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Nigeria beim Afrika-Cup : Suche nach Vogts-Nachfolger läuft schon

  • Aktualisiert am

Der Nationaltrainer Nigerias: Nachfolger gesucht? Bild: AP

Berti Vogts kämpft mit Nigeria noch ums Weiterkommen im Afrika-Cup, doch im Hintergrund läuft schon die Suche nach seinem Nachfolger. Offenbar steht der Niederländer Louis van Gaal als neuer Trainer der „Super Eagles“ bereit.

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          Berti Vogts kämpft im letzten Vorrundenspiel des 26. Afrika-Cups gegen Benin noch um seinen Job, doch im Hintergrund läuft schon die Suche nach einem Nachfolger. Zwar erhielt der Welt- und Europameister vor der Partie am Dienstag (18.00 Uhr/live bei Eurosport) in Sekondi noch Rückendeckung von Fußball-Verbandspräsident Sani Lulu, doch Medienberichten zufolge stehe der Niederländer Louis van Gaal bereits als neuer Trainer der „Super Eagles“ bereit. Selbst der Sponsor, der Vogts' Gehalt zahlt, sei mit der Entlassung einverstanden.

          Doch die offiziellen Statements klingen angesichts von nur einem Punkt aus zwei Spielen noch moderat. „Wir haben größtmögliches Vertrauen in Berti Vogts. Wir werden ihm Zeit geben. Es ist noch zu früh, um ihn zu entlassen oder um gar das ganze Team aufzulösen“, sagte Verbandspräsident Lulu. Gleichzeitig zeigte er sich aber pessimistisch: „Ich habe die Hoffnung aufs Weiterkommen verloren.“ Zumal die „Super Eagles“ bislang als einziges Team neben dem Sudan noch ohne Torerfolg dastehen.

          „Wahrscheinlich Bertis letztes Spiel“

          Vogts will trotz der bisher mageren Leistungen nichts von einem Rücktritt oder Rausschmiss wissen und pocht auf Erfüllung des bis 2010 laufenden Vertrags. „Wir haben viele Chancen, aber wir treffen nicht. Wenn das so bleibt, können die Spieler auch nicht erwarten, dass wir gewinnen“, sagte Vogts.

          Bisherige Bilanz beim Afrika-Cup: Zwei Spiele, kein Tor
          Bisherige Bilanz beim Afrika-Cup: Zwei Spiele, kein Tor : Bild: AP

          Nach dem 0:1 gegen die Elfenbeinküste und dem 0:0 gegen Mali droht Mitfavorit Nigeria (1 Punkt) auf Tabellenplatz drei hinter der Elfenbeinküste (6) und Mali (4) das Turnier-Aus. Nur ein eigener Sieg über Benin (0) und Schützenhilfe in Form eines Sieges der bereits im Viertelfinale stehenden Ivorer über Mali könnten dies noch abwenden. „Ich erwarte, dass die Elfenbeinküste professionell genug ist und Mali für uns schlägt“, sagte Verteidiger Rabiu Afolabi.

          Fabischs Zukunft ist ungewiss

          Ausgerechnet ein deutscher Trainer-Kollege könnte Vogts' Schicksal besiegeln. Zwar ist Reinhard Fabisch mit Benin schon ausgeschieden, doch er hat schon inständig an die Einstellung seiner Spieler appelliert. „Wir können uns im letzten Spiel nicht abschlachten lassen. Es ist wichtig, dass wir uns gut aus diesem Turnier verabschieden“, forderte er. Dabei spielt es für Fabisch keine Rolle, dass Vogts auf Nigerias Bank sitzt. „Deswegen bin ich oder die Mannschaft nicht motivierter“, sagte der Fußball-Lehrer und stellte klar: „Ich denke, es wird wahrscheinlich Bertis letztes Spiel mit Nigeria sein, aber schenken tun wir ihm bestimmt nichts.“

          Ob Fabisch Benins Coach bleibt, ist ebenso ungewiss. Nach den bisherigen Erfahrungen deutet vieles auf einen Abschied hin. „Hier sind einige Sachen vorgefallen, die selbst bei afrikanischen Verhältnissen nicht okay sind“, berichtete Fabisch, der sich mit seiner Entscheidung aber Zeit lassen will: „Ich fliege nach unserem letzten Spiel erst mal nach Deutschland und überlege mir, wie es weitergeht.“

          Kasperczak hat schon gekündigt

          Derweil hat Senegals polnischer Trainer Henri Kasperczak schon vor dem abschließenden Vorrundenspiel seines Teams gegen Südafrika seinen Rücktritt erklärt. Zuvor hatte seine Mannschaft 1:3 gegen Angola verloren. Die als Mitfavoriten ins Turnier gestarteten Senegalesen müssen nun am Donnerstag gegen den WM-Gastgeber 2010 gewinnen und sind zudem auf Schützenhilfe angewiesen, um sich noch für die nächste Runde zu qualifizieren. In der Partie soll Kasperczaks ehemaliger Co-Trainer Lamine Ndiaye das Team betreuen. Spielen Angola und Tunesien zur gleichen Zeit unentschieden, wäre Senegal ausgeschieden.

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