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Nach Kopfstoß : DFB sperrt Duisburgs Trainer Meier ab sofort

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Darf vorerst nicht als Trainer arbeiten: Duisburgs Norbert Meier Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Norbert Meier vom Bundesligaverein MSV Duisburg darf nach den Vorfällen während des Spiels gegen den 1. FC Köln seinen Beruf vorübergehend nicht ausüben. Das entschied das DFB-Sportgericht. Ob sich der Verein von seinem Coach trennt, steht noch nicht fest.

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          Trainer Norbert Meier von Fußball-Bundesligaverein MSV Duisburg darf nach den Vorfällen während des Spiels gegen den 1. FC Köln am Dienstag abend seinen Beruf vorübergehend nicht mehr ausüben. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bestätigte nach nur wenigen Stunden einen Antrag des Kontrollausschusses auf eine einstweilige Verfügung für die Verhängung einer sofortigen Sperre.

          Damit darf Meier ab sofort nicht mehr das Training seines Klubs leiten oder an Mannschaftssitzungen teilnehmen. Über die Dauer der Sperre wird das DFB-Sportgericht noch entscheiden. Wann es den „Fall Meier“ behandelt, steht noch nicht fest. Nach Angaben von DFB-Pressesprecher Harald Stenger sei die Beweislage aber derart klar, daß für die Verhängung des vorläufigen Berufsverbotes das Vorliegen einer offiziellen Stellungnahme Meiers nicht vonnöten sei.

          Meier suspendiert, Scholz übernimmt Training

          „Wir haben die Forderungen des DFB 1:1 umgesetzt und Meier vorläufig suspendiert. Co-Trainer Heiko Scholz übernimmt ab sofort das Training“, sagte der MSV-Vorstandsvorsitzende Walter Hellmich. Eine endgültige Trennung von Meier sei damit aber noch nicht vollzogen. Der Verein wolle zunächst die Verhandlung gegen den Coach vor dem Sportgericht abwarten.

          Meier stößt mit dem Kopf zu und läßt sich theatralisch fallen

          „Ein Trainer, der sich so verhält, darf nicht drei Tage später wieder auf der Bank sitzen“, hatte der Kontrollausschuß-Vorsitzende Horst Hilpert schon zuvor erklärt. Der Duisburger hatte unmittelbar nach der Partie noch versucht, den Vorfall zu verharmlosen. Am Mittwoch stellte Meier vor dem Training jedoch klar: „Als ich die Bilder im TV gesehen habe, bin ich erschrocken. Ich hatte einen Blackout und entschuldige mich dafür“, sagte der MSV-Coach.

          Schon drei vergleichbare Fälle

          Er habe Streit bereits angerufen und sich bei ihm entschuldigt, berichtete Meier und warb um Verständnis: „Ich habe mir in 25 Jahren nichts zu Schulden kommen lassen und noch nie eine Rote Karte erhalten.“ Der MSV-Vorstandsvorsitzenden Walter Hellmich betonte: „Der Trainer hat etwas gemacht, was nicht geht. Das war ein klarer Blackout.“

          Die Tätlichkeit von Meier ist in der Geschichte des deutschen Profi-Fußballs kein Einzelfall. Bereits drei Mal mußte der DFB-Kontrollausschuß in ähnlichen Fällen ein Urteil sprechen. Eugen Hach wurde in seiner Zeit als Trainer von Alemannia Aachen vom DFB-Kontrollausschuß mit einem dreimonatigen „befristeten Verbot zur Ausübung der Tätigkeit als Fußball-Lehrer“ und einer Zahlung von 15.000 Mark bestraft. Das ist bis heute die höchste gegen einen Trainer verhängte Strafe im deutschen Profi-Fußball. Am 30. Spieltag der Zweitliga-Saison 1999/2000 (5. Mai 2000) würgte Hach in der Partie gegen Energie Cottbus den Stürmer Franklin Bitencourt.

          Lorant und Reimann als Schubser

          Werner Lorant wurde am 2. März 2003 als Chefcoach von LR Ahlen zu zwei Spielen Innenraumverbot und einer Geldstrafe von 6.000 Euro verurteilt. Im Zweitliga-Spiel gegen Wacker Burghausen hatte er laut Urteilsbegründung dem Burghausener Spieler Macchambes Younga-Mouhani „einen leichten Stoß gegen den Oberkörper“ versetzt.

          Zu fünf Spielen Innenraumverbot und 25.000 Euro Geldstrafe verurteilte der DFB-Kontrollausschuß am 26. März 2004 den ehemaligen Trainer von Eintracht Frankfurt, Willi Reimann. Er hatte den vierten Schiedsrichter Thorsten Schriever (Ottendorf) im Bundesligaspiel gegen Borussia Dortmund in einem Wutausbruch zweimal geschubst.

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