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Nach Flicks Ankündigung : Bayern-Präsident Hainer stützt Salihamidzic

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Unterschiedlich Sichtweisen: Hasan Salihamidzic (l.) und Hansi Flick Bild: EPA

Gegen Angriffe und Hetze auf Sportvorstand Salihamidzic verwahrt sich Bayern-Präsident Hainer. Die Fan-Initiative „Pro Hansi Flick, Brazzo raus!“ wirft dem Vorstand ihrerseits vor, den Anhang zu diffamieren.

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          Nach öffentlichen Debatten hat der FC Bayern München seinen Sportvorstand Hasan Salihamidzic entschieden verteidigt. „Der FC Bayern stellt sich geschlossen und mit Nachdruck gegen Anfeindungen in Richtung Hasan Salihamidzic“, sagte Präsident Herbert Hainer. „Sachliche Kritik ist selbstverständlich immer zulässig. Persönliche Angriffe und Hetze verurteilen wir allerdings auf das Schärfste, dafür gibt es beim FC Bayern nicht den geringsten Platz.“

          Die Fan-Initiative „Pro Hansi Flick, Brazzo raus!“ warf dem Vorstand ihrerseits vor, die legitime Meinung des Anhangs „unter Zuhilfenahme des Vorwurfs der Hetze“ zu diffamieren. „Selbstredend distanzieren wir uns von jeglicher Form der Anfeindung“, hieß es in einer Mitteilung der Gruppierung, die nach eigenen Angaben rund 5000 Bayern-Fans weltweit vertritt. In ihrer Umfrage haben sich 66.000 gegen Salihamidzic und für Trainer Hansi Flick ausgesprochen.

          Im Zuge des Wirbels um Trainer Hansi Flick, der am vergangenen Wochenende den Wunsch nach einer vorzeitigen Vertragsauflösung öffentlich gemacht hatte und dafür vom Vorstand scharf gerügt worden war, ist Salihamidzic für etliche Fans zur Zielscheibe geworden. Im Fokus steht dabei die Transferpolitik des 44-Jährigen. Zwischen ihm und Flick gab es wiederholt Differenzen.

          „Wir alle, auch ich, haben uns über die tollen Leistungen der Mannschaft und den hervorragenden Fußball der vergangenen 18 Monate gefreut, und wir verstehen, dass sich ein Trainer einen Kader mit am liebsten 30 Top-Stars wünscht  das geht uns ja allen so“, äußerte Hainer in der Mitteilung in der Nacht zum Donnerstag. „Aber wir haben Corona, wir müssen mit einem Umsatzverlust von rund 150 Millionen Euro kalkulieren.“ Der FC Bayern sei „nach wie vor wirtschaftlich gut aufgestellt, doch die Schleifspuren sind beträchtlich“.

          Salihamidzic war 2017 zunächst als Sportdirektor eingestellt worden. Im vergangenen Sommer berief ihn der Aufsichtsrat zum Sportvorstand. Als solcher habe er neben den sportlichen auch wirtschaftliche Aspekte zu berücksichtigen, betonte Hainer: „Es ist im Grunde systemimmanent, dass ein Trainer mehr den kurzfristigen Erfolg im Blick hat, und ein Sportvorstand auch mittel- bis langfristig kalkulieren muss.“

          Hainer, der auch Aufsichtsratschef ist, hob hervor, dass „wir alle Entscheidungen gemeinsam treffen, auch bei der Zusammenstellung des Kaders. Und wir werden auch gemeinsam dafür sorgen, dass es bei uns a) wieder ruhiger wird und wir b) auch in Zukunft unsere Erfolgsgeschichte weiterschreiben werden.“

          Dies aber wohl ohne Flick, der den Klub um Auflösung seines bis 2023 laufenden Vertrages gebeten hat. Weitere Gespräche soll es nach dem Spiel beim FSV Mainz 05 am Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) geben, wo die Bayern vorzeitig ihr 31. Meisterschaft perfekt machen können.

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