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Blatter-Nachfolger : Gegner, Strippenzieher oder ein Kaiser?

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Wer wird Nachfolger von Joseph Blatter (Mitte)? Michel Platini (links) oder gar Franz Beckenbauer? (Foto von 2007) Bild: AP

Der König ist tot, es lebe der König: Kaum hat Blatter als Fifa-Präsident seinen Rücktritt erklärt, werden mögliche Nachfolger in Position gebracht. Einen wirklichen Neuanfang würden nur wenige bedeuten.

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          Schon wenige Minuten nach dem angekündigten Rückzug von Joseph Blatter haben die Spekulationen um den möglichen Nachfolger begonnen. Der Wahlkongress soll voraussichtlich zwischen Dezember diesen Jahres und März 2016 stattfinden. Schon am Dienstagabend äußerten sich die ersten potentiellen Kandidaten. Die Liste ist lang und vielfältig. Einen wirklichen Neuanfang würden jedoch nur wenige bedeuten. Das Feld reicht von aktuellen Top-Funktionären, früheren Herausforderern des scheidenden Schweizers bis zu einer deutschen Lichtgestalt.

          Der Uefa-Chef: Platini

          Eine Kampfkandidatur gegen Blatter hatte Michel Platini (59) als Präsident der Europäischen Fußball-Union stets tunlichst vermieden. Ambitionen auf das höchste Funktionärsamt verhehlte der Franzose hingegen ebenso wenig. „Es ist noch nicht an der Zeit etwas anderes zu tun“, sagte Platini vor zehn Monaten, als er seinen Verzicht auf eine Fifa-Bewerbung erklärte. Doch eine weltweite Unterstützung für den Blatter-kritischen Platini erscheint zumindest zum derzeitigen Zeitpunkt fraglich.

          Die früheren Gegner: Van Praag, Al-Hussein, Figo

          Der gegen Blatter unterlegene Prinz Ali Bin Al-Hussein aus Jordanien und der Niederländer Michael Van Praag erklärten schon am Dienstagabend, dass sie sich eine Kandidatur offenhalten. Luis Figo, der wie van Praag vor der Wahl zugunsten al-Husseins zurückgezogen hatte, forderte eine „gemeinsame weltweite Lösung“. Aus dem Trio besäße al-Hussein wohl die größten Chancen - pikant würde die Situation, wenn sowohl der aus Europa unterstützte Jordanier wie auch Platini antreten sollten. Der frühere Profi David Ginola, der schon vor der vergangenen Wahl die notwendigen fünf Unterstützerländer nicht aufbringen konnte, will es erneut versuchen.

          Der Stellvertreter: Hayatou

          Wäre der Schweizer sofort zurückgetreten, hätte Issa Hayatou als längster sich im Amt befindender Vizepräsident die Geschäfte übernommen; Alles andere als ein Neuanfang. Der 68-Jährige aus Kamerun sitzt seit 1990 in der Fifa-Exekutive und stand schon mehrfach unter Korruptionsverdacht, den er stets zurückwies. 2011 kam er mit einer Rüge des Internationalen Olympischen Komitees für den Erhalt von 20.000 US-Dollar vom früheren Marketingpartner ISL davon.

          Der Strippenzieger: Al Sabah

          Erst beim Kongress am vergangenen Freitag wurde Ahmad al Sabah ins Fifa-Exekutivkomitee (Exko) gewählt. Und doch war der Kuwaiti schon mittendrin. Am Vorabend der Wahl zeigten Fotos den höchst einflussreichen Sportfunktionär an der Seite von Platini, al Sabah weiß wie man Mehrheiten beschafft. Schon Thomas Bach profitierte bei der Wahl zum IOC-Präsidenten von seinen Diensten.

          Der Kaiser: Beckenbauer

          Seine Popularität nutzte Franz Beckenbauer bereits, um die WM 2006 nach Deutschland zu holen - auf ihn als Präsidenten könnte sich die Fußball-Welt sicher einigen. Als Exko-Mitglied war er allerdings bei der skandalumwitterten WM-Vergabe an Russland 2018 und Katar 2022 im Dezember 2010 beteiligt und sieht sich noch mit Ermittlungen der Fifa-Ethikkommission konfrontiert.

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