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Nationalmannschaft : Baustelle Abwehr

Ernster Blick: Bundestrainer Joachim Löw weiß um die Sorgen seines Teams
          1 Min.

          Joachim Löw versuchte, den Mangel kreativ zu verwalten. „Sie können darauf setzen, dass wir mit einer Abwehr auflaufen“, sagte er am Donnerstag nach der Ankunft in Dublin auf die Frage, ob er gegen Irland eine schlagkräftige Verteidigung aufbieten könne. Mit einer Prise Galgenhumor reagierte der Bundestrainer auf ein defensives Dauerthema - die Besetzung der linken Außenbahn. „Ich kann mir ja keinen schnitzen“, sagte er angesichts des mangelnden Angebots.

          Christian Kamp
          Sportredakteur.

          Die Ansage, dass man dann eben mit Marcel Schmelzer weiterarbeiten werde, in der Hoffnung, dass der Dortmunder möglichst bald das „international höchste Niveau“ erreicht, das Löw sich wünscht, klang eher zweckoptimistisch - und dürfte nebenbei Schmelzer nicht geschmeckt haben.

          Kein gutes Zeugnis: Marcel Schmelzer wird öffentlich kritisiert
          Kein gutes Zeugnis: Marcel Schmelzer wird öffentlich kritisiert : Bild: dpa

          Von einem Notstand in der Defensive zu sprechen, wäre vielleicht übertrieben. Angespannter als sonst ist die Lage vor den beiden letzten WM-Qualifikationsspielen dieses Jahres an diesem Freitag gegen Irland (20.45 Uhr, live im ZDF und F.A.Z.-Liveticker) und am Dienstag in Berlin gegen Schweden aber schon. Vor allem in Dublin, wo nicht nur die verletzten Mats Hummels und Lars Bender fehlen, sondern auch der gesperrte Kapitän Philipp Lahm.

          Löw hat schon reagiert und den Hamburger Heiko Westermann zum Team beordert. Umbauten wird es in jedem Fall geben. In der Innenverteidigung ist Per Mertesacker als Ersatz für Mats Hummels neben Holger Badstuber vorgesehen. Und auf rechts ist mit Jerome Boateng anstelle seines Münchner Kollegen Lahm zu rechnen.

          Nicht allein Verantwortung der letzten Reihe

          Basisarbeit in der Verteidigung stand auch in den letzten Trainingstagen an. Dabei machte Löw aber deutlich, dass für die Wehrhaftigkeit nicht allein die letzte Reihe verantwortlich sei. „Es hängt nicht alles immer nur an der Abwehr“, sagte er. Defensive Stabilität, mehr Ordnung, mehr Struktur, mehr Klarheit - das seien Aufgaben, die das ganze Team besser bewältigen müsse als zuletzt. Dabei soll auch wieder Bastian Schweinsteiger helfen, der gemeinsam mit Sami Khedira die Organisation im Mittelfeld übernehmen wird.

          Stichwort Schweinsteiger - in der schwelenden Debatte, wie es um Geist und Zusammenhalt der deutschen Mannschaft bestellt sei, offenbarte Löw eine kleine, aber nicht uninteressante Unterscheidung: Während die Stimmung bei der WM 2010 „herausragend gut“ gewesen sei, habe er das bei der EM 2012 „nicht genauso“ gesehen, sondern lediglich „gut“. Ob man das schon als Mangel bezeichnen will, scheint - anders als in der Abwehr - eine Frage der Perspektive zu sein.

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