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Nationalmannschaft : Kein neuer Frings in Sicht

Getrennte Wege: Löw will Frings nicht mehr Bild: AP

Nach dem Verzicht des Bundestrainers auf Frings richtet sich das größte Interesse auf die Besetzung des Mittelfelds der Nationalmannschaft. Dafür hat Löw neben den Neulingen Kroos und Müller noch zehn weitere Profis eingeladen.

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          Nachdem Joachim Löw nichts mehr von Torsten Frings in der Nationalmannschaft wissen will, kommt nun auch Kapitän Michael Ballack nicht zum Fitnesstest und zu den Werbeaufnahmen der Nationalmannschaft in der kommenden Woche. Aber der Kapitän bleibt nicht in London aus Protest über die Trennung von seinem besten Kumpel in der Nationalelf, für den er sich schon öfter starkgemacht hat. Der FC Chelsea spielt nicht mit.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Der gerade vom FC Arsenal von der Tabellenspitze der Premier League verdrängte Klub gibt den Deutschen nicht frei, weil Ballack am kommenden Mittwoch in der Premier League gegen Birmingham City ran muss. Zudem fehlt noch ein alter Bekannter, der bei den Weltmeisterschaften 2002 und 2006 zu den starken Kräften gehörte: Christoph Metzelder von Real Madrid - aber das hat bei dem 47-maligen Nationalspieler von der Madrider Ersatzbank rein sportliche Gründe.

          Kroos, Müller und Aogo zum ersten Mal dabei

          Dafür werden erstmals Toni Kroos (Bayer Leverkusen), Thomas Müller (FC Bayern München), Dennis Aogo (Hamburger SV) sowie nach längerer Pause auch Christian Träsch (VfB Stuttgart) und Robert Huth (Stoke City) zum Kader der dreißig Spieler gehören, die der Bundestrainer in Stuttgart auf die WM einstimmen will. Ursprünglich war eine Gruppe von 35 Profis erwartet worden, aber es fehlen auch die verletzten Lukas Podolski und Heiko Westermann. Stürmer Cacau vom VfB Stuttgart musste wegen einer Leistenzerrung kurzfristig passen. „Der Kader umfasst die Spieler, die in unserem Team in den vergangenen Monaten eine Rolle spielten - und jüngere Spieler, die über die WM 2010 hinaus eine Perspektive haben. Natürlich ist bei unseren WM-Planungen die Tür für andere Kandidaten nicht zu, aber es wird nur dann noch jemand eine Chance erhalten, wenn er bis zum Saisonende überragende Leistungen bringt“, sagte Löw.

          Der Bundestrainer hat ein großes Angebot an Mittelfeldspielern in seinem Aufgebot

          Nach dem Verzicht des Bundestrainers auf den 33 Jahre alten Bremer richtet sich das größte Interesse derzeit auf die Besetzung des Mittelfelds. Dafür hat Löw neben Kroos und Müller noch zehn weitere Profis eingeladen. Gentner, Hitzlsperger, Hunt, Jansen, Marin, Özil, Schweinsteiger und Trochowski sind allerdings nicht die Kandidaten, die auf der Position von Frings bisher Karriere gemacht haben. Die Konkurrenten, mit denen es der Bremer Kapitän noch immer glaubt aufnehmen zu können, heißen Hitzlsperger, Rolfes und Khedira.

          Frings fühlt sich „absolut fit“

          „Ich habe mich dem Wettbewerb auf dem Platz gestellt und eine starke Hinrunde gespielt. Ich fühle mich absolut fit und traue mir weiterhin zu, eine wichtige Rolle in der Nationalelf zu spielen“, sagte Frings nun im „Kicker“. Und seine siegreichen Konkurrenten?

          Man kann kaum behaupten, dass sie in dieser Saison allesamt einen großartigen Eindruck hinterlassen hätten. Rolfes spielte nach einer Meniskusoperation bis Mitte Oktober und musste dann nochmals am Knie operiert werden. Zu Beginn der Bundesliga-Rückrunde ist er erstmals wieder eingewechselt worden. Sami Khedira hat in der Nationalelf erst ein Spiel gemacht, aber Löw hält viel von dem Stuttgarter, nicht zuletzt wegen dessen Fähigkeiten beim Spielaufbau. Khedira zeigt ansprechende Leistungen in der Bundesliga, doch sie wurden getrübt von der enttäuschenden Vorrunde des VfB Stuttgart. Während Frings in Bremen zur Stammbesetzung gehört, erlebte Hitzlsperger den größten Rückschlag seit er zum Nationalteam gehört. In Stuttgart ist aus dem ehemaligen Kapitän ein Ersatzspieler geworden - Aussichten ungewiss.

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