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Kritik an Manchester City : Guardiola attackiert Klopp und Mourinho

  • -Aktualisiert am

„Sie haben abseits des Platzes verloren. Jetzt müssen sie uns auf dem Platz besiegen, das ist Sport“: Pep Guardiola kontert die Kritiker. Bild: Reuters

Manchester City erhält doch keine Europapokal-Sperre. Die Kritiker sind entsetzt ob des Urteils. Pep Guardiola geht prompt zur Gegenattacke über – und bekommt wohl ziemlich viel Geld für eine Transferoffensive.

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          Manchester Citys Trainer Pep Guardiola sieht erleichtert aus. Als der Internationale Sportgerichtshof (Cas) am Montagmorgen die Europapokal-Sperre gegen seinen Klub aufhob, verfolgte der Spanier das Geschehen mit einigen seiner Mitarbeiter vor dem Fernseher. Minuten nach dem Urteil ging ein Selfie der Gruppe durch die sozialen Medien – fünf Männer, Guardiola in der Mitte, fünf strahlende Gesichter mit dem impliziten Ausdruck: Wir haben es euch doch gesagt! Ins Netz gestellt hatte das Bild Guardiolas Assistent Manel Estiarte, der es wenig später wieder herausnahm – aber da war es schon tausendfach kopiert.

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          Im Februar hatte der europäische Fußballverband (Uefa) Manchester City wegen schwerer Verstöße gegen das Financial Fairplay hart bestraft: Zwei Jahre sollte der Klub aus dem Europapokal ausgeschlossen werden, außerdem eine Geldstrafe von 30 Millionen Euro bezahlen. City ging dagegen vor. Am Montag hat der Cas die Strafe signifikant entschärft, weil die zentralen Vorwürfe – unerlaubte finanzielle Zuwendungen – entweder nicht hinreichend bewiesen werden könnten oder verjährt seien. Statt 30 muss der Klub nun zehn Millionen Euro bezahlen. Ein Klacks für den Verein, der seit 2008 von Scheich Mansour aus Abu Dhabi fürstlich finanziert wird und der das Fußballjahr 2018/19 laut eigenen Angaben mit einem Rekord-Umsatz von umgerechnet fast 590 Millionen Euro abgeschlossen hat. Viel wichtiger: An der Champions League, die Mansour begehrt wie nichts sonst, darf City teilnehmen.

          Der Verein hatte sich in der Angelegenheit von Anfang an als Opfer dargestellt und die Finanzkontrollkammer der Uefa (CFCB) für parteiisch erklärt. Am Montag teilte der Klub mit, man bewerte das Urteil als Bestätigung der eigenen Position. Viele Fußballfans und Beobachter in den sozialen Netzen empfanden die Entscheidung der Cas-Richter dagegen als grotesk. Auf Twitter trendete der Hashtag „#FFPISDEAD“ – Financial Fairplay ist tot. Kritik gab es auch von Jürgen Klopp. „Ich wünsche niemandem etwas Schlechtes. Aber ich denke nicht, dass es gestern ein guter Tag für den Fußball war“, sagte der Trainer von Meister FC Liverpool am Dienstag bei einer Pressekonferenz: „Ich denke, dass das Financial Fair Play eine gute Idee ist. Es ist dafür da, die Teams und den Wettbewerb zu schützen.“ Guardiolas ewiger Rivale José Mourinho (Tottenham Hotspur) sprach sogar von einer schändlichen Entscheidung“ des Cas.

          Guardiola ging prompt zur Gegenattacke über. „Man sollte sich bei uns entschuldigen“, sagte der 49-Jährige: „Was wir getan haben, war richtig. Wir wurden nicht gesperrt, weil wir die Regeln des Financial Fair Play befolgt haben – sonst wären wir ja gesperrt worden.“ Den Kritikern hielt er entgegen: „Sie haben abseits des Platzes verloren. Jetzt müssen sie uns auf dem Platz besiegen, das ist Sport.“

          Doch der Gegenwind für Guardiola und City ist kräftig. Gary Lineker, TV-Sportmoderator und früherer Nationalspieler Englands, schrieb: „Schwer vorstellbar, wie die FFP-Regeln der Uefa das überleben sollen. Überhaupt: Kann die Uefa die Auswirkungen überleben?“ Die BBC schrieb in einer Analyse, das Urteil belege nicht die Unschuld des Klubs. Wichtig sei die Formulierung des Cas in der vorläufigen Urteilsbegründung. So sei etwa die Rede von nicht hinlänglich überzeugenden Beweisen, nicht aber von keinen Beweisen.

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