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Nationalmannschaft : Löw eröffnet Kampf um EM-Plätze

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Jones hat „durch seine Dynamik überzeugt” Bild: ddp

Für die letzten beiden Länderspiele des Jahres hat Joachim Löw mit Serdar Tasci vom VfB Stuttgart und Jermaine Jones von Schalke 04 zwei Neulinge nominiert. „Jeder hat die Möglichkeit, sich zu empfehlen“, sagte der Bundestrainer.

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          Mit der erstmaligen Nominierung von Jermaine Jones sowie einer neuen Chance für die WM-Stürmer Mike Hanke und Oliver Neuville hat Joachim Löw schon sieben Monate vor dem EM-Start den Kampf um die 23 begehrten Kader-Plätze eröffnet. Gleich mit 24 Europameisterschafts-Kandidaten geht der Bundestrainer in den Abschluss der EM-Ausscheidung am 17. November in Hannover gegen Zypern und vier Tage später in Frankfurt am Main gegen Wales.

          „Jeder Einzelne hat in diesen neun Tagen die Möglichkeit, sich für die nächsten Monate zu empfehlen“, betonte Löw und heizte so nach der bereits sicheren Qualifikation für das EM-Turnier 2008 in Österreich und der Schweiz den Konkurrenzkampf an.

          Jones: „Eine Belohnung für die schwere Zeit“

          Dabei räumt Löw dem 26-jährigen Schalker Jones, den er erstmals in die Vorzeige-Mannschaft des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) berief, durchaus gute Möglichkeiten ein. „Er hat in den vergangenen Wochen in der Bundesliga sehr gute Leistungen gebracht und uns durch seine Dynamik überzeugt“, betonte der Bundestrainer, der Jones erst am vergangenen Mittwoch beim Schalker 0:0 in der Champions League gegen den FC Chelsea persönlich beobachtet hatte.

          Serdar Tasci war schon einmal im Kader

          „Ich hatte das Thema Nationalmannschaft natürlich immer im Hinterkopf und habe darauf gehofft, einmal das deutsche Trikot tragen zu dürfen. Aber in erster Linie ist die Berufung für mich eine Belohnung für die schwere Zeit, die ich hinter mich gebracht habe“, kommentierte der ehemalige U 21-Nationalspieler Jones am Freitag seine Einladung. „Das harte und lange Aufbautraining vor dieser Saison hat sich ausgezahlt“, sagte der ehemalige Frankfurter, der bei „Königsblau“ zuletzt überzeugen konnte.

          Hanke und Neuville kehren zurück

          Auch der erst 20 Jahre alte Stuttgarter Tasci, der schon einmal im Aufgebot stand, ist wieder dabei. Der Bundestrainer will bei der letzten Zusammenkunft des Jahres 2007 die Eingeladenen auf Herz und Nieren prüfen: „Wir werden genau darauf achten, auf welchem Niveau sich die Spieler befinden und auch zahlreiche Gespräche führen.“

          Während der Hannoveraner Mike Hanke und der Gladbacher Oliver Neuville nach längeren Pausen wieder Pluspunkte bei Löw sammeln können, sind andere erst einmal draußen. Stefan Kießling (Leverkusen) und Patrick Helmes (Köln), zuletzt beim 0:0 in Irland und beim 0:3 gegen Tschechien noch im DFB-Kader, wurden nicht berücksichtigt. Gerald Asamoah (Schalke), Jan Schlaudraff (Bayern) und Sami Khedira (Stuttgart), die sich ebenfalls EM-Hoffnungen machen, müssen warten. Dafür sind Philipp Lahm, Thomas Hitzlsperger, Miroslav Klose, Roberto Hilbert und Tim Borowski nach Verletzungen wieder dabei. Der Bremer Borowski hatte zuletzt im Februar dieses Jahres gegen die Schweiz (3:1) für die DFB-Elf gespielt.

          Konkurrenz im Angriff „größer geworden“

          Da auch Michael Ballack, Torsten Frings, Bernd Schneider, Kevin Kuranyi, David Odonkor und Christian Pander, die alle für den Länderspiel-Abschluss 2007 verletzt ausfallen, zu den heißen EM- Kandidaten gehören, wird der harte Kampf um die EM-Fahrkarten schon jetzt deutlich. Vor allem die Konkurrenz im Angriff „ist deutlich größer geworden“, unterstrich Löw und nahm Rückkehrer Hanke schon jetzt in die Pflicht: „Genauso wie Tim Borowski hat er jetzt die Möglichkeit, in den zahlreichen Trainingseinheiten und möglicherweise auch in den Spielen zu beweisen, dass er wieder das Niveau der WM- Saison erreicht hat.“

          Löw misst seine Kandidaten immer an Verbesserungen, wie die Rückholaktion des mittlerweile 34 Jahre alten Neuville beweist. Der Zweitliga-Stürmer war in der Nationalelf zuletzt vor fast einem Jahr auf Zypern (1:1) zum Einsatz gekommen. „Oliver hat zuletzt starke Leistungen geboten, Tore erzielt und ist in einer sehr guten Form. Mit seiner Schnelligkeit ist er weiterhin ein Spieler, der sehr gut in unser System passt“, äußerte der Bundestrainer, der sein Personal am kommenden Dienstag in der Sportschule Barsinghausen versammelt.

          Für die Spiele gegen die Außenseiter Zypern und Wales erwartet Löw auch eine Wiedergutmachung für die jüngste 0:3-Niederlage gegen Tschechien. Das sei man auch den vielen Fans schuldig, die sich schon auf die Präsentation des neuen EM-Trikots am kommenden Mittwoch freuen können. Vor dem Spiel gegen Wales will sich das Nationalteam zudem am 18. November in Frankfurt mit einem öffentlichen Training für die große Unterstützung im abgelaufenen Jahr bedanken.

          EM-Qualifikationsspiele gegen Zypern und Wales:
          Tor: 23 Robert Enke (Hannover 96), 12 Timo Hildebrand (FC Valencia), 1 Jens Lehmann (FC Arsenal)
          Abwehr: 35 Gonzalo Castro (Bayer Leverkusen), 3 Arne Friedrich (Hertha BSC Berlin), 24 Manuel Friedrich (Bayer Leverkusen), 2 Marcell Jansen (Bayern München), 16 Philipp Lahm (Bayern München), 17 Per Mertesacker (Werder Bremen), 21 Christoph Metzelder (Real Madrid), 40 Serdar Tasci (VfB Stuttgart)
          Mittelfeld: 18 Tim Borowski (Werder Bremen), 27 Clemens Fritz (Werder Bremen), 34 Roberto Hilbert (VfB Stuttgart), 15 Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart), 39 Jermaine Jones (Schalke 04), 38 Simon Rolfes (Bayer Leverkusen), 7 Bastian Schweinsteiger (Bayern München), 28 Piotr Trochowski (Hamburger SV)
          Angriff: 32 Mario Gomez (VfB Stuttgart), 9 Mike Hanke (Hannover 96), 11 Miroslav Klose (Bayern München), 10 Oliver Neuville (Borussia Mönchengladbach), 20 Lukas Podolski (Bayern München)

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