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1:1 gegen Serbien : Deutscher Neuanfang mit Anlaufproblemen

Der erfreulichste Moment des Abends aus deutscher Sicht: Leon Goretzka hat den Ausgleich erzielt. Bild: EPA

Die deutsche Nationalmannschaft braucht einige Zeit, um in der Ära nach Boateng, Hummels und Müller in Schwung zu kommen. Leon Goretzka rettet ein Unentschieden. Für Serbien hat der Frankfurter Jovic getroffen.

          Eine „neue Zeitrechnung“ hatte Joachim Löw ausgerufen. Der Soundcheck im Wolfsburger Stadion am Mittwochabend zwei Stunden vor dem Anpfiff aber lief noch nach der alten. „Mit der Nummer fünf – Mats...“ Aber da war kein Hummels. Auch kein Müller und kein Boateng. Das heißt, ihre Namen waren später schon noch einmal prominent drapiert: In einem Dankesgruß, den der offizielle Fanclub der Nationalmannschaft den drei außer Dienst gesetzten Weltmeistern unmittelbar vor dem Anpfiff sendete, in Form eines riesigen Transparents.

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          Als es aber ernst wurde auf dem Platz gegen Serbien, war Manuel Neuer der letzte Mohikaner aus der Weltmeister-Generation von 2014, mit ihm standen acht Spieler auf dem Platz, die noch keine 25 Jahre alt waren. Was sie beim 1:1 gegen die Serben mit den Frankfurter Bundesligaprofis Mijat Gacinovic und Luka Jovic zeigten, war eine Stunde lang bestenfalls in Ansätzen das Tempo und noch weniger die Torgefahr, die der Bundestrainer – und nicht nur er – sich von ihnen versprochen hatte.

          "Es war schade, dass wir so früh in Rückstand geraten sind. Danach haben die Automatismen nicht so gut funktioniert. In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft ein gutes Signal und Mentalität ausgesendet. Es fehlte aber die Konsequenz im Torabschluss", sagte Löw bei RTL. „Es war zu wenig, wenn man sieht, wie viele Torchancen wir hatten. Da muss man mehr draus machen", sagte Torschütze Goretzka bei RTL.

          Es war lange Zeit vor allem Leerlauf und somit Stillstand in diesem ersten Länderspiel unter dem Zeichen des neuen Sponsors Volkswagen, das schon als eines der freudlosesten in die Annalen eingehen drohte. Nach der serbischen Führung durch Luka Jovic in der 12. Minute fehlte es der deutschen Mannschaft vorn an Abstimmung und Präzision, und die Defensive wirkte beunruhigend anfällig, wenn die Serben ihrerseits mal mit Tempo aus der Deckung kamen.

          Zwar wurde es im letzten Drittel der Spielzeit um einiges besser, da kam Löws Team, verstärkt mit Marco Reus, zu einigen Chancen und auch zum Ausgleich durch Leon Goretzka (69.). Das Gesamtergebnis lautete bei allem Engagement dennoch: ziemlich unfertig. Das unterstrich auch der atmosphärische Soundcheck, der im vollbesetzten Stadion lange ein bis an die Wahrnehmungsgrenze heruntergedimmtes Ergebnis brachte.

          Das neue Deutschland war gewöhnungsbedürftig

          Sportlich war es zugleich der Probelauf für den Auftakt in die EM-Qualifikation gegen die Niederlande am Sonntag. Löw hatte darauf hingewiesen, dass die Spielweisen dieser beiden Mannschaften sich ähnelten. Ein wenig verändert wird das deutsche Team in Amsterdam sicher aussehen, Toni Kroos oder Matthias Ginter, die in Wolfsburg ihre Plätze zunächst wie auch Reus auf der Bank hatten, dürften dann von Beginn an auf dem Platz stehen. Und ein bisschen erwachsener wird es dann schon zugehen müssen, soll es nicht unangenehm enden wie beim 0:3 im vergangenen Herbst.

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