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Nach dem 1:2 in Basel : Klose läßt Werder auf die Champions League hoffen

  • -Aktualisiert am

Überlegen: Basels Zanni überspringt Werders van Damme deutlich Bild: REUTERS

Spät, aber vielleicht gerade noch rechtzeitig hat Werder Bremen seine Aussichten, die Gruppenphase der Champions League zu erreichen, erheblich verbessert. Miroslav Klose erzielte das wichtige Auswärtstor bei der 1:2-Niederlage beim FC Basel.

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          Spät, aber vielleicht gerade noch rechtzeitig hat der SV Werder Bremen seine Aussichten, die Gruppenphase der bevorstehenden Champions-League-Runde zu erreichen, erheblich verbessert. Kloses Treffer zur 1:2-Niederlage (73. Minute) machte den am Mittwoch abend im St.-Jakob-Park zu lange hingenommenen Rückstand auf den schweizerischen Fußballmeister FC Basel erträglich.

          Lange hatte es, zumal nach den Toren von Degen (28.) und Rossi (52.) so ausgesehen, als sollte der Tabellendritte der vergangenen Bundesliga-Saison im ersten der beiden Qualifikationsspiele zur europäischen Meisterklasse deutlich unterlegen sein. So aber besitzt Werder für das Rückspiel in vierzehn Tagen im Weserstadion noch alle Chancen. Will sich das Team von Trainer Thomas Schaaf jedoch am Ende gegen die Schweizer durchsetzen, muß es mindestens so gut kämpfen und spielen wie in den letzten zwanzig Minuten am Mittwoch abend.

          Viel Respekt auf beiden Seiten

          Respekt, Respekt: So waren sich die beiden Klubs von vornherein begegnet. Thomas Schaaf, der Bremer Trainer, lobte die Mannschaft seines schweizerischen Kollegen Christian Groß: „Basel hat sehr gute Einzelspieler, eine gute Mannschaft und ein gutes Stadion mit einem tollen Anhang, der das Team immer wieder nach vorn treibt.“ Der Baseler Vereinspräsident Werner Edelmann gab die Blumen aus dem deutschen Norden gern zurück: „Der SV Werder hat es mit topseriöser Arbeit und frei von jeglichen Hollywood-Allüren geschafft, zu einer der führenden Adressen im deutschen und damit auch im europäischen Fußball zu werden.“

          Hart umkämpft: Bremens Borowski grätscht Basels David Degen ab

          Schön gesagt vor einem Duell, das allen höflichen Worten zum Trotz für den viermaligen deutschen Meister unter dem von Sportdirektor Klaus Allofs formulierten Motto stand: „Wenn wir den Anspruch haben, eine Topmannschaft zu sein, müssen wir die Aufgabe lösen.“ Aber doch nicht so wie in der ersten Halbzeit. Da präsentierten sich die zum Bundesliga-Auftakt noch überaus stürmischen Bremer in jeder Hinsicht rückspielorientiert. Hätte Werder das Defensivspiel besser beherrscht, der Versuch, möglichst lange ein Unentschieden zu wahren, wäre für genügsame Gemüter ausreichend gewesen. Tatsächlich aber stürzten speziell die Unsicherheiten der Außenverteidiger Davala und van Damme die Bremer Abwehr allzuoft in peinliche Verlegenheiten.

          Schwache Bremer Offensive

          Basel nutzte seine Vorteile auf den Flügeln entweder durch dynamische Dribblings des Australiers Chipperfield links oder durch energische Vorstöße von David Degen, dem Zwillingsbruder des für Borussia Dortmund verteidigenden Philipp Degen, aus. Deren gute Hereingaben beschworen, weil auch der brasilianische Verteidiger Naldo in Bremen noch nicht angekommen scheint, ständig Torgefahr für Werders Schlußmann Reinke herauf.

          Da Schaafs Mannschaft offensiv auch nur wenig zu bieten hatte, weil Klose nach Klebers grobem Foul schon nach dreißig Sekunden gehemmt wirkte, Klasnic eine glasklare Bremer Chance nicht nutzte (39.) und Spielmacher Micoud während des ersten Spielabschnitts uninspiriert wirkte, fiel bei den Norddeutschen bis auf die bemühten Borowski und Frings so gut wie niemand angenehm auf.

          Weiter als 800 Kilometer

          Daß der FC Basel unter den für ihn günstigen Umständen nur 1:0 durch einen Flachschuß von Degen nach einem Abpraller Reinkes führte (28.), konnten die Bremer nach 45 Minuten als glücklichen Umstand werten.Schaafs erste Reaktion war verständlich: Er wechselte nach der Pause den gelb-rot gefährdeten van Damme gegen den solideren Schulz aus. Doch helfen tat's den Bremern nichts.

          Der ebenfalls in der 46. Minute für den angeschlagenen Chipperfield gekommene Argentinier Rossi fackelte in der 52. Minute nicht lange, einen feinfühligen Kurzpaß von Petric an Reinke vorbei zum 2:0 zu veredeln. In diesem Moment, da 29.000 Zuschauer im St.-Jakob-Park ihre Mannschaft frenetisch feierten, war die Champions League weiter von Werder entfernt als die 800 Kilometer zwischen Bremen und Basel.

          Ohne jeglichen Spielrhythmus

          Werders Reaktion kam keinesfalls prompt; dafür hatte dem Bundesliga-Ersten nach dem ersten Spieltag zu lange jeglicher Spielrhythmus gefehlt. Erst nach rund einer Stunde verlagerte sich die Partie zusehends in die Hälfte des schweizerischen Meisters, der bei seinen Gegenattacken aber weiterhin Gefahr ausstrahlte. Dennoch: Nun zeigte Miroslav Klose endlich, warum er der vielleicht beste deutsche Angreifer ist. Eine Drehung, ein Schuß, und es hieß zum Schrecken des leidenschaftlichen Baseler Publikums nur noch 2:1 für den FCB (73.).

          Klasnics Kopfball, den der einst in Leverkusen unglücklich agierende Torhüter Zuberbühler soeben parierte (76.), hätte die Verhältnisse sogar ausgleichen können. Das aber wäre an diesem Abend zu viel des Guten für eine lange zu zaghafte, zu harmlose und zu phantasielose Bremer Mannschaft gewesen.

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