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Per Mertesacker : Bremer Kapitän ohne Binde

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Per Mertesacker warnt davor, das Uefa-Cup Rückspiel gegen Udine zu leicht zu nehmen Bild: dpa

Nach dem 3:1 im Uefa-Cup-Hinspiel geht Bremen mit Zuversicht in das Rückspiel in Udine am Donnerstag. Nur Per Mertesacker, der für die Werder-Hierachie immer wichtiger wird, warnt. Denn nicht nur mit den Hanseaten hat er große Ziele.

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          Was soll da noch schiefgehen, könnte man meinen. Werder Bremen hat das Viertelfinal-Hinspiel im Uefa-Cup gegen Udinese Calcio 3:1 gewonnen und geht nun an diesem Donnerstag (20.45 Uhr / FAZ.NET-Europa-League-Liveticker) mit einer Reihe weiterer Pluspunkte in die zweite Partie. Die Bremer haben in dieser Saison neun Auswärtstore in fünf Europacup-Spielen geschossen und dabei nicht einmal bei AC oder Inter Mailand verloren. Die stehen in der italienischen Liga weit vor Udine.

          Vielleicht ist es genau dieser Gedanke, der den Bremern gefährlich werden kann, und der Erste, der ihn jedem auszutreiben versucht, ist Per Mertesacker. „Das war es noch nicht für uns“, hatte er schon nach dem Hinspiel gesagt (siehe auch: Uefa-Cup: 3:1 gegen Udine - Ausweichmanöver im Schaufenster). Mertesackers Wert für Werder war an diesem Abend gut zu erkennen. Auf dem Feld kam fast niemand an ihm vorbei. Und nach dem Schlusspfiff lieferte er einfach die richtige Einschätzung zur richtigen Zeit: „Die Italiener waren sehr gut.“ Weil sie Werder Probleme bereiteten.

          Mertesacker spricht Probleme an, ohne andere bloßzustellen

          Mertesacker zeigte in den vergangenen Monaten häufig Präsenz. Er hat an Profil gewonnen. Am deutlichsten wurde das während des Länderspiels in Wales. Er war der Erste, der einschritt, als Lukas Podolski Michael Ballack geohrfeigt hatte. Auch bei Werder setzt er Zeichen. In der Winterpause, als seine Mannschaft wegen sich häufender disziplinarischer Vergehen am Pranger stand, sagte Mertesacker öffentlich: „Die, die nicht mitmachen wollen, fallen raus.“ Seitdem die Rückrunde läuft, ist es in Bremen merklich ruhiger geworden. „Wir sind stabiler als noch in der Hinserie“, sagt Mertesacker. Das gilt in jeder Hinsicht.

          Drei für den Erfolg: Per Mertesacker (rechts) mit Clemens Fritz (links) und Torsten Frings
          Drei für den Erfolg: Per Mertesacker (rechts) mit Clemens Fritz (links) und Torsten Frings : Bild: AP

          Ihm allein das zuzuschreiben wäre übertrieben. Aber ein Blick ins Innenleben dieser Mannschaft verrät, wie groß sein Einfluss ist. Es gibt dort wie in jedem Kader verschiedene Fraktionen – die Südamerikaner um Diego und Naldo, die Nationalspieler um ihn und Frings, die Jungen um Özil und Boenisch. Das zu moderieren ist nicht immer leicht. Kapitän Frank Baumann gilt vielen als zu ruhig, Torsten Frings mitunter als zu aufbrausend. Diego und Pizarro sind auch keine Anführer, also bleibt Per Mertesacker. Der spricht Probleme an, ohne andere bloßzustellen. Das verschafft ihm Respekt, zusammen mit seiner Erfahrung und seiner Leistung.

          Ist der Bremer der Nationalmannschaftskapitän der Zukunft?

          Dass Mertesacker sowohl bei Werder als auch im Nationalteam irgendwann zum Kapitän aufsteigt, ist absehbar. Dafür spricht auch sein Alter. Die Generation um Ballack und Frings wird bald abtreten. Mertesacker ist erst 24. Gegen die Kapitänswürde will er sich „nicht sträuben“, wie er erst im Winter sagte. „Das Amt wird sicher mal für mich in Frage kommen.“

          Man vergisst leicht, wie jung er noch ist. Mertesacker ist schon so lange dabei. „Es gibt keine Generation, die so früh in so einen Prozess hineingekommen ist“, sagt er und meint damit sich, Philipp Lahm oder Bastian Schweinsteiger. Mertesacker hat mit 24 Jahren schon 55 Länderspiele hinter sich, inklusive EM-Endspiel und WM-Halbfinale. Er weiß, wie sich die Champions League (mit Bremen) anfühlt und der Abstiegskampf (mit Hannover). Und er kann sich auch ausmalen, dass man einen 3:1-Vorsprung im Uefa-Cup-Viertelfinale noch verspielen kann.

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