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Fußball-Glosse : Kleinvieh braucht auch Mist

  • -Aktualisiert am

Nordkoreas Diktator Kim Jung-un bei seiner Neujahrsansprache. Bild: dpa

Die großen Fußballvereine dieser Welt bekommen das Geld nur so nachgeworfen. Aber wer interessiert sich schon für einen englischen Sechstligaklub? Kein Mensch? Falsch! Ein sportbegeisterter Diktator hilft gerne.

          Neues Jahr, neues Glück. In der Winterpause lässt sich nachbessern. Zumindest im Fußball, wo das Transferfenster trotz der kühlen Temperaturen und der damit einhergehenden Erkältungsgefahr Jahr für Jahr aufgemacht wird, auf dass Spieler, angelockt durch einige Geldbündel, hindurchschlüpfen; Spieler, mit denen es, wenn der Ball wieder rollt, womöglich aufwärtsgeht, weg vom Tabellenende oder sonst wohin. Es reicht natürlich nicht, das Fenster aufzumachen. Da muss auch Geld zum Wedeln da sein.

          Die großen Klubs haben davon mehr als genug, sie bekommen es in Zeiten der Champions League und der großen Finanzinvestoren hinterhergeworfen, dass sie kaum noch nachkommen, es aufzuheben. Doch je tiefer man in die Untergeschosse des Fußballgeschäfts geht, desto schwieriger wird es für die Vereine, die dort unten hausen. Wer interessiert sich schon für einen, sagen wir: englischen Sechstligaklub wie die Blyth Spartans aus Northumberland, der gegen Teams wie den FC Darlington oder die Kidderminster Harriers antritt? Kein Mensch? Falsch.

          Für die Blyth Spartans interessiert sich zum Beispiel Kim Jong-un, Nordkoreas sportbegeisterter Diktator, was doch ein wenig überrascht, da Kim Jong-un sonst eher größer denkt, quasi in Atomraketendimensionen. Davon sind die Spartans in etwa so weit entfernt wie Nordkorea von Northumberland, aber was soll’s, sagen sich die Briten: Kleinvieh braucht auch Mist.

          Und deshalb haben sie gern eingeschlagen, als das nordkoreanische Tourismus-Portal „Visit North Korea“ das Geldfenster einen kleinen Spalt aufmachte und ein paar Devisen hindurchschob für Bandenwerbung, Anzeigen auf der Internetseite des Klubs und seinen Social-Media-Kanälen. Vielleicht ist auch ein Trip ins Trainingslager im Deal enthalten, das weiß man nicht. Ein Lager in Nordkorea. Da gibt es ja einige, wie man weiß.

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