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EM-Qualifikation : Löws Ärger wegen des Fingernagels

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Sorge ums Team - und den Gingernagel: Bundestrainer Joachim Löw Bild: Reuters

Mit der Nagelfeile reparierte Bundestrainer Joachim Löw kleinere persönliche Probleme. Gegenüber seinen Spielern musste er in der Halbzeit des EM-Qualifikationsspiels gegen Gibraltar heftiger zu Werke gehen. Nach dem 7:0-Sieg in Faro scheinen alle urlaubsreif.

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          Nach dem Sieben-Tore-Pack gegen Gibraltar konnte es manchem Nationalspieler gar nicht schnell genug Richtung Urlaub gehen. Nur noch sieben Spieler und Co-Trainer Thomas Schneider machten sich nach dem Abpfiff im Éstadio Algarve im portugiesischen Faro auf eine Ehrenrunde zu den Fans. „Ich bin froh, dass das Jahr jetzt vorbei ist“, sagte der leicht am Oberschenkel angeschlagene Mario Götze, die übergroße Baseball-Kappe locker auf dem Kopf. Vor dem Abschied in die Sommerpause hatte Bundestrainer Joachim Löw nach einer viel zu lässig heruntergespielten ersten Halbzeit aber noch deutliche Worte an seine fußballmüden Weltmeister richten müssen.

          „Was wir an Chancen ausgelassen haben, war schon ein bisschen an der Grenze zur Arroganz. Wir haben vier, fünf, sechs Chancen einfach vertändelt und den Torwart angeschossen. Ich habe gesagt: Ich will auf jeden Fall noch einige Tore sehen“, berichtete der DFB-Chefcoach von seiner Kabinenansprache. Der finale Saisonwunsch wurde ihm erfüllt. Nach den Treffern von André Schürrle (28./65./71. Minute), Max Kruse (47./80.), Ilkay Gündogan (51.) und Karim Bellarabi (57.) stand am Ende eines merkwürdig gestarteten Fußball-Abends der zweithöchste Sieg der Ära Löw.

          Vorbereitung auf den heißen Herbst

          Auch der Bundestrainer freut sich nun auf eine Auszeit und will nach einem Auftritt als Hobbyspieler bei der Benefizpartie von Sami Khedira am Sonntag in Stuttgart und einer Stippvisite zur U21-EM in Tschechien Ende Juli seinen Stab wieder zusammentrommeln. Dann soll der viel beschworene heiße Herbst vorbereitet werden. „Wir hatten nicht die Souveränität wie in den Jahren zuvor. Wir kennen unsere Probleme und werden sie nach der Pause angehen. Die Mannschaft wird in die Spur kommen, weil sie ein großes Potenzial hat. Das werden wir wieder abrufen“, versprach Löw.

          Torwart Perez hielt nach wenigen Minuten einen Elfmeter von Schweinsteiger

          Die Ausgangslage in der Qualifikationsgruppe D ist so schlecht nicht für den Weltmeister. Durch den klaren Sieg gegen den tapferen und teilweise frechen Außenseiter vom Affenfelsen ist der Sprung auf Platz zwei geglückt, der schon zur direkten Qualifikation für Frankreich reicht. Spitzenreiter Polen ist trotz des 4:0-Sieges durch einen Blitz-Hattrick von Robert Lewandowski bei nur einem Zähler Vorsprung in Schlagdistanz. Mit einem Sieg gegen den Nachbarn am 4. September in Frankfurt wäre die Tabellenführung erobert.

          In der ersten Halbzeit war nur einer erfolgreich: Schürrle traf zum 0:1

          Deutlich entspannter könnten dann die Reisen nach Schottland (7.9.) und Irland (8.10.) angegangen werden. Die Verfolger nahmen sich durch ihr 1:1 am Samstag wie erhofft gegenseitig Punkte weg.

          Schweinsteigers Fehlschuss als Symbol

          Zwei Sponsoren-Plastiktüten geschultert eilte auch Kapitän Bastian Schweinsteiger schnellen Schrittes zum Mannschaftsbus. Sein zu lasch geschossener Elfmeter (10.) - der erste Fehlversuch im 111. Länderspiel - war Symbol für eine erste Halbzeit, die das momentane Hauptproblem aufzeigte. „Ich musste schon mal etwas deutlich werden. Es gab nur ein einziges Thema: Chancenverwertung“, sagte Löw. „Der war wirklich nicht gut geschossen“, gab Schweinsteiger zu und verschwand in die portugiesische Nacht.

          Erleichtert nach der Führung: Das Team bedankt sich bei Schürrle

          Löw musste sich da schon zu einem Thema weit abseits des Fußballs äußern. Einen gebrochenen Nagel hatte er mitten im Spiel per Feile repariert. Die Beauty-Einlage auf der Trainerbank wollte er aber nicht als Respektlosigkeit gegenüber dem Gegner verstanden wissen: „Das sollte nicht despektierlich sein. Aber der Nagel war eingerissen“, sagte Löw.

          Nach Schürrles erstem Tor wurde es etwas einfacher für die DFB-Elf

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