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Blamage in EM-Qualifikation : Österreich und die Schmach von Haifa

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Nicht nur die Bundesligaspieler Sabitzer (links) und Hinteregger waren enttäuscht. Bild: dpa

Das österreichische Team um den deutschen Trainer Franco Foda legt in der EM-Qualifikation einen Fehlstart hin. Die Niederlage in Israel ist eine Blamage. Nicht nur die Medien gehen hart mit den Spielern ins Gericht.

          „Blamage“, „Schmach“, „Pleite“ – die österreichischen Medien gingen am Tag nach der 2:4-Niederlage in Israel mit ihrer Nationalelf hart ins Gericht. Die Schuld wurde aber nicht beim deutschen Trainer Franco Foda gesucht, sondern bei den Spielern. Die seien nach dem frühen 1:0 mit unfassbarer Überheblichkeit zu Werke gegangen. „Das machte den Gegner stark und leitete die Wende ein“, meinte der ehemalige Nationalcoach Herbert Prohoska in der „Kronen Zeitung“.

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          In Israel dagegen herrschte Begeisterung. Regierungschef Benjamin Netanjahu rief den dreifachen Torschützen Eran Zahavi aus den Vereinigten Staaten an, um ihm zu gratulieren. „Es war großartig“, sagte Netanjahu. „Ihr habt Israel einen Riesensieg beschert, es war ein Erfolg für jeden von euch, aber auch eine nationale Errungenschaft.“

          Foda übernahm für den Fehlstart der Österreicher in die EM-Qualifikation mit null Punkten aus zwei Spielen die Verantwortung und und kündigte Veränderungen an. „Wenn du so gut im Spiel bist und eigentlich alles im Griff hast, dann musst du konzentriert und fokussiert sein. Das hat etwas mit Mentalität zu tun, das müssen wir schleunigst ändern“, sagte der 52 Jahre alte gebürtige Mainzer.

          Für seinen Trainerkollegen Andreas Herzog war es der bisher wohl schönste Sieg seit dem Amtsantritt vor acht Monaten. „Ein paar wichtige Spieler von uns haben einen absoluten Sahnetag erwischt“, kommentierte Herzog den unerwarteten Erfolg. Herzog, mit 103 Einsätzen eine Legende im österreichischen Nationalteam, verkniff sich jedes Triumphgefühl. Er war im Herbst 2017 zum wiederholten Mal als Nationalcoach der Österreicher im Gespräch gewesen, ehe dann Foda den Job bekam.

          Ohne Bayern-Star David Alaba und den Augsburger Michael Gregoritsch hatte Österreich einen Top-Start. Schon in der 8. Minute traf der ehemalige Bremer Marko Arnautovic für die Gäste. Doch danach vertändelten die Österreicher die Führung und gerieten durch den in China spielenden Zahavi in Rückstand. Nach der Pause bauten Zahavi und Munas Dabbur die Führung aus, bevor Arnautovic in der 75. Minute verkürzte.

          In der Gruppe G steht Österreich als Vorletzter nun gehörig unter Druck. Am 7. Juni empfängt das Team Slowenien, bevor es am 10. Juni auswärts gegen Nordmazedonien punkten will und muss. „Man hat sich selber den allergrößten Druck gemacht“, sagte Prohaska. Einige Fans machten ihrem Unmut über Foda Luft. Der Deutsche hat mit dem ÖFB-Team bisher zwar viele Siege geholt, wird aber nur an der EM-Qualifikation gemessen werden. „Österreichs Team, gespickt mit Top-Legionären, hatte das Glück, die denkbar leichteste Quali-Gruppe ever zu bekommen und ist nach zwei Spielen schon im Nirgendwo. Der Trainer, der es nie hätten werden dürfen, müsste jetzt sofort den Rücktritt anbieten“, twitterte ein Kritiker.

          Deutschlands früherer Bundestrainer Jürgen Klinsmann, der einst zusammen mit Herzog das US-Nationalteam coachte, lobte seinen Kollegen als „exzellenten Trainer“. Im Gegensatz zu seinem Ruf in Österreich, zu freundlich zu sein, verfüge Herzog über Durchsetzungskraft. „Dieser Sieg gegen sein eigenes Österreich hat jetzt wirklich einmal auch den Österreichern gezeigt, dass sie vielleicht ein paar Mal die Chance verpasst haben, ihn zum Nationaltrainer zu machen, dass er eigentlich der Richtige ist“, sagte Klinsmann als Ko-Kommentator dem TV-Sender RTL.

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