseinandergesetzt hat. Er hat ihn vor dem ersten Drittligajahr in Düsseldorf getroffen. Er sei ein „sehr spannender Trainer“. Einer, der „physischen, sehr intensiven Fußball mit hohem Laufverhalten und hohem Gegenpressing spielen“ lasse. Einer, der „Siegermentalität und Ehrgeiz“ habe. Einer, von dem er sich mehr verspricht als von Petr Ruman, der in München nach zwölf Punkten aus neun Spielen am Sonntag entlassen worden war. „Seit dem Ligastart hat uns aber einfach die Entwicklung gefehlt“, sagt Kothny. „Wir haben deswegen gesagt: Wir müssen korrigieren.“

          Wenn Kohtny „wir“ sagt, meint er vor allem auch Kivran, den Vorstandsvorsitzenden und Präsidenten von Türkgücü München, der mit dem Klub so schnell wie möglich in die zweite Liga will. Dieser hat in den vergangenen 14 Drittliga-Monaten oft und schnell die Geduld mit Trainern verloren. Warum sollte das mit Hyballa anders laufen? „Er und wir sind ein gutes Match“, sagt Kothny. „Peter Hyballa ist nicht wie jeder andere Trainer, und Türkgücü München ist nicht wie jeder andere Klub. Das kann gut funktionieren.“

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