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Gericht hebt Sperre auf : Große Erleichterung bei Pep Guardiola

  • -Aktualisiert am

Darf doch mit seinem Team in der Champions League ran: Manchester-City-Trainer Pep Guardiola Bild: dpa

Zweifel am Financial Fairplay: Der Internationale Sportgerichtshof Cas hat Manchester City die Starterlaubnis für den Europapokal gegeben. Das Urteil könnte wegweisend sein. Die Uefa-Finanzregeln stehen mehr denn je infrage

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          Nachdem der Internationale Sportgerichtshof (Cas) die zweijährige Spielsperre aufgrund von angeblichen Finanzverstößen gegen den englischen Fußballklub Manchester City zurückgenommen hat, geraten die im Jahr 2009 beschlossenen Regeln zum Financial Fairplay des europäischen Fußballverbandes (Uefa) in Zweifel. Die Geldstrafe gegen den Verein, der einem Staatsfonds aus Abu Dhabi, einer chinesischen Holding und einer amerikanischen Beteiligungsgesellschaft gehört, wurde von ursprünglich 30 Millionen Euro auf zehn Millionen Euro reduziert.

          Dass diese Zahlung überhaupt noch geleistet werden muss, begründete der Cas mit den finanziellen Mitteln des Klubs sowie dem mangelnden Kooperationswillen des Vereins. Eine wirkliche Sanktion stellt der Betrag wohl nicht dar. Die Richter des höchsten Sportgerichts sahen „die meisten“ Verstöße von Manchester City entweder als „nicht begründet“ oder „verjährt“ an. Dies ist ein schwerer Schaden für die Uefa und ihr Kontrollgremium, welches das Einhalten der Financial-Fairplay-Regeln überprüft.

          Der englische Klub, dessen Mannschaft von Pep Guardiola trainiert wird, hatte stets alle Vorwürfe bestritten und war gegen die Uefa-Strafe vor den Cas gezogen. Manchester City hatte sich am Samstag in der heimischen Liga sportlich die Teilnahme an der Champions League gesichert. Die Uefa wollte den Klub eigentlich die nächsten zwei Spielzeiten von den internationalen Wettbewerben ausschließen. So wird das für Hunderte Millionen zusammengekaufte Team wohl auch nicht mehr auseinanderfallen. Der Verein teilte am Montag mit, er sehe sich in seiner Beweisführung bestätigt. Ein schnell wieder gelöschtes Foto auf „Instagram“ zeigte einen freudigen Guardiola.

          Die Regeln zum Financial Fairplay sehen vereinfacht eine Kosten- und Einnahmedeckelung vor, welche überbordende Finanzhilfen von Investoren oder Mäzenen verhindern sollen. Der Münchner Kartellrechtler Mark-E. Orth sieht mit der abschließenden Entscheidung vor dem Sportschiedsgericht in Lausanne eine verpasste Chance zur „kartellrechtlichen Feuertaufe“ des Financial Fairplay der Uefa. „Ob die Regeln halten, wenn sie mal unter Berufung auf das europäische Kartellrecht effektiv angegriffen werden würden, ist eine Frage, deren Antwort nun wieder in weite Ferne gerückt ist“, sagte Orth der F.A.Z. Manchester City sei nun nicht mehr gezwungen, die Finanzregeln fundamental anzugreifen – etwa vor englischen Gerichten, der englischen Kartellbehörde oder gar der Europäischen Kommission. Die kartellrechtlichen Zweifel an der Regelung seien bekannt, führt Orth an.

          Aufgrund von Dokumenten, die von anonymer Seite („Football Leaks“) veröffentlicht worden waren, kam heraus, dass der englische Klub zwischen den Jahren 2012 und 2016 Sponsoreneinkünfte weit über dem vermutlichen Marktwert bewertet haben soll. Als Werbeeinnahmen aus Abu Dhabi deklarierte Gelder sollen in Wirklichkeit vom Mitbesitzer des Vereins, Scheich Mansour Bin Zayed Al Nahyan, gezahlt worden sein.

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