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Nationalmannschaft : Eingespielt und tiefenentspannt

Der nächste Debütant: Torhüter Ron-Robert Zieler Bild: dpa

Schweinsteiger und Klose verletzt, Lahm pausiert: Es hätte Zeiten gegeben, da wären solche Probleme Anlass zu großer Sorge gewesen. Joachim Löw sieht aber genügend Qualität und Klasse.

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          Schweinsteiger verletzt? Götze und Özil in der Anfangsformation? Die durch die Champions League zusätzlich belasteten Spieler schonen? Wer vertritt den pausierenden Lahm als Kapitän? Wird Zieler von Beginn an im Tor stehen? Schränkt die Erkrankung von Reus die Variationsmöglichkeiten ein? Gibt es langfristig Sorgen wegen der Verletzung von Klose? Was passiert, wenn Gomez und Klose beide einmal nicht zur Verfügung stünden?

          Es hätte Zeiten gegeben, da wären solche Probleme Anlass zu großer Sorge für einen Bundestrainer gewesen, aber momentan scheint es nichts zu geben, was Joachim Löw - zumindest was die Nationalmannschaft betrifft - in irgendeiner Weise beunruhigen könnte. Die ein oder andere Frage löst der tiefenentspannte Bundestrainer am Mittwoch vor den Spielen gegen die Ukraine und die Niederlanden mit dem lässigen Hinweis darauf, dass man noch keine Notwendigkeit gesehen habe, sich über die Anfangsaufstellung finale Gedanken zu machen. Und warum das so ist, liefert Löw auch gleich nach: „Wir haben genügend Qualität und Klasse, um Ausfälle auf der ein oder anderen Position zu kompensieren - das haben wir geschafft in den vergangenen Jahren.“

          Die Grundelemente stimmen

          Es sind Testspiele, die das deutsche Nationalteam da am Freitag in der Ukraine und am Dienstag in Hamburg gegen die Niederlande zu bestreiten hat, und Löw lässt keinen Zweifel daran, dass er sie auch für ihren eigentlichen Zweck nutzen will. „Unsere Mannschaft ist viel eingespielter als vor zwei Jahren, die Grundelemente stimmen“, sagt er, und deshalb will er nach Möglichkeit viel variieren in beiden Spielen und manchen Spieler früher auswechseln oder schonen.
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          Allenfalls Tendenzen mag er preisgeben, und so nichts weiter in den beiden Trainingseinheiten vor der Partie am Freitag in Kiew geschieht, ist davon auszugehen, dass Özil und Götze dort gemeinsam in der Startaufstellung stehen. Özil etwas offensiver, Götze etwas defensiver, wie Löw betont, was aber keine Überraschung wäre, sondern nur der Logik geschuldet. Der schon jetzt vielumworbene und doch noch langfristig in Dortmund unter Vertrag stehende Götze hat bei der Borussia schließlich schon längst seine Fähigkeiten offenbart, auf mehreren Positionen im Mittelfeld einsetzbar zu sein.

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          Mario Götze könnte erstmal gemeinsam mit... :

          Darauf aber hat selbst Götze kein Exklusivrecht - mehr und mehr scheint es, als gehöre die Vielseitigkeit bis auf ein paar Ausnahmen längst zum Anforderungsprofil für einen deutschen Nationalspieler. Per Mertesacker, dem Löw bei Arsenal London ansteigende Form bescheinigt, gehört als Innenverteidiger ebenso wie die Stürmer Gomez und Klose offenbar zum kleinen Kreis derer, die nur auf einer Position einsetzbar scheinen.

          Der große Rest aber kann von Löw nach Belieben und je nach Gegner so verschoben werden, dass das Herz eines jeden Trainers aufgehen müsste. Das haben sie sich erarbeitet, und die Nationalmannschaft steht da nur am Ende der Nahrungskette. Ausgegangen ist die neue deutsche Welle schließlich von den Leistungszentren der Bundesligavereine, die ihnen DFB und Deutsche Fußball-Liga allerdings einst abverlangt hatten, und von der Erkenntnis der Vereine, dass es sich lohnt, auf die Jugend zu setzen.

          So deutlich wie nirgendwo zeigt sich das auf der Torwartposition. Noch nie hatte Deutschland so viele talentierte Hände im Spiel, und mit Zieler kommt einer der Jungen nun wegen der Pause für Manuel Neuer in den Genuss, sein Debüt zu geben.

          „So groß ist der Unterschied aber zu den anderen jungen Torleuten nicht“, sagt Löw gleich. So viele Torhüter können in Deutschland also gar nicht ausfallen, das am Ende nicht einer im Tor steht, der diesen Job außerordentlich gut verrichtet. Alles beruhigende Nachrichten, und selbst das neue Trikot für die EM ist schon fertig. „Das ist heute ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur EM“, sagt Löw bei der Präsentation. So gelassen wie er bei allen sportlichen Fragen wirkt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ihm dieser Meilenstein völlig egal ist. Das neue Trikot ist im übrigen in der Hauptsache weiß und dazu in schwarz abgesetzt - ein deutsches Trikot halt und bestimmt ein Verkaufsschlager.

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