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Achtelfinale gegen Gladbach : Kickers wollen Pokalgeschichte schreiben

  • -Aktualisiert am

Ein Sieg gegen den Karlsruher SC brachte die Offenbacher ins Achtelfinale Bild: dpa

Schon vor zwei Jahren standen die Offenbacher Kickers im Viertelfinale des DFB-Pokals. Auch an diesem Mittwoch (20.30 Uhr) will der Regionalliga-Klub gegen Borussia Mönchengladbach „Pokalgeschichte schreiben“.

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          „Mal sehen, ob wir am Donnerstagmorgen ein paar Kopfschmerztabletten brauchen.“ Rico Schmitt, der Trainer der Offenbacher Kickers, würde sich sogar freuen, wenn seine Spieler dann über körperliches Unwohlsein klagen würden. Das würde nämlich bedeuten, dass sie am Abend davor richtig etwas zu feiern gehabt hätten: den Einzug in das Viertelfinale des DFB-Pokals. Es wäre eine Sensation, wenn der Regionalligaverein aus Offenbach nach den Zweitliga-Spitzenklubs Ingolstadt und Karlsruhe auch den Bundesliga-Dritten Borussia Mönchengladbach aus dem Wettbewerb werfen würde.„Vielleicht können wir ja wieder Pokalgeschichte schreiben“, spekuliert Schmitt.

          Aber warum nicht? Schließlich können das die Kickers. 1970 waren sie Pokalsieger und vor zwei Jahren schalteten sie mit Fürth und Düsseldorf schon einmal zwei Erstligaklubs aus. Und in der Runde der letzten acht Mannschaften mussten sie sich dann dem VfL Wolfsburg 1:2 geschlagen geben. OFC-Profi Fabian Bäcker erinnert sich, dass der Favorit nach einer halben Stunde nervös geworden sei und von den Kickers-Anhängern spürbar genervt war. So soll es an diesem Mittwoch von 20.30 Uhr an (live in ARD, Sky und F.A.Z.-Liveticker) wieder sein.

          „Es wird ein Großkampftag“, sagt der Offenbacher Geschäftsführer David Fischer. Ein besonderer Tag, der ganz nach dem Geschmack des hochmotivierten Außenseiters ist. Nicht nur, weil sich die Pokalfighter vom OFC in dem von der ARD übertragenen Flutlichtspiel ganz Fußball-Deutschland präsentieren können. Zum ersten Mal wird auch das neue Stadion mit 20.500 Zuschauern ausverkauft sein. Darunter erwartet Fischer, der sich über „Fixeinnahmen in Höhe von 530.000 Euro“ plus die Zuschauereinnahmen freuen kann, bis zu 3500 Anhänger aus Gladbach. Sie bekommen dann Tausende von OFC-Fans zu hören, die ihr Team frenetisch unterstützen werden.

          Hahn kehrt auf den Bieberer Berg zurück

          Die Kickers-Anhänger seien „etwas ganz Besonderes“, sagt André Hahn. Kein Gladbacher Profi weiß das besser als der Vierundzwanzigjährige. Als der schnelle Offensivspieler die Offenbacher im Januar 2013 für 250.000 Euro verließ, wechselte er als Drittligaprofi zum FC Augsburg. Heute hingegen darf sich Hahn, der sich im Sommer 2014 Gladbach anschloss, Nationalspieler nennen.

          Ernste Miene zum ernsten Spiel: Rico Schmitt, Fußballfachmann beim OFC

          Sein Marktwert ist auf fünf Millionen Euro gestiegen. Trotz seines steilen Aufstiegs kehrt er in seiner Freizeit gerne zu Spielen auf den Bieberer Berg zurück - auch aufgrund der Atmosphäre. „Für viele Gegner ist es außergewöhnlich und unangenehm, die OFC-Fans, die auch auf der Gegengeraden stehen, immer an der Seite zu haben“, sagt Hahn. Er erwartet ein „sehr emotionales und schweres Spiel“ für seine Mannschaft. Die bereits von ihrem Trainer Lucien Favre gewarnt wurde. Der Schweizer bescheinigt der vierten Liga in Deutschland ein „unglaubliches Niveau. Und Offenbach ist eine sehr, sehr gute Viertligamannschaft“. Sein großes Lob hat natürlich Kalkül.

          Erstes Punktspiel in diesem Jahr für Offenbach

          Nachdem sich die Gladbacher im Pokal gegen die Frankfurter Eintracht durchgesetzt hatten, schrie Hahn auf der Rückreise im Mannschaftsbus vor Freude auf, als dem Erstligaverein die Kickers zugelost wurden. Fabian Bäcker, Offensivspieler beim Spitzenreiter der Regionalliga Südwest, hatte anschließend SMS-Kontakt zu Favre.

          André Hahn (rechts) im Trikot der Offenbacher Kickers bei einem Hallenturnier im Jahr 2012 im Streit mit dem Hoffenheimer Sven Schipplock. Am heutigen Mittwoch kehrt Hahn als Spieler der Gladbacher zurück nach Offenbach

          Mit ihm arbeitete Bäcker drei Monate in Gladbach zusammen, wo er zwei Bundesligaspiele absolvierte. Aus seinen insgesamt siebeneinhalb Jahren bei der Borussia kennt Bäcker auch Marco Reus bestens. Der jetzige Dortmunder Nationalspieler ist sein Trauzeuge. Und auch er hält an diesem Mittwoch zu den Kickers. Dann hätte der BVB nämlich einen Konkurrenten weniger im Pokal. Für die Offenbacher ist das Pokalmatch ihr erstes Punktspiel im Jahr 2015. Das kann ein Nachteil sein, aber Stürmer Benjamin Pintol sagt: „Wir sind froh, dass wir endlich losgelassen werden.“ Und gegen einen kleinen Kater am Donnerstag hätte sicherlich auch er nichts einzuwenden.

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