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Eurogoals: FAZ.NET mit DAZN : Guardiolas besondere Geste für Liverpool

Herzlichen Glückwunsch! Pep Guardiola (rechts) gratuliert Meister Jürgen Klopp (Archivbild von 2018). Bild: AP

Ehre für Klopp und Co. Arsenal ohne Özil und Leno ins Halbfinale. Real Madrid nutzt Patzer von Barça. Ronaldo trifft für Juve. Tuchel wieder da. Robben arbeitet am Comeback. Sehen Sie Europas Fußball-Wochenende im Video.

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          In Spanien nennt man diese Fußballtradition „Pasillo“. Spieler bilden ein Spalier und applaudieren dem Gegner, der durch diesen „Gang“ auf den Rasen läuft. Entstanden ist alles angeblich vor mehr als fünfzig Jahren, als Athletic Bilbao eine Form suchte, dem Meister Atlético Madrid die Ehre zu erweisen. Inzwischen ist der Brauch Standard: Hat eine Mannschaft einen Titel gewonnen, darf sie beim nächsten Spiel durch den „Pasillo“ des Gegners laufen. Pep Guardiola kennt diese Tradition aus seiner Heimat, schließlich stand er selbst schon auf beiden Seiten – als Gewinner und Gratulant.

          Tobias Rabe

          Verantwortlicher Redakteur für Sport Online.

          An diesem Donnerstag (21.15 Uhr bei Sky) wird Guardiola applaudieren, das hat er schon jetzt verraten. Denn der neue spielt beim alten Meister der englischen Premier League: Manchester City empfängt den FC Liverpool von Jürgen Klopp, der den Titel am Donnerstag durch die Niederlage der Citizens beim FC Chelsea vorzeitig gewann, zum Topspiel, das kaum noch sportliche Relevanz hat, zumindest nicht mehr für den Ausgang des Meisterrennens. „Wir werden natürlich die Ehrengarde übernehmen“, wird Guardiola im Vorfeld zitiert. „Wir werden das machen, weil sie es verdienen.“

          Das kann man nicht anders sagen bei sagenhaften 23 Punkten Vorsprung bei noch sieben Spielen, die zu absolvieren sind in England. Während Klopp und Co. über das Wochenende frei hatten und ihren Triumph, den ersten für Liverpool nach dreißig Jahren in der Liga, ausgiebig feierten, war Manchester City im Pokalwettbewerb gefordert. Im Viertelfinale des FA Cups setzte sich die Elf von Guardiola bei Newcastle United letztlich souverän mit 2:0 durch. Kevin De Bruyne mit einem Elfmeter an seinem Geburtstag und Raheem Sterling mit einem Distanzschuss erzielten die Tore zum Weiterkommen.

          Auch wenn es in der Liga nicht rund läuft, kann der FC Arsenal weiter auf einen Titel in dieser Saison hoffen. Im FA Cup stehen die Gunners nach einem 2:1 bei Sheffield United im Halbfinale und treffen dort am 19. Juli auf Manchester City. Mesut Özil und Bernd Leno fehlten jeweils mit Verletzungen.

          Im Halbfinale steht auch Manchester United. Für die „Red Devils“ war es aber ein hartes Stück Arbeit gegen den Letzten der Liga. Norwich City vom deutschen Trainer Daniel Farke wehrte sich stark. Der frühere Bundesligaspieler Timm Klose sah Rot, Harry Maguire traf für United in Minute 118 zum Sieg.

          Im Kampf um die Teilnahme am Finale – alle nun folgenden Partien finden im Wembleystadion statt – trifft Manchester United auf den FC Chelsea. Im Topspiel des Viertelfinales siegte das neue Team von Timo Werner bei Leicester City mit 1:0. Ross Barkley schoss das einzige Tor in dieser Partie.

          In der spanischen La Liga ist Real Madrid auf Titelkurs. Der Spitzenreiter, der zwei Punkte Vorsprung hat, hatte beim Letzten der Tabelle aber mehr Mühe als erwartet. Bei Espanyol Barcelona kamen die Königlichen nur zu einem 1:0-Sieg. Der Brasilianer Casemiro schoss vor der Pause das einzige Tor.

          Real profitierte auch vom Ausrutscher des FC Barcelona. Der Erzrivale kam bei Celta Vigo zu einem 2:2 und musste damit im Titelrennen einen ärgerlichen Rückschlag einstecken. Der Ausgleich fiel erst kurz vor dem Ende. Dabei hatte Barcelona durch zwei Tore von Luis Suarez zwei Mal vorne gelegen.

          Hinter den Schwergewichten hat sich Atlético Madrid nach vielen Problemen in dieser Saison wieder zur dritten Kraft aufgeschwungen. Das 2:1 gegen Deportivo Alaves festigte einen Platz, der für die Teilnahme an der Champions League berechtigt. Saul Niguez und Diego Costa waren erfolgreich.

          In der italienischen Serie A hatte Juventus Turin nach einer Roten Karte für den Gegner leichtes Spiel. Mit dem 4:0-Sieg über US Lecce festigte der Meister Platz eins der Tabelle und liegt mit vier Punkten Vorsprung vorne. Auch Cristiano Ronaldo war mit einem Elfmeter unter den Torschützen.

          Einziger richtiger Verfolger bleibt Lazio Rom. Doch der Klub aus der Hauptstadt hatte viel mehr Mühe als Juve. Gegen Franck Riberys AC Florenz geriet Lazio in Rückstand. Ciro Immobile und Luis Alberto drehten aber die Partie, deren unrühmlicher Schlusspunkt eine Rote Karte für den Lazio-Coach war.

          Inter Mailand machte sich in dieser Saison auch berechtigte Hoffnungen auf den Titelgewinn. Doch davon ist die Elf von Antonio Conte inzwischen um einiges entfernt. Im Duell mit Parma Calcio gab es wieder Probleme. Erst zwei Tore in der wilden Schlussphase sorgten letztlich doch noch für ein 2:1.

          Auf dem besten Weg wieder in die Champions League ist Atalanta Bergamo. Der Klub vom Deutschen Robin Gosens aus der von Corona so schlimm betroffenen Lombardei gewann bei Udinese Calcio mit 3:2. Luis Muriel war als Doppeltorschütze in der Schlussphase der entscheidende Faktor für Atalanta.

          Wohl nur noch um die Qualifikation zur Europa League spielen der AC Mailand und die AS Roma. Vor allem Milan hinkt den Ansprüchen vergangener glorreicher Tage weit hinterher. Da tat der 2:0-Erfolg richtig gut. Die früheren Bundesligaspieler Ante Rebic und Hakan Calhanoglu erzielten die Tore.

          Als einzige der großen europäischen Ligen hat die französische Ligue 1 ihre Saison wegen der Corona-Krise abgebrochen. Paris St. Germain wurde zum Meister erklärt. Nun ist die Auswahl von Thomas Tuchel wieder im Training und bereitet sich auf den Rest der Champions League im August vor.

          Eigentlich hatte Arjen Robben seine große Karriere im vergangenen Sommer beim FC Bayern schon beendet. Nun zieht es ihn zurück in die Heimat – und der Niederländer arbeitet an seinem Comeback. Dem Jugendklub FC Groningen will Robben vor allem aus emotionalen Gründen nochmal helfen.

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