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Nach Nazi-Skandal : Chemnitz zwischen Braun und Himmelblau

  • -Aktualisiert am

Die offiziellen Farben des Vereins sind auch im Fanblock zu finden: Anhänger des Chemnitzer FC bei Spiel gegen Budissa Bautzen. Bild: dpa

Beim ersten Heimspiel nach dem großen Skandal um Trauerbekundungen für einen verstorbenen Rechtsextremen wird deutlich: Vereinsführung und Ultras des Fußballklubs trennt ein tiefer Graben. Eine Reportage.

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          „Chemnitzer FC – lasst uns nach vorne schau’n / Wir Fans sind immer für Euch da / Darauf könnt Ihr bau’n!“, heißt es in der Vereinshymne, die auch am Samstag durch das Chemnitzer Stadion hallt. Doch gemeinsam nach vorne geschaut wurde an dem Spieltag eher nicht, weil vor allem zwischen Vereinsführung und Fans, besonders den Ultras, ein Graben liegt, der bei der Viertliga-Partie gegen Budissa Bautzen wohl noch tiefer wurde. Es war der erste Heimauftritt der Chemnitzer nach dem Spiel gegen Altglienicke, bei dem es im Stadion eine offiziell anmutende Trauerbekundung für den Rechtsextremisten Thomas Haller gegeben hatte, der Gründer einer Hooligan-Vereinigung („HooNaRa – Hooligans, Nazis, Rassisten“) war und in früheren Jahren mit seinem Sicherheitsdienst auch enge Beziehungen zum Verein pflegte.

          Stefan Locke

          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Die Vorfälle haben den ohnehin in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckenden Chemnitzer FC in eine tiefe Krise gestürzt. Die Vereinsführung unter Insolvenzverwalter Klaus Siemon verstrickte sich nach den Ereignissen in Widersprüche; sie rechtfertigte die Trauer zunächst als „Gebot der Mitmenschlichkeit“, vollzog dann tags darauf eine Kehrtwende und stellte Strafanzeige gegen unbekannt, weil der Verein unter Androhung von Ausschreitungen zu der Trauerbekundung gezwungen worden sei.

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