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Nach 0:6 und Affenlauten : Balakow will nicht das Problem sein

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Krassimir Balakow, umständlich formuliert, aber konsequent in der Ausführung: „Ich sagte, dass, falls ich das Problem des bulgarischen Fußballs bin, ich keine Minute darüber nachdenken und meinen Rücktritt einreichen werde.“ Bild: Reuters

Wegen „zuletzt enttäuschender Leistungen“ des Teams tritt Balakow als Nationaltrainer Bulgariens zurück. Unklar ist, ob er auch wegen des Rassismus-Eklats Konsequenzen zieht.

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          Bulgariens Fußball-Nationaltrainer Krassimir Balakow ist vier Tage nach dem Rassismus-Eklat beim EM-Qualifikationsspiel gegen England (0:6) zurückgetreten. Auch die gesamte Führung des nationalen Verbandes (BFU) reichte laut offizieller Mitteilung von diesem Freitag ihren Rücktritt ein. Man sei „übereingekommen, dass die Leistungen des Nationalteams zuletzt enttäuschend“ gewesen seien.

          „Ich sagte, dass, falls ich das Problem des bulgarischen Fußballs bin, ich keine Minute darüber nachdenken und meinen Rücktritt einreichen werde“, sagte der frühere Bundesliga-Profi des VfB Stuttgart einem Bericht des Staatsfernsehens zufolge. Bulgarien hat nach dem Debakel gegen England keine Chance mehr auf eine Teilnahme an der Endrunde 2020. Einen Nachfolger soll der frühere Nationalspieler Jordan Letschkow suchen, Schütze des entscheidenden 2:1 im WM-Viertelfinale 1994 gegen Deutschland.

          Wegen der rassistischen Entgleisungen während des Spiels am Montagabend in Sofia trat auch das gesamte Exekutivkomitee des Bulgarischen Fußball-Verbandes (BFS) zurück. Im Stadion waren Affenlaute zu hören und der Hitler-Gruß zu sehen gewesen. Es kam im Anschluss bereits zu Festnahmen mutmaßlicher Täter. Ein 18 Jahre alter Bulgare soll in Haft bleiben. Er soll laut Staatsanwaltschaft den Hitler-Gruß gezeigt haben. Dem bulgarischen Verband droht eine harte Strafe durch die Europäische Fußball-Union (Uefa).

          Balakow, langjähriger Bundesliga-Profi und 2012 Trainer des 1. FC Kaiserslautern, hatte nach dem Abpfiff am Montag in einem ersten Interview behauptet, von den Affenlauten und noch schlimmeren Vorfällen in Sofia nichts mitbekommen zu haben. Später bat er in einer Mail um Entschuldigung. Unklar blieb zunächst, ob ein Zusammenhang zwischen Rücktritt und Eklat besteht.

          Verbandschef Borisslaw Michailow hatte schon am Dienstag seinen Rücktritt erklärt. Er reichte diesen nun während einer Tagung in der Verbandszentrale in Bojana bei Sofia offiziell ein. Der frühere Torwart und Rekordnationalspieler leitete den Verband seit 2005. Interims-Präsident ist vorerst Michail Kassabow, der bisherige Stellvertreter.

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