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Neonazis im Fußball : Braune Flecken

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Über seinen Vater kam er, wie so viele, zum BVB. Und über die Anhängerschaft auf der Südtribüne stieß er auf die rechtsextreme Szene. Die klassische Kontaktanbahnung. Die „Autonomen Nationalisten“ haben ihn auf einer Auswärtsfahrt angesprochen. Je weiter sich Neonazis vom Stadion befinden, desto eindeutiger werden ihre Aktivitäten. Sie gehen geschickt vor.

Im Stadion sind Nazisymbole nicht zu entdecken, kein Hitlergruß, nichts, was strafbar sein könnte. Diese Strategie macht es der Polizei schwer - und dem Klub auch. „Das sind 20 bis 30 von denen, die regelmäßig die Heimspiele besuchen. Wenn man die Sympathisanten dazu zählt, kommt man auf über 60 Leute“, sagt Ralf B. Zur Borussia kann er nicht mehr gehen. Die ehemaligen Kameraden haben ihm Stadionverbot erteilt.

Stadionverbote in Dortmund

Für Staatsschützer Kemper ergibt sich aus solchen Erfahrungen ein erster Ansatz für ein „Maßnahmenkonzept“, das der runde Tisch des BVB demnächst vorstellen will: „Wir streben ein Stadionverbot für jeden an, der zu dem verbotenen rechtsextremen Verein gehört - oder dem wir in irgendeiner Form nachweisen können, dass er rechtsextremistisches Gedankengut im Stadion verbreitet.“

Die rechte Unterwanderung der Kurven ist nicht nur ein Dortmunder Problem. Deshalb dürfte die erste Reaktion des Meisters am Freitagnachmittag Signalwirkung auf die Profiligen haben. Der BVB kündigte an, gegen acht Personen Stadionverbote auszusprechen, die nach polizeilichen Erkenntnissen durch „eindeutig rechtsextrem politisch motivierte Aktionen in Erscheinung getreten“ sind. Zudem soll die Zahl der Sicherheitskräfte auf der Südtribüne „deutlich“ erhöht werden, um „zeitnah“ auf rechtsextreme Aktionen reagieren zu können.

Politischer Kampf in Aachen

Wie konnte es so weit kommen? Der Aachener Polizeipräsident Klaus Oelze sitzt in seinem Dienstzimmer im fünften Stock des Präsidiums. Vom Fenster aus kann man den Aachener Tivoli sehen, die Heimat von Alemannia Aachen. Der Tivoli ist der Ort, an dem die verschiedenen rechten Fäden in Aachen und der Region zusammenlaufen. Diese Leute sind Oelzes Kundschaft. Im Februar wurde die Sondereinheit „Rechts motivierte Kriminalität“ gegründet.

„Wir haben es hier in Aachen mit den Problemen der Ultrakultur zu tun - mit dem politischen Aspekt obendrauf“, sagt der Polizeipräsident. „Fußball ist kein politikfreier Raum. Das möchten Funktionäre. Aber das ist nicht so. Die Tendenz, in die Fußballszene hineinzukommen, um undercover, ohne dass man sich als Rechtsaußen bezeichnet, sein Gedankengut verbreiten zu können, ist schon länger eindeutig da. Die Rechtsextremen versuchen seit Jahren, ein Standbein in die Fanszene zu bekommen.“

Wieder sichtbarer in Dortmund: Die Borussenfront zieht mit

Das rechte Standbein bei der Alemannia ist nicht mehr zu übersehen. Es ist soweit gekommen, dass eine „rechtsoffene“ Ultragruppe, wie Oelze sie im Polizeiterminus nennt, einen Kampf gegen eine linke Ultragruppe führt - aus dem eigenen Verein. „Karlsbande“ gegen „Aachen Ultras 99“ lautet das interne Aachener Duell. Es ist auch ein politischer Kampf.

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