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Netzer über Heynckes : „Madrid elektrisiert ihn“

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Alte Weggefährten: Günter Netzer (l) und Jupp Heynckes Anfang der 1970er Jahre Bild: dpa

Wenige kennen Jupp Heynckes besser als Günter Netzer. Vor Heynckes’ letztem Spiel im Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart widmet Netzer dem scheidenden Bayern-Trainer eine freundschaftliche Würdigung.

          Vor Jupp Heynckes' letztem Spiel auf der Bayern-Bank, dem Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart am Samstag, widmet Günter Netzer dem scheidenden Bayern-Trainer eine freundschaftliche Würdigung – und erzählt, warum er nicht mehr sicher ist, ob der FC Bayern tatsächlich die letzte Trainerstation für Jupp Heynckes ist.

          Im F.A.Z.-Interview sagt Netzer, er sei überzeugt gewesen, der FC Bayern sei Heynckes‘ letzte Trainerstation. „Aber jetzt ist Real Madrid gekommen, und Madrid ist elektrisierend für ihn.“ Allerdings könne er auch bei Real nur dem Anspruch folgen, alles erreichen zu wollen, weshalb auch Netzer nicht sicher ist, ob Heynckes seine Trainerkarriere bei den Königlichen fortsetzt: „Ob er es wirklich wagt? Das frage ich mich selbst.“

          Netzer äußert Verständnis für Heynckes‘ Reaktion auf die Verpflichtung von Pep Guardiola durch die Vereinsverantwortlichen beim FC Bayern. „Richtig ist, dass er sich im Fall Guardiola nicht sehr souverän verhalten hat. Das ist jedoch sehr verständlich. Wenn man als Trainer sieht, dass man seine Mannschaft auf einen großen Weg bringt, muss man es als traurig empfinden, dass der Abschied sich mit dem Gefühl verbindet, abserviert zu werden.“

          Zudem habe er auch keinen Zweifel daran, dass Heynckes die Fähigkeiten besitze, Bundestrainer zu sein. „Wenn man dreißig Jahre Vereinstrainer war, tun sich manche […] mit so einer Veränderung schwer. [...] Jupp ist voll im Saft, das wäre kein Problem für ihn.“

          40 Jahre danach: Medienunternehmer Netzer Bilderstrecke

          Vor vierzig Jahren haben Heynckes und Netzer gemeinsam den DFB-Pokal mit Borussia Mönchengladbach gewonnen – es war der legendäre 2:1-Erfolg nach Verlängerung über den 1. FC Köln, an dem Netzer mit seiner „Selbsteinwechslung“ und dem Siegtor in der 94. Minute großen Anteil hatte.

          Netzer erinnert sich an die Zeit in der „Fohlen-Elf“ mit Heynckes: „Wir haben unsere erste Saison in der Regionalliga gespielt, als er 17 und ich 18 war. Jupp war mein Kumpel, charakterlich hundert Prozent in Ordnung. Das hat sich nie geändert. […] Es war eine Symbiose zweier Menschen entstanden, die sich auf dem Fußballplatz gefunden haben. Jupp hat auch meinen persönlichen Erfolg mitbegründet. “

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