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Nationalmannschaft : Beckenbauer: „Entscheidung fällt in dieser Woche“

  • Aktualisiert am

Plaudertasche: Franz Beckenbauer Bild: dpa

Glaubt man den Worten von Franz Beckenbauer, zeichnet sich bei der Suche nach einem neuen Bundestrainer ein Ende ab. Die Redseligkeit des „Kaisers“ sorgt DFB-intern für Unmut.

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          Bei der Suche nach einem neuen Bundestrainer zeichnet sich offensichtlich nun ein Ende ab. „Ich gehe davon aus, daß in dieser Woche eine Entscheidung fällt“, sagte Franz Beckenbauer nach einer Sitzung der Trainerfindungskommission (TFK) des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

          Neben dem dänischen Nationaltrainer Morten Olsen und dem Niederländer Guus Hiddink besitzt auch Kameruns Nationalcoach Winfried Schäfer gute Chancen, die Nachfolge des vor einem Monat zurückgetretenen DFB-Teamchefs Rudi Völler anzutreten. Der frühere Bundesliga-Trainer war von Beckenbauer selbst als Kandidat ins Spiel gebracht worden.

          Redseliger Beckenbauer

          Bis auf „Chef-Fahnder“ Beckenbauer schwiegen sich alle Beteiligten an der Trainersuche auch am Dienstag weiter aus. Weder über eine angebliche Entscheidung in den nächsten Tagen noch über die Spekulationen in Bezug auf Schäfer gab es aus DFB-Kreisen eine Stellungnahme. „Wir werden weiter an unserer Linie festhalten. Erst wenn es eine Entscheidung gibt, werden wir uns äußern“, sagte DFB-Pressechef Harald Stenger.

          Am Montag hatte die Trainerfindungskommission mit WM-OK-Chef Beckenbauer, DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder, Liga-Präsident Werner Hackmann und DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt in der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main zwei Stunden getagt. Aussagen zum Stand der Verhandlungen hatte es anschließend nicht gegeben. Auch über einen Termin für das nächste Treffen der Kommission wurde nichts bekannt.

          Nur Beckenbauer plauderte. Schon vor der TFK-Sitzung hatte er Schäfer ins Gespräch gebracht, anschließend von einer Entscheidung in den nächsten Tagen gesprochen. Die Redseligkeit des „Kaisers“ sorgt DFB-intern bereits für gewisses Unverständnis, zumal man sich durch öffentliche Äußerungen nach den Absagen von Ottmar Hitzfeld und Otto Rehhagel nicht wieder unnötig unter Druck setzen lassen will.

          Schäfer für Kahn „echte Alternative“

          Weiterhin läuft jedoch alles auf einen der seit Tagen Verdächtigen hinaus. Sowohl Olsen, der noch bis 2006 Vertrag als Nationaltrainer Dänemarks unter Vertrag steht, als auch Hiddink (Vertrag beim PSV Eindhoven bis 2007) scheinen weiterhin im Rennen. Dazu gilt inzwischen auch die nationale Variante mit Schäfer als realistisch.

          Der frühere Bundesliga-Coach des Karlsruher SC und des VfB Stuttgart, der seit 2001 die „Unbezähmbaren Löwen“ aus Kamerun betreut und 2002 Afrika-Meister wurde, hat schon Bereitschaft signalisiert. Schäfer hat in Kamerun zwar ebenfalls noch einen Vertrag bis 2006, soll aber eine Ausstiegsklausel besitzen.

          DFB-Kapitän Oliver Kahn hatte seinen ehemaligen KSC-Coach bereits als geeigneten Mann bezeichnet. „Ich kenne den Winnie aus meiner Zeit beim KSC. Dort hat er etwas entfacht, etwas aufgebaut, was phantastisch war. Er würde mit einer absoluten Begeisterung, mit einer absoluten Hingabe diesen Job machen. Für mich ist er eine echte Alternative.“ Außerdem solle man sich bei der Trainersuche laut Kahn auf die Kandidaten konzentrieren, die „zu Fuß zum DFB laufen würden“.

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