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Nationalmannschaft : Planungs-Weltmeister Löw meidet Risiko

  • Aktualisiert am

Abwarten: Bundestrainer Joachim Löw Bild: dpa

Mit dem WM-Ticket in der Tasche beginnt für Joachim Löw die heiße Planungsphase für die Titelmission in Brasilien. Das Quartier legt der DFB erst nach der Auslosung fest. Dafür soll der Vertrag des Bundestrainers schnell verlängert werden.

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          Ottmar Hitzfeld und Louis van Gaal haben Joachim Löw etwas voraus. Im Gegensatz zum DFB-Chefcoach haben die Trainer der Schweiz und der Niederlande ihr WM-Quartier schon klar gemacht - ungeachtet der risikoreichen Bedingungen in Brasilien. Bundestrainer Löw weicht hingegen vor der WM 2014 von seiner sonst praktizierten Frühbucher-Mentalität ab. „Wir haben uns einige Optionen angeschaut. Entscheiden werden wir uns erst, wenn die Auslosung stattgefunden hat“, sagte der 53-Jährige. Erstmals geht der DFB-Chefcoach am 6. Dezember in Costa do Sauìpe ohne fix gebuchtes Turnier-Quartier in eine Gruppenauslosung.

          Zu unterschiedlich sind die Bedingungen im Riesenland Brasilien, als dass Löw sich jetzt schon festlegen will. Stattdessen sind diesmal zwei Hotelkomplexe vom DFB reserviert. Die Entscheidung fällt im Dezember, wenn feststeht, wo Philipp Lahm und Co. ihre drei Vorrundenspiele bestreiten müssen.

          Geht es hauptsächlich in den heißen Norden Brasiliens mit Partien in den Küstenorten Recife, Natal oder Fortaleza, will Löw im Bundesstaat Bahia, Nahe des ebenfalls möglichen schwülwarmen Spielorts Salvador, sein Basislager aufschlagen.

          Spielorte im gemäßigten Klima möglich

          Möglich sind allerdings auch Spielorte im klimatisch gemäßigten Landesinneren wie Belo Horizonte oder gar im kühlen Süden wie Porto Alegre. Dann würde eine Option im Großraum der Megametropole Sao Paulo in Betracht kommen. Dort haben auch Hitzfelds Schweizer in Guaruja rund 90 Kilometer östlich von Sao Paulo ein Hotel auserkoren, berichtet die „Neue Zürcher Zeitung“. Die Holländer zieht es wie 2010 mitten in die City. An Rios Partystrand Ipanema will Oranje wohnen.

          Direkt unter dem Zuckerhut herrschen in Brasiliens Winter angenehme Temperaturen. In Rio de Janeiro fand der Deutsche Fußball-Bund (DFB) aber offenbar kein Hotel, dass den Ansprüchen nach Abgeschiedenheit genügte. Für den Bundestrainer ist klar: Planungsfehler können sogar den ersehnten Titelgewinn gefährden.

          Nur ein Testspiel

          Auch sportlich legt Löw den Vorbereitungs-Fokus nun komplett auf die WM-Zeit - das sollen auch seine Profis wissen. „Ich muss schon sagen, wir brauchen Spieler, die sich mit den Gegebenheiten arrangieren können. Wer das nicht kann, der hat verloren.“

          2014 vor der Kader-Benennung nur ein Testländerspiel am 5. März gegen Chile in Stuttgart bestreiten zu können, macht dem Bundestrainer Kummer. „Für mich ist es grausam, dass man nur ein Spiel hat in einem halben Jahr. Das ist eine wahnsinnig lange Zeit. Da muss man den Kontakt auf andere Art und Weise hoch halten, Besuche, mehr Telefonate. Dann geht es in der Vorbereitung wieder richtig los, volle Konzentration“, sagte er.

          Vielleicht auch deshalb plant Löw wie schon vor der WM 2010 in Südafrika wieder mit drei Testländerspielen in der unmittelbaren Vorbereitung. Nach dpa-Informationen sind zwei Partien in Deutschland - darunter ein Benefizspiel - geplant. Die WM-Generalprobe soll dann schon in Übersee erfolgen. Einzelheiten werden auch hier frühestens nach der Endrunden-Auslosung festgelegt.

          Die letzte WM-Vorbereitungsphase beginnt für Lahm und Co. wohl erst kurz nach dem DFB-Pokalfinale am 17. Mai. Für das erste Trainingslager ist derzeit eine Alpenregion außerhalb Deutschlands erste Option. Wegen der klimatisch und logistisch schwierigen Bedingungen in Brasilien wird der DFB-Tross früher als bei anderen Turnieren Richtung Südamerika aufbrechen. Wann genau, hängt auch davon ab, in welche Gruppe der dreimalige Weltmeister gelost wird, was den eigenen Turnierstart vom 13. bis zum 17. Juni verzögern kann.

          DFB plant neuen Vertrag bis Freitag

          Möglichst schon bis zum nächsten Wochenende soll derweil die Vertragsverlängerung mit Joachim Löw unter Dach und Fach sein. „Mir macht es Spaß, wenn die WM gut läuft, ich bin gerne bereit, es nochmal zwei Jahre zu machen“, erklärte der Bundestrainer im ZDF-Sportstudio: „Wir haben eine tolle Mannschaft, die noch nicht am Ende ihrer Möglichkeiten ist.“ Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) plant, den Deal am Freitag in der Verbandszentrale in Frankfurt zu verkünden.

          Bis zum letzten WM-Ausscheidungsspiel am Dienstag in Schweden liegt das Thema noch auf Eis. „Wenn die Qualifikation dann vorbei ist, dann werden wir auch sagen, wie es weitergeht“, erklärte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach am Wochenende: „Da steht der Wille des Präsidiums dahinter, des ganzen DFB, dass wir möglichst diesen Weg weitergehen. Wir wollen das ohne jede Hektik machen.“ Auch Manager Oliver Bierhoff und Torwartcoach Andreas Köpke sollen bis zur nächsten EM in Frankreich bleiben. „Es gibt ja auch noch andere Entscheidungen, Hansi Flick wird möglicherweise Sportdirektor“, sagte Löw: „Wir  werden uns nach Schweden ein, zwei Tage  zurückziehen und überlegen, was sind die nächsten Schritte. Ich denke, dass wir nicht so weit voneinander entfernt sind.“

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