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Oliver Bierhoff im Gespräch : „Wir sind DIE Mannschaft Deutschlands“

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Neben dem ideellen und emotionalen Wert des Titels: Was bringt eine WM dem DFB in der Kasse?

Es gibt immer einen wirtschaftlichen Nutzen nach einem erfolgreichen Titel. Das fängt bei der höchstmöglichen WM-Prämie von 35 Millionen US-Dollar an, die wir von der Fifa erhalten haben. Da haben wir alleine einen Gewinn von 3,8 Millionen Euro erwirtschaftet, den wir mit der Liga geteilt haben. Die Trikots haben sich mit drei Millionen unglaublich verkauft, dazu die anderen Merchandising-Produkte.

Grenzen der Belastbarkeit: „Man kann nicht mehr aufnehmen, was in diesem WM-Sieg alles hineininterpretiert wurde oder wie er zusätzlich aufgeladen wird“

Wie viel Prozent bringt der WM-Titel?

Das kann man auf Heller und Pfennig gar nicht exakt beziffern, darum geht es doch auch gar nicht. Viel wichtiger ist doch: Durch den WM-Titel und die Entscheidung für die Akademie, dazu die Bewerbung für die EM 2024, unsere Kampagnen für den Amateurfußball und unser soziales Engagement können wir großen Schwung aufbauen. Wir haben die Möglichkeit, ein neues Bild des DFB zu schaffen. Früher wurde doch der DFB als schwerfälliger Verwaltungsapparat wahrgenommen. Das Image hat sich seit Jahren verbessert. Jetzt haben wir die Chance, den DFB als das darzustellen, was er ist: ein junger, dynamischen Verband, der nach Leistung strebt, zukunftsorientiert arbeitet und den Fußball in all seiner Bandbreite entwickelt – und dabei stets auch die Basis im Blick behält. Da steckt viel Potential drin, auch hinsichtlich der Vermarktung. Ende 2018 soll die Akademie stehen, und alle neuen Verträge, die nach 2018 abgeschlossen werden, wollen wir ganz neu aufstellen.

Wie soll man sich diese Verknüpfung mit der Akademie vorstellen?

Wir haben mit der Akademie ein neues sportliches Zuhause. Aber die Akademie wird auch einen Namen haben. Da muss man offen diskutieren, ob sie DFB-Akademie heißt. Oder ein Namensrecht wie das Trainingsgelände bei Manchester United bekommt. Mit der Akademie können wir unseren Partnern weit mehr Inhalte bieten. Es geht dann auch um Technologie-Partnerschaften, um Forschung und Entwicklung. Oder um Aus- und Weiterbildung. Da können Partner nicht nur Geld geben, sondern sich inhaltlich einbringen, wir können gemeinsam Projekte entwickeln und umsetzen.

Fußball ist der größte, beliebteste und gleichzeitig volksnaheste Sport in Deutschland. Muss man im Fußball nicht aufpassen, dass dort nicht alles zu groß, zu edel und zu teuer wird, wenn andere Sportarten in Deutschland ums Überleben kämpfen?

Das ist ein Spagat. Wir müssen an die anderen Sportarten denken. Und das tun wir auch, der Solidaritätsgedanke ist immer da. Gleichzeitig müssen wir in unserem Geschäftsbereich das vorhandene Interesse nutzen. Das müssen wir schon deshalb, weil wir ein gemeinnütziger Verband sind. Wir müssen dabei aber immer den Fußball in den Mittelpunkt stellen.

Wann werden die Fortschritte, die man sich aus der Akademie versprechen darf, im deutschen Fußball wirksam? Bei den Leistungszentren hat es rund acht Jahre gedauert.

Wir können mit vielen Inhalten schon jetzt loslegen. Und mit Hansi Flick haben wir einen Sportdirektor, der kompetent ist und sehr integrativ wirken kann – und mit dem wir hoffentlich über längere Zeit auch eine Konstanz haben werden. Aber es ist schon richtig, dass die Akademie mindestens zwei, drei Jahre richtig laufen muss, um valide Ergebnisse zu erhalten.

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