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Fußball in Frankreich : 24 Kisten Wein für den Klassenverbleib

24 mal 12 Flaschen Wein: Jean-Marc Conrad, damals Präsident von Nîmes Olympique, sorgte für den Rebensaft Bild: AFP

Nimes Olympique muss in die dritte französische Fußballiga. Der Verein der Ligue 2 wird der Spielmanipulation in vier Fällen für schuldig befunden. Das harmloseste Vergehen ist wohl ein Dankeschön in landestypischer Weise.

          Der französische Spielmanipulationsskandal hat Folgen: Nîmes Olympique ist zum Abstieg in die drittklassige Ligue National verurteilt worden. Diese Entscheidung traf die Disziplinarkommission der französischen Profiligen (LFP). Die Kommission hat den Klub, derzeit Achter der Ligue 2, für schuldig befunden, im Kampf um den Klassenverbleib in der Vorsaison vier Spiele manipuliert und somit den Abstieg verhindert zu haben, wie unter anderem „Le Monde“ berichtet.

          „Nîmes Olympique wurde nachgewiesen, bei vier Spielen im April und Mai über seine Verantwortlichen oder dem Klub Nahestehende versucht zu haben, Spiele arrangiert und somit Moral und Ethik des Spiels verletzt zu haben“, sagte Kommissionspräsident Sébastien Deneux laut der Onlineausgabe der Sportzeitung „L'Equipe“. Bei den manipulierten Begegnungen handelt es sich um die Auswärtsspiele von Nîmes bei CA Bastia, Dijon FCO, SM Caen und US Créteil-Lusitanos.

          Die erwiesenermaßen in die Ergebnisabsprachen involvierten Klubverantwortlichen Serge Kasparian, damals Hauptaktionär, und Jean-Marc Conrad, damals Präsident, sind zudem persönlich bestraft worden. Kasparian darf zehn Jahren lang keine Anteile an Fußballklubs mehr erwerben. Conrad darf sieben Jahre lang keine Funktion innehaben in einem Fußballklub des Landes.

          Freunde der beiden Haupttäter sowie weitere Verantwortliche sind mit deutliche geringeren Strafen oder Verwarnungen davongekommen.Ein Unentschieden mit zwei Siegern

          Jean-François Fortin, Präsident des damaligen Gegners Caen, hat trotz seiner erwiesenen Beteiligung an einer Ergebnisabsprache keine Sanktionen erhalten. Caen war am letzten Spieltag Gegner von Nimes. Beiden Klubs genügte ein Unentschieden zum Erreichen ihrer Ziele, das Remis hatte sozusagen zwei Sieger: Caen war damit aufgestiegen, Nîmes vermied den Abstieg. Das Spiel endete 1:1, dem Spiel war ein von der Kommission bewiesenes Gespräch zwischen Caen-Präsident Fortin und seinem Amtskollegen aus Nimes, Conrad, vorausgegangen.

          Gemäß der französischen Wochenzeitschrift „Le Canard enchainé“, die den Skandal aufgedeckt hatte, war wenigstens der Dank für die Genügsamkeit, die der Aufsteiger Caen bei dem Unentschieden an den Tag gelegt hatte, sehr landestypischer Art. Der Präsident von Nîmes soll dafür Sorge getragen haben, dass nach dem Spiel 24 Kisten mit je 12 Flaschen Wein vor der Kabine gestanden hätten. Das hatte zumindest mehr Stil als in der deutschen Kreisliga, wo bei befreundeten Klubs meist zwei Kisten Bier am letzten Spieltag für ähnliche Freundschaftsdienste reichen.

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