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Ärger um Fan-Banner : Schalke und Assauer akzeptieren Entschuldigung

  • Aktualisiert am

Der frühere Schalker Manager Rudi Assauer ist seit Jahren an Alzheimer erkrankt. (Bild von 2011) Bild: dpa

Kein guter Tag für den MSV Duisburg: Beim 0:5-Aus im DFB-Pokal zeigen Fans ein geschmackloses Plaket gegen Rudi Assauer. Der frühere Schalker Manager, der an Alzheimer erkrankt ist, akzeptiert die Entschuldigung.

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          Das Entsetzen war groß, der Ärger um das geschmacklose Fan-Banner beim Pokalspiel zwischen dem MSV Duisburg und Schalke 04 (0:5) jedoch schnell verraucht. „2011? Selbst Rudi kann sich nicht erinnern!“ Ein Banner mit dieser Aufschrift hatten MSV-Anhänger in Anspielung auf das gegen Schalke vor vier Jahren in Berlin verlorene Pokalfinale hochgehalten. Rudi Assauer, ehemaliger Schalke-Manager, ist seit Jahren an Alzheimer erkrankt.

          „Scham- und geschmacklos“ fand Schalke-Vorstand Horst Heldt das Plakat. „Rudi Assauer ist ein Mann, der unheimliche Verdienste um den Verein hat und leider Gottes erkrankt ist.“ Auch MSV-Geschäftsführer Bernd Maas war entsetzt und hatte sich in aller Form direkt nach dem Spiel öffentlich bei Schalke und Assauer entschuldigt. „Es spiegelt nicht die Werte wider, für die der MSV steht. Es tut mir sehr leid.“

          Für Assauer und seine Tochter Bettina Michel, die ihren 71 Jahre alten Vater daheim betreut, war die Angelegenheit damit abgehakt. „Wir beide wissen, dass dieses Plakat überhaupt nicht die Meinung der Fans des MSV Duisburg widerspiegelt. Deshalb konnte auch nicht eine Handvoll Idioten uns einen ansonsten so schönen Fußball-Nachmittag kaputt machen. Wir kommen gerne wieder und drücken dem MSV selbstverständlich weiterhin die Daumen“, hieß es auf Facebook.

          MSV entschuldigt sich bei Rudi Assauer und S04Der MSV Duisburg entschuldigt sich in aller Form bei Rudi Assauer und...

          Posted by MSV Duisburg on Samstag, 8. August 2015


          Neuer Trainer, frischer Wind, guter Einstand - beim Schalke 04 war die Stimmung abgesehen vom Zwischenfall mit dem Banner nach dem perfekten Pflichtspiel-Debüt von Cheftrainer  André Breitenreiter hervorragend. „Verdient gewonnen, überzeugend gespielt - so muss man die Saison beginnen. Es war ja auch dringend notwendig, dass wir einen Neustart machen. Das ist uns gelungen, jetzt müssen wir so weitermachen“, sagte Schalkes Manager Horst Heldt.

          Eine Woche vor dem Auswärtsspiel in Bremen diente der engagierte und souveräne Auftritt beim Reviernachbarn aus der zweiten Liga als weiterer Stimmungsaufheller. Lachend und erleichtert kommentierte  Breitenreiter die Partie seiner Elf vor 30.600 Fans in der Duisburger Arena. „Wir haben eine überzeugende Leistung geboten“, lobte der Coach insbesondere die Einstellung seiner Profis. „Sie haben von der ersten Minute an gebrannt und dem Gegner nicht den Hauch einer Chance gelassen. So stelle ich mir das vor.“

          Dieses geschmacklose Banner hielten Zuschauer im MSV-Block hoch

          Fünf Treffer für das Selbstbewusstsein, fünf verschiedene Torschützen als Demonstration der wiedergewonnenen Offensivpower: Klaas-Jan Huntelaar (3.), Matija Nastasic (39.), die starken Neuzugänge Johannes Geis (45.+2) und Franco Di Santo (62.) sowie Leon Goretzka (85.) sorgten in der Neuauflage des Pokalfinals von 2011 für dasselbe Ergebnis wie seinerzeit in Berlin und verzückten die Anhänger. „Unsere Fans haben nach schönem Fußball gelechzt, den haben sie heute bekommen“, stellte Heldt zufrieden fest.

          Die Zeiten des unter Roberto Di Matteo gezeigten unattraktiven und in der Rückrunde zudem erfolglosen Destruktiv-Fußballs sind abgehakt. Selbst der vergebene Elfmeter von Di Santo (32.), der an MSV-Keeper Michael Ratajczak scheiterte, konnte die tolle Stimmung und den Optimismus nicht trüben. Für das vorangegangene Foul an Huntelaars neuem Sturmpartner hatte MSV-Kapitän Branimir Bajic Gelb-Rot gesehen.

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          So musste das mit zwei Pleiten in die Saison gestartete Zweitliga-Schlusslicht von Trainer Gino Lettieri die letzte Stunde in Unterzahl spielen, was Schalke die Aufgabe zusätzlich erleichterte. „Wichtig war, dass Di Santo nach dem verschossenen Elfer noch ein Tor gemacht hat“, meinte Heldt. Auch der frühere Bremer war rundum glücklich: „Das Team wollte, dass ich schieße. Das ganze Team stand danach hinter mir. Wenn wir etwas erreichen wollen in dieser Saison, müssen wir als Mannschaft zusammenstehen“, sagte Di Santo, der freilich nicht damit rechnen kann, dass Huntelaar ihm beim nächsten Strafstoß die Kugel wieder überlässt.

          „Ich schieße normalerweise. Ich habe Franco schießen lassen, damit er sein erstes Tor machen kann. Er wollte das selber auch gerne“, erklärte der „Hunter“ und fügte schmunzelnd an: „In Bremen mache ich das nicht.“ Der schon in die Mittelfeld-Chefrolle geschlüpfte Geis warnte vor dem Liga-Beginn am Samstag vor zu großer Euphorie: „Es war ein klasse Start. Aber wir wollen den Sieg auch nicht zu hoch hängen.“

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