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Erklärung des Bundestrainers : Löw spricht am Montag über die DFB-Krise

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Im Fokus: Bundestrainer Joachim Löw (links) und DFB-Direktor Oliver Bierhoff (Bild von 2018) Bild: Picture-Alliance

Seit dem 0:6-Desaster in Spanien hat Joachim Löw öffentlich nicht mehr gesprochen. Das sorgt für Kritik. DFB-Direktor Oliver Bierhoff erklärt nun, dass der Bundestrainer sich bald zu Wort melden wird – mit „Wut im Bauch“.

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          Nach seiner Bestätigung im Bundestrainer-Amt wird sich Joachim Löw am Montag zu seinen Schlüssen aus dem 0:6 gegen Spanien und dem weiteren Kurs der Fußball-Nationalmannschaft Richtung EM 2021 äußern. „Er wird nächste Woche reden, das kann ich garantieren“, sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff am Sonntag zunächst im TV-Sender Sky. Er kündigte einen kämpferischen Löw an. „Auf jeden Fall, sonst würde er nicht weitermachen, wenn er keine Energie hätte und keine Wut im Bauch“, sagte der Nationalmannschafts-Direktor. Am Nachmittag gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den genauen Termin bekannt: Montag, 16.00 Uhr. Im Anschluss werde die sportliche Leitung die Auslosung der Qualifikationsgruppen zur WM 2022 gemeinsam verfolgen.

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          Bierhoff verteidigte das öffentliche Schweigen von Löw während des Entscheidungsprozesses innerhalb des Verbandes über die Zukunft der Nationalmannschaft und des 60 Jahre alten Langzeit-Bundestrainers. „Jetzt spreche ich erstmal intern mit den Leuten, bevor ich mich extern äußere“, sagte Bierhoff zum Fahrplan nach dem Spanien-Spiel.

          Löw habe außerdem direkt nach der Niederlage im Fernsehen und bei der Pressekonferenz im Stadion von Sevilla gesprochen, sagte der 52-Jährige an die Adresse von Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge, der am Samstagabend „zu viel Bierhoff und zu wenig Löw“ in der öffentlichen Aufarbeitung beklagt hätte. „Es ist seine Entscheidung, wann er spricht“, sagte Bierhoff. Wer in der Verantwortung stehe, müssen seinen Weg gehen: „Das macht Joachim Löw.“

          Ob sich Löw nicht trotzdem schon hätte öffentlich äußern müssen, konnte er auch nicht gänzlich beantworten. „In dem Moment weiß ich gar nicht mehr, was richtig und falsch ist. Es sind so viele Emotionen drin", sagte der ehemalige Nationalspieler. Etwas Positives zog Bierhoff daraus aber auch: „Dass die Emotionen so hochkochen, zeigt ja auch, dass die Nationalmannschaft eine Bedeutung und Wichtigkeit hat.“

          Bierhoff lotete nach eigener Aussage vor dem aktuellen Bekenntnis der Verbandsführung zu Löw keine Nachfolgelösungen konkret aus. „Natürlich hat man immer etwas im Kopf“, sagte der 52-Jährige. Er habe aber „mit keinem konkret darüber gesprochen, was passieren würde, wenn Joachim Löw nicht mehr Bundestrainer ist“. Löws Vertrag endet Ende 2022 nach der Winter-Weltmeisterschaft in Qatar.

          Auf die Frage, ob es den langfristigen Plan gebe, mit Jürgen Klopp als Bundestrainer die Heim-Europameisterschaft 2024 anzustreben, antwortete der 52-Jährige: „So einen Plan kann es nicht geben.“ Bierhoff verwies darauf, dass Klopp beim englischen Meister FC Liverpool bis Mitte 2024 vertraglich gebunden sei. „Die Qualität unserer Toptrainer steht außer Frage“, sagte er allgemein zu Klopp oder auch Bayern-Coach Hansi Flick, der beim WM-Titelgewinn 2014 in Brasilien Löws Assistent gewesen war.

          Zur anhaltenden Debatte um eine mögliche Rückkehr der früheren Weltmeister Thomas Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng in die DFB-Auswahl verwies Bierhoff abermals auf das exklusive Entscheidungsrecht von Löw. „Das ist die alleinige Entscheidung des Trainers. Der wird das irgendwann beantworten müssen“, sagte Bierhoff, spätestens bei der Nominierung des EM-Kaders im kommenden Mai.

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