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Nationalmannschaft : Löw setzt auf Madlungs „internationale Erfahrung“

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Dritter Neuling: Alexander Madlung Bild: AP

Für die Qualifikationsspiele gegen Irland und San Marino fallen alle vier WM-Innenverteidiger aus. Fußball-Bundestrainer Joachim Löw mußte handeln und berief überraschend Alexander Madlung in den Kader.

          Bundestrainer Joachim Löw hat auf die personellen Probleme im Abwehrzentrum der Fußball-Nationalmannschaft mit der Nachnominierung von Neuling Alexander Madlung reagiert. Der 24 Jahre alte Abwehrspieler des VfL Wolfsburg nimmt im 20 Mann umfassenden Kader für die beiden EM-Qualifikationsspiele gegen Irland und San Marino den Platz von Christoph Metzelder ein, der am Meniskus operiert werden muß. Neben Metzelder stehen in der Abwehr auch die WM-Verteidiger Per Mertesacker, Robert Huth und Jens Nowotny nicht zur Verfügung.

          „Ich freue mich riesig“, kommentierte Madlung am Montag die auch für ihn unverhoffte Berufung des Bundestrainers. Nach Manuel Friedrich (FSV Mainz 05) und Malik Fathi (Hertha BSC) könnte Madlung der dritte Debütant unter Löw werden. Der 1,93 Meter große Abwehrspezialist reist an diesem Dienstag mit berechtigten Hoffnungen zum Treffpunkt der DFB-Auswahl nach Stuttgart. „Jetzt möchte ich im Nationalteam die Leistungen bestätigen, die ich zuletzt im Verein gezeigt habe“, sagte der ehemalige Junioren-Nationalspieler.

          Drei Platzverweise innerhalb von drei Wochen

          Die Berufung von Madlung, der unter anderem den Vorzug vor dem schon Länderspiel-erprobten Hannoveraner Frank Fahrenhorst erhielt, begründete Löw mit dessen internationaler Erfahrung. „Alexander Madlung hat 13 Mal für die deutsche U21 und vier Mal im Team 2006 gespielt und dort gute Leistungen gezeigt. Zudem hat er auch bei Hertha BSC im Europapokal bereits einige internationale Erfahrung gesammelt“, erklärte der Bundestrainer.

          „Er ist ein zweikampf- und kopfballstarker Spieler”

          In Berlin war Madlung im Vorjahr vor allem an seiner Disziplinlosigkeit gescheitert. „Es ist unentschuldbar, wenn ein Spieler innerhalb von drei Wochen drei Mal vom Platz fliegt und die Mannschaft dermaßen im Regen stehen läßt“, schimpfte damals Hertha-Trainer Falko Götz und versetzte Madlung in die zweite Mannschaft.

          Friedrich/Friedrich wohl gesetzt

          Zuvor hatte sich der gebürtige Braunschweiger beim Hauptstadtclub vor allem als Joker mit Last-Minute-Toren einen Namen gemacht, so wie beim 1:1 gegen 1860 München am Ende der Saison 2003/04, das den Berlinern die Klasse rettete. Zur Stammkraft schaffte es Madlung in seinen 81 Bundesliga-Spielen (elf Tore) für Hertha allerdings nie. Erst sein Absprung für rund 1,3 Millionen Euro zum VfL Wolfsburg eröffnete dem Fan von Lothar Matthäus („Er war ein großes Vorbild“) den Weg in die Startelf. „Er ist ein zweikampf- und kopfballstarker Spieler mit guter Perspektive“, bemerkte Löw mit Hinweis auf Maldungs Potential.

          In den Überlegungen des Bundestrainers dürfte auch eine Rolle gespielt haben, daß Madlung zumindest mit seinem ehemaligen Berliner Kollegen Arne Friedrich schon einige Male in der Abwehr zusammen gespielt hat. Beim Start in die EM-Qualifikation am Samstag gegen Irland dürfte Löw aber im Krisengebiet Innenverteidigung neben dem gesetzten Arne Friedrich, der aber noch an einem Magen-Darm-Infekt laboriert, mit dessen Namensvetter Manuel Friedrich planen. Madlung kann sich aber Hoffnungen machen, spätestens vier Tage später auswärts gegen San Marino in der Nationalmannschaft zu debütieren.

          „Auftakt zum Projekt 2008“

          Das umjubelte 3:0 gegen Schweden bei seinem Bundestrainer-Einstand vor zwei Wochen hat Löw inzwischen abgehakt, für ihn zählt von sofort an nur noch die Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz. „Irland ist der Auftakt zum Projekt 2008“, betonte der 46 Jahre alte Fußball-Trainer.

          Löw zieht seinen 20-Mann-Kader am Dienstagabend in Stuttgart zusammen. Gleich nach der Zusammenkunft im Mannschaftshotel hat der Bundestrainer im Amateurstadion des VfB Stuttgart die erste von insgesamt nur vier Trainingseinheiten vor dem Ernstfall am Samstag (20.45 Uhr in der ARD und im FAZ.NET-Liveticker) gegen die Iren angesetzt.

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