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Niederlande in Not : „Die direkte Qualifikation ist eine Utopie“

  • Aktualisiert am

Das darf doch nicht wahr sein: Der Niederländer Depay kann es nicht fassen Bild: Reuters

Erst die EM – und nun vielleicht auch noch die WM? Nach dem 0:1 gegen Frankreich droht den Niederlanden ein Szenario wie zuletzt vor über 30 Jahren. Vor allem die heimischen Medien erwarten schon das Schlimmste.

          Nach der ersten niederländischen Heimpleite in einem WM-Qualifikationsspiel seit 16 Jahren musste Danny Blind an den verletzten Arjen Robben denken. „Der Mann, der dann das Tor machen kann, sitzt verletzt zu Hause“, konstatierte der Trainer nach dem 0:1 gegen Frankreich. Der Offensivspieler vom FC Bayern fehlte am Montagabend wegen einer Rippenprellung, nach einer Zerrung im Oberschenkel musste obendrein auch Wesley Sneijder passen. Und ohne die beiden Leistungsträger war nichts zu holen.

          Der unerbittliche Modus, wonach sich in der Gruppe mit Frankreich, Schweden und den Niederlanden nur eine Mannschaft direkt fürs Turnier 2018 in Russland qualifiziert, wird für die „Elftal“ schon früh zum Problem. Nach der Punkteteilung in Schweden im September konnte auch das zweite Duell mit einem direkten Konkurrenten nicht gewonnen werden. „Oranje weiß, wo es steht. Nach der Meisterleistung des Favoriten Frankreich in der Arena scheint es deutlich: Die direkte Qualifikation ist eine Utopie“, schrieb „De Telegraaf“.

          „Der erste Platz ist noch nicht verloren“

          Vor genau einem Jahr hatten die Niederländer durch ein 2:3 gegen Tschechien vor heimischem Publikum die Qualifikation für die EM 2016 verspielt. Nun droht dem Team ein abermaliger Tiefpunkt und ein ähnliches Szenario wie vor 30 Jahren. Damals war nacheinander die EM 1984 und die WM 1986 verpasst worden. „Es sind erst drei Spiele gespielt. Es sind noch sieben. Der erste Platz ist noch nicht verloren“, erklärte Blind kämpferisch.

          Mann des Abends: Paul Pogba entschied mit seinem Tor die Partie für die Franzosen

          „De Volkskrant“ hatte immerhin eine „unglückliche Niederlage“ beobachtet: „Oranje ist eine harmonische, hart arbeitende Mannschaft mit Wachstumspotenzial“, schrieb das Blatt. Auch Blind sah trotz der Ausfälle und der Niederlage einige positive Ansätze. „Meiner Meinung nach wäre ein Unentschieden verdient gewesen. Beinahe hätten wir das auch geschafft.“ So aber blieb es bei einem französischen Tor durch Paul Pogba (30. Minute). Vor allem Oranje-Schlussmann Maarten Stekelenburg sah da nicht gut aus. „Den muss ich halten. Das ist kein Patzer mehr, das ist schlicht ein Fehler“, sagte der Keeper. Auch Blind erklärte: „Den hätte er halten müssen.“

          Stekelenburg hatte den wuchtigen Schuss des französischen Superstars über seine Handschuhe rutschen lassen. „Pogba war entscheidend mit seinem Tor, aber auch entscheidend im Spiel“, sagte Frankreichs Trainer Didier Deschamps, dessen Team die Qualifikationsgruppe A nach drei Spielen punkt- und torgleich mit Schweden anführt.

          Wieder auf Kurs ist hingegen Europameister Portugal. Auf das 6:0 gegen Andorra folgte ein 6:0 beim bis dahin noch gegentorlosen Team von den Färöer. „Zwei Spiele, sechs Punkte – gut gemacht, Team“, twitterte Cristiano Ronaldo, der auf seinen Viererpack vom Freitag diesmal einen weiteren Treffer folgen ließ. Besonders umjubelt wurde aber der 20 Jahre alte André Silva, der mit drei Toren die 3:0-Halbzeitführung Portugals herausschoss. „Innerhalb von nur 25 Minuten hat sich (der Spielort) Tórshavn in den Hafen von André Silva verwandelt“, schrieb die Zeitung „Público“.

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